Darf ich fragen, was du zu viel gemacht hast, das dann im Endeffekt Mist war?
Was zuviel für einen Hund ist, kommt auch bißchen auf den Hund an. Hab da selbst einen speziellen Fall inklusive Deprivation, Panik vor Hunden, Wind, Papier, allem was Menschen berührt haben könnten oder atmet. Davon wusste ich natürlich nichts. Tierheim sagte unkompliziert und braucht Auslastung 🤟
Also war ich relativ früh auch mal länger Wandern. Bin hauptsächlich im Wald Gassi gegangen (das ist mittlerweile unser AlptraumOrt, dann lieber an der Autobahn spazieren). Unterschiedliche Routen gewählt. Betti kannte kein Spielzeug also Dummie aufgebaut usw. Dazu wohnen wir ja auch in der Großstadt.
Endete mit ihren Zähnen in meinem Bein, weil jede Kapazität überschritten war und der Hund Panik bekam. Wir mussten danach zurück auf Los und dabei noch 400€ abgeben 🙈
Heute weiß ich ja was ihre Motivationen und Baustellen sind. Wir müssen z. B. an manchen Tagen komplett zuhause bleiben. Was mir extrem schwer fällt, meiner Hündin aber sehr hilft. Auf der Wiese sitzen und aus der Ferne beobachten statt viel Strecke zu machen. Usw. Indoorsicherheit etablieren, Geschirrgriff, Makerwort, Alleinebleiben, Anfassen dürfen, Entspannungssignale, beobachten lassen, diverse Routinen vorleben... Den Hund nicht ständig scheitern lassen.
Zum beim Freund schlafen, das funktioniert sogar bei meiner Knalltüte. Ich lege an neuen Orten einen gute Rückzugsgelegenheit an. Heißt keine Wachposition, eher höhlig (auftrainierte softTransportbox zb), wo meine Hündin beobachten kann aber nicht im Geschehen ist oder ständig einer lang läuft. Wird sie unruhig und geht nicht alleine rein, führe ich sie hin. Die ersten Nächte reagiert sie dann noch auf neue Geräusche, aber dann ist sie überall zuhause wo ich und die Box sind. Ansonsten benimm dich dann wie zuhause.
Mit in den Urlaub kannst du testen, aber wähle den Ort gut und sei offen, wenn deine Hündin drüber ist. Wir waren auch nach 4 Monaten das erste Mal auf dem Dorf. Aber im eigenen Haus und ohne jegliche Programmpläne. Mehr wäre bei uns immer noch nicht möglich bzw hat der Hund dann nix davon.
Manchmal muss man Dinge erst ausprobieren, um zu sehen was geht. Humor und Geduld einpacken.
Da sind alle Hunde verschieden. Aber Langsamkeit ist unser Zaubermittel und unsere Hauptlektion. Charakterlich ist Betti nämlich ne Rakete.
Fokus auf die Dinge, die gut klappen und nicht zu viel über den Hund nachdenken hilft auch.
Toi Toi 🤸🏿