Hier ein kleiner Betti Zwischenstand:
Wir haben bald einen Monat Urlaub (jedenfalls aus Hundesicht) auf dem Dorf hinter uns (vielleicht 15 Hunde in der Zeit gesehen). Ich muss sagen der räumliche Wechsel funktioniert mit ihr gut. Ich etabliere am neuen Ort die Decke und ihre Box und trainiere ein paar Tage statt Anschlagen in ihre sichere Umgebung zu gehen und sie nimmt es an. (Habe Hoffnung in zwei Jahren mehr on the Road leben zu können, paar Monate dort oder dort) Trotzdem hat sie definitiv Wachtrieb. Der Hof war jedenfalls geschützt.
Betti hat 5 neue Menschen mögen gelernt. Noch mehr „getroffen“ ohne sie zu zerfleischen. Ich bin froh über jeden neuen Menschenfreund. Manchmal hing sie sogar mit anderen rum statt neben mir zu liegen, während ich gearbeitet habe. (Zwei Häuser über den Hof/Garten verbunden) ich konnte mich auch darauf vertrauen, dass sie dort nicht nach vorne geht und die Menschen sie auch lesen können. Sie war ein richtig netter Hund nach der Gewöhnung. Sie zieht sich auch selbst aus Situationen (ich manage aber auch die anderen Menschen), sehr früh sogar. Sie muss nur wissen, wo sie hin kann.
Eine Geburtstagsfeier hat sie auch super mitgemacht. Angeleint neben mir, strategisch gut platziert. Selbst die Kinder haben sie ignoriert und umgekehrt.
Trotzdem es schlaucht Betti zuviele Kontakte zu haben. Sie kommt dann nicht zur Ruhe und wird dann irgendwann knurrig und jumpy. Merke das schnell und kann die Dosis regeln. Der Einzelhaushalt bei mir Zuhause tut ihr da definitiv eher gut. Familienleben auf Dauer wäre schwieriger.
Ja, aber die Angst war natürlich nicht weg. Anderer Hund aus 100m gibt schon richtig Terror. Fand ich ungewöhnlich. In der Stadt kann sie viel mehr händeln. Ich muss tatsächlich an jedem Ort neu anfangen. Reize waren selten, solange ich Wege durchs Dorf vermied. Dreck macht ihr keine Angst. Wenn ich allerdings einen Radfahrer/Mensch/Hund/Schaf selbst nicht mitbekommen habe, war sie gleich auf 100 und ich viel zu verschlafen, um schnell genug zu reagieren.
Gassirunden über 45min auch wenn es nur über leere Felder ist, überreizen Betti. Lieber angemessene Runden.
Für mich das Fazit der Dorfzeit. Sie ist ein toller Hund. Ich mag meine schmerzfreie Gurke. (Waren natürlich mal wieder beim TA) Die ruhigere Umgebung tat mir gut. Hoffentlich auch ihr. Gab nicht viel Grund zum stressen. Sie hat sogar ein wenig schmusen gelernt (auch mit den neuen Freunden). Mein Grundvertrauen in Betti ist gestiegen was den Umgang mit Fremden in sicherer Umgebung angeht.
Grundsätzlich glaube ich aber, dass ihr das intensivere Training in der Stadt letztendlich mehr Lebensqualität für die Zukunft bringt. Und uns mehr Bindung. Wir werden trotzdem ruhigere Monate immer mal einschieben.
Morgen gehts zurück in die Stadt und das Training. Babyschritte. Routine wieder aufbauen. Im Bett rumgammeln. Ich bin gerade sehr optimistisch (aber fragt mich dazu in einer Woche noch mal)
An alle „weiter viel Kraft beim Starksein für eure Hunde!“