Phonhaus danke fürs rufen. Ich finde auch ein Hund, der sein Repertoire erweitert, zeigt Entwicklung und Lernprozess. Auch wenn noch in die falsche Richtung, aber da ist nichts verloren.
Ich habe mir alles durchgelesen und viele Parallelen gefunden. Ein/e VorOrtTrainer/in wird euch viel viel weiterhelfen als alles andere. Gerade, um den Fuß reinzukriegen und einer Handlung zu vertrauen und monatelang durchzuziehen.
Vorab wegen den anderen Leuten. Das ist eure Chance an der Situation zu wachsen und solche Intentionen von außen komplett auflaufen zulassen, nett nicken und zu ignorieren. Lernt von eurem Hund
Es ist nicht ungewöhnlich, dass man belehrt wird. Sie meinen es häufig gut. Mit aggressiven Hund soll man ja Ruhe ausstrahlen. Das habe ich bei "aggressiven" wissenden Menschen auch geübt. Die könnten mir jetzt Dosen an den Kopf werfen und ich würde mich trotzdem nur auf mich und meinen Hund konzentrieren. Super nützliche Eigenschaft. Seht es als Training für euch. Genau dasselbe wollt ihr schließlich euren Hund beibringen.
Wie schon erwähnt sind 3h für einen Hund der offensichtlich noch viel zu wenige Strategien hat, um mit dem Leben klarzukommen sehr viel. Das kann ich nach 3 Jahren mit meiner alle 2 Wochen mal machen. Ich habe das am Anfang auch gemacht und es hat uns im Nachhinein zurückgeworfen.
Aggressionen während und zwischen der Läufigkeit plus jetzt könntet ihr in der Scheinmutterschaft sein, kenne ich auch. Da ist hormonell viel los.
Dazu sind 4 Monate bei einem solchen Hund wenig Zeit.
Läuft sie die Spaziergänge entspannt? Wenn nicht (und so klingt es) dann sind sie für sie nicht erholsam. Macht Pause, bringt sie emotional runter. Manchmal durch ruhiges suchen, manchmal durch beobachten, manchmal durch nach Hause gehen.
Meine Hündin kommt z.b. im Wald gar nicht klar. Die Gerüche und die uneinsichtigen Wege machen sie unruhig, zudem wurde sie dort auch ausgesetzt. Offenes Feld, große Wiesen und immer dieselbe Runde waren ein große Veränderung. Wenn meine Hündin anfängt zackig hin und her zu laufen oder ins Festschnüffeln, Wegescannen oder irgendeine andere Aufgabe verfällt, dann war es zu viel. Vielleicht war es dann auch gestern zu viel und das kommt erst an dem Tag raus. (Wir waren Samstag 3h unter Menschen/Hunden spazieren und es schlägt sich jetzt noch auf das Aggressionslevel aus. Die Botenstoffe brauchen Tage, um sich abzubauen.) Gerade wenn ihr noch keinen Weg gefunden habt sie zu beruhigen, verzichtet auf qualitativ schlechte Gassigänge. Lieber einen guten.
Aber tatsächlich kann euch da besser jemand vor Ort helfen. Je nachdem wie drüber eure Hündin ist, fehlen manchmal die Lernkapazitäten.
Zum Thema Hundebegegnungen. So viele sind es dann ja nicht, oder? Am Beginn hatten wir einen WohlfühlAbstand von über 50m. Teilweise reichten schon Geräusche und Gerüche. Umdrehen, Bögen, andere Wege, hinter Autos, an den Abhang, oder auf meinen Arm. Ein Grund warum freies Feld für uns leichter ist als Wald.
An ausgewählten Plätzen haben wir Hunde aus der Ferne beobachtet und es wurde jedes positives Verhalten gemarkert. (Click for Blick) Dabei Alternativverhalten, das zu uns passte benannt und aufgebaut. Das wurde dann laaaangsam in den Alltag integriert, wenn ich 100% wusste, sie scheitert in der Situation nicht. (Dazu natürlich Struktur, Routine im Alltag, sie Dinge positiv meistern lassen und jeden Tag den Stress runterzuregeln. Keine unnötigen Baustellen aufmachen.)
3 Jahre später sind wir auf einem guten Weg und ich kann auch sagen, sie soll die backen zuhalten, weil sie weiß, was ich von ihr will und was ich ihr an Schutz biete.
Grundsätzlich vergesst nicht ihr positives Verhalten zu bestätigen. Loben, loben, loben. Darauf aufbauen, wo sie mit euch arbeiten will. Nicht darauf warten das etwas negatives passiert, sondern sehen, was sie alles schon kann. Diese Einstellung hat viel verändert hier.
Ich bin teilweise singend durch die Gegend gelaufen ("ich geeeh mit meinem Laaaternchen..."), um soviel positive Vibes zu versenden wie möglich. Gerade wenn der eigene Hund plötzlich zur Baustelle mutiert, setzt das am eigenem Gemüt an und triggert dann wiederum das Verhalten.
Ich drücke euch die Daumen! Atmet und tut euch gutes. Das ist kein Wettbewerb und ihr habt alle Möglichkeiten zusammenzuwachsen. Ihr werdet viel über euch selber lernen in dem Prozess.