Ich bin ein bisschen überrascht, weil da bei flying-paws gerade sehr viele Ansätze gelesen habe, die ich nach den zwei Jahren Erfahrung mit meiner StressHündin definitiv unterschreiben würde.
Zu Beginn haben wir ja auch viel Schöngefüttert und Click for Blick usw. Das war damals auch unser Fuß in die Tür (war sehr extrem) Allerdings wurden die Aufmerksamkeit auf die eh schon "bösen" Reize fokussiert. Die Nase war dann auf der Suche nach den Reizen, um sie mir anzuzeigen. Sie hatte das irgendwann zu ihrem Job gemacht. Negative Reize wurden bestätigt, sie hat dann ja Dinge richtig gemacht.
Jetzt arbeiten wir um. Nicht mehr das Anblicken wird geclickt, sondern nur noch das Abwenden. Bzw. gibt es da teilweise nichts mehr, dafür aber beim leinenführigen Gehen oder Rumtingeln, entspanntsein.
Meine Hündin hab ich ja eigentlich mit dem Wunsch nach Sport geholt. Da hatte sich das Tierheim etwas verschätzt. Sie wäre die erste beim Joggen, alles mit Tempo, yeah. Aber da springen auch die Schnappersynapsen an. Sowas hing uns tagelang nach. Jetzt üben wir Langsamkeit, belohnen chilligsein und sie kann viel mehr verarbeiten und ihr hilft das total.
Ich gehe das schnellere Bewegungthema dann vielleicht in einem Jahr an, wenn das wichtige Leben sitzt.
Auch das Trennen von Suchspielchen und Gassigehen mache ich jetzt und sehe die Vorteile. Der Hund hatte Außenreize, die sie sowieso schon stressen plus natürlich auch den positiven Stress, weil ich ihr ja was Gutes tun wollte und gemeinsame Suchspiele gestartet habe. Jetzt wenn ich das trenne, sehe ich wie ruhig und genau sie den Futterbeutel suchen kann, wenn sie dafür Kapazitäten hat.
Hätte ich mit meiner jetzigen Erfahrung, nochmal die Chance an den Anfang zurückzugehen, hätte ich da ein paar Prioritäten anders gelegt.
Man habe ich mich quer gestellt den Hund Pausentage zu gönnen. Oder wenn wir einen Monat auf dem Dorf zum Entspannen waren, hab ich sie dann mit Suchspielchen oder Joggen beschäftigt, statt ihr einfach mal ein ruhiges Leben zu gönnen.
Aber natürlich kommt das auf den eigenen Hund an, auf euch. Ihr macht ja eure Erfahrungen. Da müssen alle miteinander lernen und das geht nicht ohne Dinge zu probieren.
Behalte nur im Hinterkopf, dass die erwähnten Punkte tatsächlich nicht ohne Hintergrundwissen geäußert wurden.