Ich weiß immer nicht, warum man Forumsbeiträge so persönlich nehmen muss. Mir wurde hier auch am Anfang gesagt, gib den Hund lieber woanders hin und rechne mit Einschränkungen. Stinkt kurz. Aber danach bin ich dann halt nachts um 3 Uhr Gassi gegangen und hab mir Möglichkeiten gesucht, um den Hund optimalere Bedingungen zu geben.
Was aber vielleicht etwas ist, worüber ihr euch Gedanken machen könntet, wäre was sind den zurzeit Reize für den Hund. Aktuell seid ihr als neue Menschen, die neue Wohnung, die Gegenstände dort, die Routinen, der Flur, der Fahrstuhl voller Gerüche schon seeehr viel Reiz für den Hund. Dann gibt es noch Autos, Vögel, Radfahrer, Menschen, Häusereingänge, Dönerpapier, Wind,...
All das kennt euer Hund kaum bis gar nicht. Durch die schlechte Sozialisierung kann das Gehirn tatsächlich nicht einfach die Verknüpfungen machen.
Man kann das trainieren, aber das geht in Zeitlupe.
Zum Beispiel hatte meine am Anfang Stress durch Papier in der Straße. Man konnte ihr Ansehen wie sie nach und nach Adrenalineinschuß hatte und es dann irgendwann, an was auch immer gerade vorbeikam rauslassen musste. Solche Reaktionen kommen oft später als der Reiz. Also Papier auf der Straße schöngefüttert, beobachtet, geschnüffelt etc. Normalerweise generalisiert ein Hund irgendwann. Das Papier dort ist genauso lieb wie das Papier da drüben. Tja, meine mit Deprivation kann das weniger gut. Das Dönerpapier 50m vom Dönerladen ist hochgefährlich. Das vor der Ladentür kennen wir ja, also ok. Wir mussten an jedem Ort üben, unterschiedliche Papiersorten.
Mittlerweile weiß sie ich bekämpfe jedes neue Papier für sie und schreckt nur bei neuen Geruchsrichtungen weg.
Ein Beispiel von vielen.
Versucht es einfach mal langsamer. Nur die Welt betrachten ohne was zu wollen und ohne die Triggerreize (die euch bisher bekannt sind), Abstand halten, aus weiter Ferne beobachten und dann kann euch der Trainer beraten, was möglich ist. Meine Trainerin war ziemlich ehrlich.
Natürlich könnt ihr das schaffen. Aber es benötigt mehr Rücksicht als bei einem "normalen" Hund