Beiträge von BettiFromDaBlock

    Ich sollte die Kritiker einfach ausblenden

    Ich tappe einfach mal, dass das nicht das ist, was BettiFromDaBlock meinte. Ich an Deiner Stelle würde die Kritiker nicht ausblenden, sondern überlegen wo diese Kritik herkommt und was der berechtigte Kern daran ist und wie ich dem begegnen kann.

    Wenn hier jemand schreibt "Ich verstehe nicht, wie man sich in so ein Unfeld einen unbekannten Auslandshund holen kann" ist der berechtigte Punkt daran in meinen Augen: es kann sein, dass dieser Hund dauerhaft nicht mit Deinem Umfeld und Tagesablauf klarkommt und dass Du beides drastisch ändern musst, wenn Du Lava nicht kreuzunglücklich machen willst. Beispiele hat BettiFromDaBlock schon genannt: die vielen Fußgänger und den Trubel im Büro kannst Du durch Ändern Deiner Bürozeiten umgehen. Wenn man um fünf da ist, begegnen einem auf dem Weg nicht so viele Fußgänger und die Hündin kann sich in Ruhe einfinden, ehe Kollegen kommen. Solche und ähnliche Anpassungen bedeuten aber, dass der Tag deutlich unbequemer wird und man ggf sogar den Job wechseln muss o.ä. Bist Du dazu bereit? Musst Du ja alles gar nicht hier beantworten, geht ja auch niemanden etwas an, aber das würde ich mir mal für mich überlegen.

    Beide haben recht. Wahrscheinlich meint ihr sogar dasselbe. Ich gehe einfach davon aus, dass TE bewusst und reflektiert ihr(?) Leben betrachtet und Lösungen sucht es der Hündin angenehmer zu machen. Wenn das einerseits eine Umstellung des eigenem Lebens ist oder aber auch eine Relokalisierung des Hundes bedeutet, falls alle Früchte nicht fruchten, oder ein Weg dazwischen. Von daher ein Schritt nach dem nächsten. Natürlich kann ich nachvollziehen woher die negativeren Stimmen kommen. Auf den Hosenboden der Tastsachen muss man sich setzen und Grenzen anerkennen. Aber vom gestrigen Start zur Erkenntnis es mit einem langsameren Weg zu probieren traue ich einer Hundehalterin, die sich so informiert, zu, eventuelle Möglichkeiten zu suchen, wenn Dinge im Leben doch nicht zu funktionieren.

    Ich kann allerdings aus persönlicher Erfahrung nachvollziehen wie hart der "lieber dem Hund neues Zuhause suchen" Tonus sich anfühlen kann. Von daher immer über alles atmen und reflektieren, wenn man gerade Oberwasser hat. Hundehaltung kann eine sehr emotionale Sache sein.

    Meine Hündin war/ist übrigens auch das Modell: ich solle sie auf keinen Fall behalten. Der Hund gehört in andere Umgebung. Das sind lebenslange Einschränkungen, die ihr nicht leben könnt usw.

    Tja, wir sind immer noch zusammen und meistern Dinge, die mal unvorstellbar schienen.

    Es ist gerade auch im Forum nicht immer leicht durch Texte miteinander zu kommunizieren, weil man nicht ahnen kann wieviel der Gegenüber bereit ist zutun. Oder man den Hund nur vom Lesen kennt.

    Hör auf dein Bauchgefühl und lies hier so reflektiert wie möglich. Ich bekam hier dadurch Tipps, die wirklich halfen.

    Es ist noch nicht absehbar, wohin sich deine Hündin entwickeln wird. Ich für meinen Teil musste mein komplettes Leben umstrukturieren. Von der Aufstehzeit angefangen bis zu nicht mal mehr einfach in den Wald fahren können, um zu wandern. Entspanntes Liegen am See/im Park ade, Einschränkungen beim Job... Aber ich war/bin bereit dazu. Das muss also jeder für sich entscheiden.

    Zum Thema Büro. Da kannst du ja einiges anpassen. Wo ihr Ruheplatz steht, eine Höhle statt nur ein Körbchen. Anleitung an die Kollegen. Gegebenenfalls Telefonton anpassen, Routinen zur Orientierung einhalten. Davon ausgehenden das Büroalltag für sie stressig ist, alle anderen Trainings weiter reduzieren.

    Bezüglich Weg/Umgebung zum Büro. Ist die Hündin klein genug, um in einen Buggy gefahren zu werden? Muss man auch alles aufbauen, aber wirkt hier Wunder. Oder man passt die Arbeitszeiten so an, dass man zu ruhigeren Zeiten ankommt/geht/Pause macht.

    Manche Fremdbetreuung bei Familie, je nach Wohnort, kann sogar Erholung sein, wenn es dort keine Erwartungen gibt und/oder Garten.

    So entspann und langsam man vieles machen sollte, diese Hunde haben schon enorm viel überstanden. Manches kann man ihnen auch zutrauen und wird überrascht. Solange man sie gut lesen kann und ein Gefühl für den Nervenzustand entwickelt.

    Hi,

    wie alt ist denn deine Hündin?

    Ihr habt sie erst seit zwei Monaten und gebt ihr täglich das volle Programm? Dafür schafft sie schon verdammt viel.

    Gibt es einen Grund warum ihr sie unbedingt anfassen wollt? Meine Hündin bewegt sich in der Wohnung auch nicht hin und her, warum sollte sie Energie verschwenden? (so ein Verhalten hilft super beim Alleinseintraining)

    Eigentlich klingt das nach einer normalen Tierschutzhündin, die etwas überfordert ist. Gebt ihr Zeit. Hunde, die nicht mit menschlichen Kontakten aufgewachsen sind und recht wenig kennengelernt haben während ihrer Sozialisationsphase haben manchmal keine Lust auf Kuscheln. Hat hier ca 2 Jahre gedauert und ist weit weg vom Instakuschler.

    Ich würde das Gas etwas runterschrauben. Auch dieses nur aus der Handfüttern ist für einen wirklichen Angsthund echter Stress. Das wäre als würde man Kinder nur bekm Zahnarzt füttern. Grundbedürfnisse sollten ohne Bedingungen erfüllt werden.

    Und menschliche Psychologie auf Hunde anwenden macht keinen Sinn. Du hast eine zurückhaltende, offensichtlich auch höfliche Hündin. Ihr Universum wurde erst vor kurzem komplett verändert. Sie weiß noch nicht mal das sie bei euch bleibt.

    Beständiges Verhalten deinerseits baut echte Bindung auf.

    Meine Hündin zuckt heute noch wenn ich stolpere oder niese oder mir etwas herunterfällt. Draußen in der gefährlichen Welt anfassen lassen und an mir orientieren war langsam aufgebautes Training.

    Wenn ich heute nochmal neustarten könnte, würde ich viel viel langsamer mit meiner Hündin anfangen. Gerade zuviel Gassi, wenn sie draußen unsicher war, war eher kontraproduktiv.

    Der Hund muss Stress verarbeiten können. Bei uns war Auslastung Überlastung. Also wenn deine Hündin andeutet nicht rauszuwollen, würde ich überlegen ob ihr nicht zu viel oder zu oft geht. Nur so als Anhaltspunkt.

    Hier gibt es einiges zum Thema Angsthund, da findest du bestimmt ähnliche Geschichten:

    CheshireDogs
    23. März 2021 um 14:41

    Was ist feindselig an Leben und leben lassen?

    Warum sollte man sich spontan in Hundeerziehung Anderer integrieren dürfen, aber nicht in deren Gangbild, Erziehung, Kleidung, Beziehungen, Ernährung, Hautpflege, ...

    Ein Ratschlag unter (Gassi)Bekannten, die aktiv nach Hilfe suchen, ist für mich etwas anderes als in der Ausgangsbeschreibung erläutert wurde. Die meisten hier im Hundeforum geben ja hilfsbereit Tipps an Leute, die Fragen stellen. So schlimm sind wir gar nicht.

    ;)

    Wenn ich mich mit meinen pädagogischen/hündischen Wissen auf meinen Balkon stelle und auf der Wiese davor Eltern mit Kind/ Halter und Hund beobachte...

    Aber jeder wie es ihm in den Fingern juckt. Mein Hobby und meine Baustelle wäre es nicht. Gerade mit "schwierigerem" Hund habe ich aufgehört mich in anderer Halter Schuhe zu projizieren.

    Bei älteren Menschen, denen scheinbar ein Problem zu schaffen macht, da bin ich die erste die fragt, ob ich was für sie tun kann.

    Nur weil man selbst einen Hundehalter hilflos empfindet oder es anders machen würde, muss das der Hundehalter nicht so sehen.

    Als jemand, der schon viele Ratschläge von anderen bekommen hat (niemals Hund hochheben und co), empfinde ich den ungefragten Aufklärungsgedanken als übergriffig.

    Solange das Geschehen keinen Einfluss auf mein Leben hat oder ich gefragt werde, halte ich mich raus. (von Gewalt am Tier abgesehen)

    Früher gab es weniger Regeln und Weisheiten über Hundehaltung. Da war ein Hund ein Hund. Jetzt muss nicht nur der Hund sich der Gesellschaft anpassen, sondern auch der Hunderhalter professionell agieren. Warum dürfen die Leute ihre "Fehler" nicht selbst probieren und sich selbst entwickeln?

    Ich schiele zum Hund und frage "Haben wir die Problematik unter Kontrolle"? Kommen gerade vom Park und sind durch die ravende Jugend gelaufen als wäre nix. Nenne ich definitiv Fortschritt 😅

    Zumindest haben wir seit anderthalb Jahren keine blauen Flecken mehr und entwicklungstechnisch riesen Sprünge gemacht. Heißt allerdings auch morgens 5Uhr Gassi zu gehen. Training bis zum Abwinken, viiiiiele Ruhe/Lernpausen. Eigene Körpersprache anpassen (ich muss manchmal laufen wie ein Weihnachtsmann mit Swag). Mit Hund ins nirgendwo, um gute Momente aufzubauen. Unendlich viel über sich selbst lernen, um die eigenen Ansprüche/Muster nicht auf den Hund zu übertragen. Unsicherheiten und Aggressionen aushalten lernen...

    Meine Hündin wurde zum Beispiel frisch operiert, selbst für 2min vor der Haustür muss seitdem der Maulkorb drauf. Damit ich agieren kann ohne mich um etwas zu sorgen. Egal, ob mein Hund da jetzt Ansätze zeigt oder nicht. Ich weiß ja, instabiler Hund reagiert instabil. Also räume ich mir die Komponente aus dem Weg.

    Meinen und wahrscheinlich auch deinen Hund wird nie jemand unaufmerksam führen können. Wichtig ist zu wissen warum etwas passiert. Dann wird der Hund einschätzbarer. Man kann dann die Umwelt/das Training passend gestalten.

    Zum Maulkorb aufsetzen. Eigentlich hab ich das Draht nur mit Leberwurst eingeschmiert, drauf und ohne lange rummachen zu gemacht. Hatte das zumachen vorher geübt, weil das Leder noch so frisch war.

    Bei euch fände ich ja interessant, ob dein Hund sich vom TA, Tierheimmitarbeiter oder draußen oder oder.. den Maulkorb draufmachen lässt.

    Wir können hier auch nur erahnen wie sich bei euch die Situation abspielt. Deshalb rate ich dir hier keine Experimente zu machen. Da müssen Profis vor Ort helfen.

    Wahrscheinlich würde ich mir jemanden mit Ahnung holen, der den gutsitzenden (!) Mauli drauf macht und den für eine Weile einfach drauflassen. Essen, Trinken, Schlafen geht auch mit Maulkorb. Bis ihr wisst wie der Hase läuft.

    Das Gefühl, wenn man vom eigenen Hund gebissen wird, muss man ja auch loslassen lernen. Und ich hätte das selbst nicht gekonnt, wenn ich nicht gelernt hätte, was in der Situation genau passierte.

    Ah, ich drücke euch echt die Pfoten. Ja, auch ohne große Hundeerfahrung kann man lernen die Situation zu managen. (sofern der Hund einschätzbar ist) Aber da kommt es drauf an wieviel Hilfe man in Anspruch nimmt und wie man das gestaltet.

    Selbst mit Hundeerfahrung hat mein Kopf die ersten Monate geraucht, konnte kaum noch essen..

    Pass bitte auf dich auf!

    Ich sitze hier schon eine Weile auf den Fingern und weiß nicht, ob ich hier mitschreiben soll.

    Allerdings habe ich auch einen Hund, der nach vorne geht in der Großstadt und mit den Zähnen bereits in mir gelandet ist. Zudem durfte auch ich die Erfahrung von Angst- und Panikstörungen machen. (hatte eine spektakuläre Therapeutin in München, lebensverändernd- und verlängernd)

    Das ein Hund beim TA ruhiger ist, kann an verschiedenen Komponenten liegen. Auch eine einfache Reizüberflutung und der Tatsache, dass er dort einfach noch keine Strategien entwickeln konnte wie Zuhause. Ist bei meiner Hündin z.b. so. Die Unsicherheit über die Motivation macht deinen Hund nicht sicherer im Umgang.

    Nach dem ersten Biss hier, habe ich sofort angefangen Maulkörbe auszuprobieren und Trainer kontaktiert. Ohne großes Schönfüttern. Mein Körper, mein Wunsch nach Unversehrtheit. Jetzt haben wir 5 verschiedene MaulkorbModelle im Haus. Unser gemeinsamer Liebling war definitiv nicht teuer. Sobald mein Hund Unsicherheiten zeigt, kommt der drauf. Noch wichtiger ist allerdings, wenn ich Unsicherheiten zeige oder anderweitig Stresserfahrungen durchmache, kommt der Maulkorb drauf. Das bin ich allen Beteiligten schuldig.

    Die Tatsache, dass der Hund bisher nur dich angegangen ist, finde ich bedenklicher als wenn er wegen Unsicherheiten nach außen schnappt.

    Gerade in der Komplexität eurer Situation unbedingt einen Trainer suchen. Dieses im (unerkannten) Muster agieren wie @Lurchers erwähnt kann ein riesen Thema sein. Ein Trainer kann da Dinge sehen, die man in der Situation selbst gar nicht betrachten konnte. Zu verstehen warum Dinge passieren, macht sie nicht weg, aber das Vertrauen kann aufgebaut werden.

    Gönn dir und deinem Hund dieser Situation zu entsteigen. Ihr habt Beide mehr verdient, als ein unsicheres Leben miteinander. Manchmal muss man erst mittelmäßige Monate haben (mit Maulkorb), um danach das Leben zu genießen.