Beiträge von BettiFromDaBlock

    Die Diskussion auf den letzten Seiten ist sehr spannend geworden.

    Man kann doch davon ausgehen, daß hier viele unterschiedliche Lebensmodelle vorherrschen. Und dazu auch unterschiedliche Bindungstypen. Dann haben wir unterschiedliche purpose of life Ansichten, diverse Wege zur Selbstverwirklichung etc. Es kann hier keine "Einigung" geben. Finde es aber toll, die unterschiedlichen Einstellungen zu lesen, weil ich so meine hinterfragen kann.

    In meiner Kindheit "musste" ich mich für meine Familie aufgeben. Natürlich ist ein hohes Verantwortungsbewusstsein für mein Tier in mich einprogrammiert. Das heißt nicht, daß es immer gesund für mich (oder das Tier) ist. Wenn ich hier lese mein Hund ist ein Hobby, hilft mir das ungemein mal die Version im Kopf durchzuspielen.

    Genauso unterschiedlich können Beziehungen zum Job sein. Auch stark vorgeprägt durch Erfahrungen und Art der Anerkennung.

    Also, wenn wir hier antworten wie wir im Moment wahrscheinlich entscheiden würden, wenn Jobwechsel für Hund im Raum steht, würde ich nicht davon ausgehen, daß diese Entscheidung für immer gleich wäre. Trotzdem bzw. gerade deswegen finde ich die Unterhaltung gerade sehr hilfreich.

    Und wegen dem ein Hund sieht glücklich aus, wenn er gejagt wird, das ist das Adrenalin, was hochschießt und den Hund übersprudelnd aussehen lässt. Glückliche Hunde sind gechillte Hunde.

    Meine Hündin sieht happy aus und lächelt, wenn sie so richtig gestresst ist. Da würde aus menschlicher Perspektive besser nicht urteilen.

    Es klingt als fehle es deiner Hündin etwas an Kommunikationswerkzeugen und Unterstützung.

    Hey, ich würde da gar nicht über das warum nachdenken und es konsequent abbrechen. Du weist ja was passiert.

    Hunde machen auch gern aus Unsicherheit Spielaufforderungen, weil sie keinen anderen Ausweg sehen, den Hund, der sie offensichtlich stresst, in eine andere Stimmung zu bringen. Gerade beim Lesen von "Aufmerksamkeit schenkt" und ihrer eigentlichen Abneigung zu ihm, kann es einfach sein dass ihr da auf engen Raum seid und sie keine andere Option sieht.

    Du scheinst sie dabei ja nicht zu unterstützen?

    Meine Hündin rennt auch auf alles zu, das ihr Furcht macht. Klingt unlogisch, aber so bekommt sie vielleicht die Kontrolle über die Situation. Jetzt weiß sie, wenn etwas komisch ist, soll sie zu mir und ich kümmere mich. Auch Hunde müssen erst verschiedene Handlungsoptionen lernen, gerade wenn sie bei uns Menschen leben und wir sie so oft in ihrem Wortschatz einschränken.

    Was kann ich tun, damit sie von alleine raus möchte und auch richtige Gassirunden?

    Wie lange hast du sie denn?

    Wohnst du in einer ruhigen Gegend bzw. was ist vor der Haustür?

    Wie genau sehen deine Trainingsansätze aus.

    Wenn deine Hündin draußen ins Freeze geht und sich nicht mal lösen will, gehe ich eher von einer Angstproblematik und Umgebungsproblemen aus. War sie jemals spazieren? Kennt sie Geschirr und Leine? Bewegt sie sich in der Wohnung frei und locker?

    Ich habe einen Hund der in allen Lebenslagen problemfrei alleine bleiben kann, nahezu beliebig lange. Ganz ohne Drama, mal 4 Wochen gar nicht, mal morgens, mittags, abends, mal in fremder Umgebung.

    Das ist der Hund der sozusagen unter dem Schreibtisch meines Partners lebt und wenn er da nicht ist zu mir kommt. Ansonsten neigt er auch zum Kontrolletidasein und darf weder an strategisch günstigen Orten liegen, noch mit hinterherdackeln.

    Und ich habe einen Hund, dem alleine bleiben schwer fällt. Die aber meistens im Nebenraum in ihrem Bett liegt. Und ihr ist es ganz egal, was wir so treiben, sie macht lieber ihr eigenes Ding.

    Das ist so spannend. Ich hatte auch schon Tage, da fragte ich mich, ob mein Hund, weiß das auch ich hier wohne. Fiel ihr immer erst ein, als ich das Haus verlassen wollte.

    Ich wüsste tatsächlich nicht wie ich Betti mit einem NichtHomeOffice Job händeln sollte. Aber ich selbst würde dauerhaft im Büro eingehen. Egal wie spannend die eingerichtet wurden. Diese Freiheit den Tag nach meinen Bedürfnissen zu richten, ist pures Gold. Wenn ich 15 Uhr Spaghetti kochen will und dabei laut Musik hören, mache ich das. Da stört sich nur mein schrulliger Hund dran, aber die lässt sich mit einer Portion Nudeln umstimmen. xD

    Ich sehe schon die meisten Hunden dürfen sich komplett frei bewegen und eure Tür steht immer offen. Sind das alles Hunde die gut alleine bleiben können, trotzdem?

    Tatsächlich gibt es hier keine Probleme, wenn die Tür geschlossen wird. Betti ist ja selten bei mir im "Büro". Ich finde es persönlich aber ganz schrecklich Türen zu schließen. Lebe ja nicht umsonst allein ;)

    Trotzdem macht Alleinebleiben manchmal Probleme, aber bei uns eher, wenn ich zu Uhrzeiten gehe, die ich sonst nicht gehe. Es ist ein die Routine-Muss-Eingehalten werden Problem. Betti hat ein inneres Schweizer Uhrwerk. Sie mag es nicht, wenn Dinge aus dem Takt geraten. :ka:

    Es sehe anders aus, wenn wir kein freistehendes Haus hätten, da wäre ich sicherlich deutlich hinter heher.

    Da bin ich etwas neidisch. Wenn ich hier nicht 20 meiner Nachbarn husten hören könnte, würde ich auch entspannter beim Alleinseintraining sein.

    So muss ich Dinge üben, die vielleicht mal gebraucht werden, wie zu allen Uhrzeiten das Haus verlassen zu können.

    Zum Glück habe ich einen Job, der das mitmacht.

    Ich arbeite remote, also für mich gebe es kein Bürogebäude, zu dem ich könnte. Außerdem sind meine Arbeitszeiten bis auf wenige Terminen flexibel.

    Betti ist der beste HomeOffice-Hund. Sobald sie bemerkt, dass ich mich auf den MeetingPlatz setze, zieht sie sich zurück und macht keinen Mucks bis alle Geisterstimmen weg sind.

    Wir gehen ca 5:30 Uhr 1 - 1,5h spazieren.

    Danach sehe ich Betti erst zum Mittag wieder. Und dann zum Abendessen. (Sie bekommt 3 Mahlzeiten pro Tag) Sollte ich im Bett oder auf dem Balkon arbeiten, legt sie sich auch mal zu mir.

    Da mein Job viel Kreativität braucht, mache ich regelmäßig Pausen zum Meditieren oder Spielen mit Betti, oder wir setzen uns an das Fenster und gucken gemeinsam die Leute an.

    Zwischendurch gehen wir natürlich noch mal raus, je nach Wetter. Tatsächlich zählt Gassigehen für meine Chefin auch als Arbeitszeit.

    Also im Moment ist das wirklich genau richtig so.

    Mein Haken ist eher, dass Betti für alles Routinen und Rituale braucht. Also muss ich das Alleinbleibentraining auch während der Arbeit einbauen. Da gehe ich dann einen Kaffee kaufen oder ähnliches. Das ist der Punkt, der mich tatsächlich etwas stresst. Demnächst werde ich wohl mal wieder in der Bibliothek oder im Café arbeiten, damit Betti da ihre Übungen bekommt.