Beiträge von Boerkur

    Hallo,

    finde ich super dass ihr euch für einen Trainer entscheidet. Ich kann mir vorstellen dass auch für den Hund die ersten Maßnahmen mit wirklich strikter Trennung Entspannung bringen.

    Kennt dein Hund es denn, dass du ihm etwas wirklich verbietest?

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    Ein Wort zu den Diensthunden

    Es gibt 16 x die Polizei der Länder, Plus Bundespolizei, Plus Zoll, Plus Justiz, Plus Bundeswehr mit unterschiedlichen Ausbildungsphilosophien, Einsatzgebieten und Möglichkeiten und Rechtsgrundlagen. Dann gibt es den Wachschutz, den privaten Sicherheitsdienst, den Sicherheitsdienst der für öffentliche Einrichtungen arbeitet, dass alles fällt unter Diensthund und genauso vielfältig sind auch die Hunde, die genutzt, gesucht und gebraucht werden.

    Nur weil ich einen Hundeführer, aus einem Land aus einer Staffel kenne, heißt es nicht, dass man "den Diensthund" kennt. Zu dem da auch einfach ganz oft sehr, sehr krude Ansichten im Umlauf sind. Nicht zu Letzt weil gefühlt auf jedem Hundeplatz irgendeiner auftaucht der "Hunde für die Polizei ausgebildet hat" oder eben einen Hund hatte, den schon ganz viele Polizisten kaufen wollten. Die meisten Hunde die ich da gesehen habe waren übrigens einfach nur unfassbar schlecht erzogen und im Kopf gar gemacht worden. Aber nur weil ein Hund Null Gehorsam am Spielzeug oder Helfer zeigt, heißt es nicht dass der ein super - duper Diensthund wird.

    Vielfach wird einfach gedacht hohes Aggressionspotential = Guter Diensthund. Die Hunde leisten aber mehr als einfach nur böse zu bellen. Lange Einsätze ohne Bestätigung, Gehorsam in absolut fremden Umgebungen, blitzschnelles einstellen auf komplett unbekannte Situationen, langes, langes Arbeiten ohne Bestätigung, ein unfassbar breites Ausbildungsspektrum, etc. etc. Und genau das Potenzial das diese Hunde dazu bringt diese enorme Leistung zu bringen, macht sie auch so genial - und so schwierig in Sport und Alltag. Von einem Hund der in der Lage ist dieses immens breite Spektrum abzudecken und auch zu leisten kann ich nicht erwarten, dass er mit ein bisschen Freizeitbespaßung zufrieden ist.

    An die TE: Ich kann dir wirklich nur raten, lern so viele Hunde und Menschen dieser Hunde kennen wie es geht. Am Besten "in Echt" und vor Ort, in Freizeit und Arbeit.

    Ok, krass. Das heißt, dass auch Privatleute mit Hunden rumlaufen, die das Zeug dazu hätten ein Diensthund zu sein. Ich dachte immer, dass Diensthunde fast schon eine eigene Rasse darstellen, weil sie für Privatleute ungeeignet sind.

    Na ja, auch ein DH ist nicht 24h im Dienst. Ich nehme meinen auch mit in den Urlaub.

    Und deswegen ja auch eben die mahnenden Worte zu den Gebrauchshunden im allgemeinen.

    Gibt es eigentlich unterschiedliche Zuchten von Diensthunden und Privathunden? Ich kann mir vorstellen, dass Diensthunde doch eine Schippe extremer sein müssen. Haben auch Privatleute zugriff zu diesen Exemplaren? Oder wird das getrennt?

    Nein, gibt es nicht. Es gibt einige BL die gezielt für den Dienst züchten (NRW zum Beispiel), aber auch dort werden Hunde zugekauft oder Hunde an privat abgegeben wenn nicht geeignet. Wenn du dir die gängigen Zeitschriften (SV zum Bsp.) durchsiehst, sieht man hinten bei den Anzeigen auch immer wieder das die unterschiedlichen Behörden Hunde zum Ankauf suchen.

    Ein wirklich sehr schöner Hund. Ist ein passender Maulkorb schon unterwegs? Bei chic und scharf sind die großen ja gerne Mal ausverkauft. Als Alternative wären noch Schönherr Körbe eine gute Möglichkeit.

    Als Trainer für diese Art der Problematik und für diese Art Hund würde mir immer noch Kynoscience einfallen, mit Dr. E. Schalke, wäre allerdings noch eine Ecke zu fahren von Euch aus. Für dich zum Hören finde ich ihr Webinar Rund um das Aggressionsverhalten auch wirklich sehr gut - wird dir nicht helfen um das Problem alleine "zu beseitigen", ich finde aber, dass man dann wenigstens so ein bisschen vernünftiges Hintergrundwissen hat und auch Dinge die ein Trainer sagt besser einordnen kann.

    Jetzt füttere ich das Breichen ja schon länger. Die Hunde vertragen es richtig gut, das einzige was so ein bisschen stört, ist der geringe Fettgehalt, da gibt es jetzt Rinderfettpulver zu. Ansonsten war ich der Meinung hier irgendwo gelesen zu haben, dass das 23 M nicht bedarfsdeckend ist- finde das aber nicht mehr? Habe ich mich verlesen oder weiß da jemand was genaueres?

    Ich bin mit mehreren Hunden groß geworden und hatte auch immer mindestens zwei Hunde. Einen Hund finde ich vom Aufwand her am entspanntesten - das werde ich aber glaube ich nie schaffen :rolling_on_the_floor_laughing: Jedes Mal wenn ich nur einen Hund hatte, kam irgendwie ein zweiter dazu und wenn es nur ein "Du hast doch gerade nur einen Hund, pass Mal auf den auf" und Zack Zweithund.

    Wenn ich nicht in der Stadt wohnen würde, wären auch vier Hunde gut machbar - finde ich hier einfach schwierig, die Wege sind einfach zu eng, die Hundedichte extrem hoch und ich muss für jeden "vernünftigen" Spaziergang rausfahren, brauche also auch ein entsprechendes Auto . Aktuell leben hier zweieinhalb Hunde, zwei Große ein kleiner, dass ist ganz angenehm, obwohl ich über kurz oder lang zwei Hunde bevorzugen würde. Auf der anderen Seite hätte ich halt auch immer gerne einen reinen Privathund für den ganzen witzigen Quatsch den man so mit Hunden machen kann - also doch wieder drei - oder ich muss mir einen Partner suchen, der einen Hund mit in die Beziehung bringt :relieved_face:

    Es geht doch auch gar nicht darum, dass jeder Malinois bei passender Haltung, Ausbildung, Aufzucht, etc. zu einer mordenden gemeingefährlichen Bestie wird. Es geht eher darum, dass diese Hunderasse Potential mitbringt ein wirkliches "Problem" zu werden, wenn es eben nicht zu 100% passt. Eben weil sie - gewünscht - bestimmte Charaktereigenschaften mitbringt und das einfach eine ungünstige Kombination in den falschen Händen ist und eben dazu führt, dass wirklich viele Malinois und Gebrauchshundmixe in jungen Jahren abgegeben werden und dann auch mit tlw. heftigen Agressionsproblematiken. Und es eben keine Hunde sind, die völlig friedlich über die Hundewiese laufen. Wenn der Hund keine fremden Menschen mag, heißt das nicht automatisch das er jeden fremden Menschen auch beißt - dafür braucht es doch gerade den fähigen Halter am anderen Ende vom Hund.

    Und wenn ich mir einen Hund wünsche der mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit im Alltag ohne Management oder viel Aufwand entspannt mit fremden Menschen und fremden Hunden ist, dann ist der Mali (wie einige andere Rassen auch) schlicht und ergreifend die falsche Wahl - egal wie toll der Hund sonst sein mag.

    Hier: Hundeanfänger und Gebrauchshunde ist auch noch einmal aufgelistet was bei eher blauäugiger Herangehensweise so schief gehen kann.

    Und das was tlw. so schwierig ist mit den Malis macht sie doch auch so unfassbar beliebt in den entsprechenden Bereichen und es macht einfach unfassbar viel Spaß mit diesen Hunden zu arbeiten. Ich habe schon relativ viele Hunde(rassen) begleiten dürfen, keiner der Hunde hätte das geleistet was mein aktueller Hund leistet, ich hatte noch nie einen Hund der so dermaßen schnell reagiert, agiert, lernt, verknüpft behält und derart verbissen seine Ziele verfolgt. Ich brauche auch keinen Hund der andere Fremdhunde toll findet oder fremde Menschen liebt. Ich geh entsprechend spazieren und sichere meine Hunde bei Bedarf entsprechend.

    @Laura96 was mir viel geholfen hat war, mal selbst zu hetzten, wenn es geht eben auch unterschiedliche Rassen und unterschiedlich gelagerte Hunde. Ich weiß nicht wie die Sportler im IGP da drauf sind, aber hier findet sich eigentlich immer jemand der seinen Hund zur Verfügung stellt. Bei einem Seminar mit Bastian Schäfer durften wir uns auch Mal an seinen Hunden "ausprobieren" - keine Ahnung wie da die Möglichkeiten bei dir in der Ecke sind. (Muss ja nicht gleich mit einer langen Flucht starten) und wenn ich irgendwo Hunde treffe oder sehe, die mir gut gefallen, frag ich nach der Abstammung.