Beiträge von Karpatenköter

    Ich frag mich immer wieder, was der Tierarzt hier mit dem Hundehalter zu tun hat. Das ist ja meistens nicht dieselbe Person. Wieso argumentiert man dann damit, dass ein Hund beim Tierarzt gut Schmerzen aushält und irgendwas ohne Betäubung genäht bekommen kann, führerhart sein soll? Das hat doch überhaupt nichts miteinander zu tun.

    Genau mein Gedanke.

    Nach der Einschätzung hier im Thread ist Masha ja eher führerhart - die ist beim Tierarzt gut gelaunt, kuschelt und blödelt mit den Leuten, lässt sich problemlos behandeln (iSv sie braucht keinen MK und ist entspannt). Aber wenns weh tut, dann miept und jammert sie - trotz Stumpfheit, trotz Führerhärte.

    Ich finde, Führerhärte hat recht wenig mit dem Benehmen bzw. Schmerzempfinden beim Tierarzt zu tun - wenn, dann treten beide Eigenschaften eher deshalb auf, weil der Hund darauf selektiert wurde (Stichwort div. Jagdgebrauchshunde).

    Meine sehr weiche, sehr sanfte Bonny friert beim TA einfach ein und gibt gar keinen Ton von sich, wenn doch mal was weh tut oder unangenehm ist. Die hält das aus. Nicht, weil sie kein Schmerzempfinden hat, sondern weil sie einfach vor Angst einfriert...

    Ich würd meine drei jetzt allesamt eher als führerweich einordnen. Masha fällt für mich son bisschen in die Grauzone. Sie ist halt sehr stur und hält nicht viel von Zusammenarbeit oder meinen Anweisungen; Verbote und Grenzen muss ich immer wieder erneut aufstellen/abstecken, weil sie immer wieder denkt, dass man doch jetzt bestimmt an meinen Teller darf, wenn der kurz unbeaufsichtigt aufm Tisch steht.

    Ein "Nein" ist für Masha häufig nur ein Wunsch meinerseits. Das setzt sie nur um, wenn es sich irgendwie für sie lohnt, sprich wenn ich was Besseres habe als den leckerschmecker Hundehaufen am Waldrand, den sie grad gierig beäugt - oder sie grad ihre kooperativen fünf Minuten hat. :ugly:

    Wenn ich sie wirklich von etwas abhalten will, muss ich schon deutlicher werden. Da kommts auch schon mal vor, dass ich sie am Halsband oder im Fell packe und zB von dem Gelben Sack an der Straße wegzerre. :ka:

    Selbst ein gebrülltes "NEIN" kommt bei ihr dann einfach nicht an. Ist ein bisschen wie bei Arren von Aoleon

    Bonny dagegen ist für mein Verständnis sehr führerweich. Die bricht in sich zusammen, wenn ich sie laut anfahre, sie macht sich unsichtbar, wenn ich schlechte Laune habe usw.

    Bei ihr reicht auch ein lauteres "Nein", ein schärferes "Fräulein!" usw., um sie an die geltenden Regeln in unserem Haushalt zu erinnern. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich bei ihr jemals körperlich (wie zB bei Masha beschrieben) irgendwie einwirken musste.

    Dino liegt zwischen Bonny und Masha. Er macht gerne etwas mit mir zusammen, lässt sich bei vielen Dingen recht leicht durch Stimme usw korrigieren/abbrechen. Ab und an hat er seine eigenen Ideen, wie mein Kommando zu interpretieren ist oder wie ernst ich das meine, aber ich nehms mit Humor und sag ihm dann, dass ich das schon genau so meinte |)

    Sehr eigen-/selbstständige, "stumpfe" und schwer zu beeindruckende Hunde wie Masha sind weniger mein Ding. Mit Tendenz zu "nie wieder" :hust:

    Die ganzen Bonnys und Dinos dieser Welt sind dann schon eher mein Ding - ich mag es, wenn Hund mitdenkt, sich aber größtenteils auf meine Ideen ein-/verlässt. Hund darf auch gerne eigene Ideen und Vorschläge einbringen, aber bitte nach Rücksprache mit mir.

    Hundeerfahrung heißt für mich ganz grundlegend, dass man sich grundsätzlich auf den Hund einstellen und selbigen auch einschätzen kann; verantwortungs- und verständnisvoll führt.

    Dass man sich eben auch in andere Hunde einfühlen und auf theoretischer Ebene mit den Augen des Hundes sehen kann, ohne dabei groß zu vermenschlichen.

    Um das zu können, muss man nicht schon drölfzig Hunde gehabt haben. Da gehört mMn viel Sachwissen und viel Empathie dazu.

    Hmmmh ...

    Bei uns am Platz gibt es auch Leute, die in bestimmten Situationen einen Stachler einsetzen. Fand ich am Anfang schrecklich, genauso den Leinenruck, den manche nutzen, um die Aufmerksamkeit des Hundes zu sich zu lenken.

    Ich finds auch jetzt nicht gut, ich steh damit auch nicht alleine - aber ich werd nen Teufel tun und den Leuten da einfach so reinreden. Ist deren Hund, den sie da trainieren und versauen, nicht meiner.

    Wenn die mich explizit um meine Gedanken oder Meinung fragen, dann sag ich das auch - aber solange MIR keiner in meine "Weichspül"-Trainingsmethoden mit Dino reinredet, solange werd ich denen auch nicht in ihre reinreden, egal wie blöd ich die finden mag. Wenn ich gefragt werde oder grad eh darüber diskutiert wird, dann reg ich durchaus mal an, wie man das vielleicht besser oder anders machen kann, aber meistens halt ich einfach die Klappe.

    Ist mir zum einen die Zeit nicht wert, zum anderen sind die Leute meist schon so festgefahren in ihrer Schiene, dass ich da gar nichts mehr ändern kann. Schon gar nicht wenn ich ankomme mit "das ist verboten!"... damit verwirkt man sich mMn gleich jede Chance auf ein Umdenken bei den Leuten. Gerade, wenn das noch Sportler der "alten" Schule sind.

    Die haben schon immer mit Leinenruck, Stachler und Co. gearbeitet, hat doch bisher auch (fast) immer funktioniert, also warum auf einmal auf die modernen Weichspülmethoden der jungen Generation setzen? :ironie2:

    Ah, gerade noch einen sehr ausführlichen Beiträge über Dinos Besucherproblem gefunden:

    So, und jetzt reichts auch wieder von meiner Seite =)

    Karpatenköter Elias, du hast das mal so schön beschrieben, wie das bei dir bzw. Dino läuft, wenn du Besuch hast. Magst du das hier nochmal erzählen oder ist es dir zu persönlich? Ich hab das so anschaulich und praxisnah gefunden, deshalb meine Frage.

    Ich hab mal die Suchfunktion angeworfen und zitier mal diverse "Dino als Negativbeispiel"-Beiträge :lol:

    Also so kompliziert klingt deine Maus doch gar nicht. :streichel:

    Eigenwillig ist sie, ja. Und stur. Aber sie weiß auch, was sie will und was nicht, das ist was Gutes!

    Du sagst, Menschen gegenüber ist sie unheimlich lieb. Das ist super gut, denn wenn ich da an meinem Dino (übrigens auch ein Rumäne) denke - der findet fremde Menschen gruselig bis abgrundtief scheiße. Besuch auf dem eigenen Grundstück ist für ihn eher Hackfleisch auf zwei Beinen... :hust:

    ...

    Überleg mal: deine Hündin hat doch bis auf den Dackel alle anderen Hunde kommentarlos passieren können. Das ist mega! Wir schaffen mit Glück einen. Aber auch nur, wenn der auf der anderen Straßenseite läuft, die Monde richtig stehen, Herr Dino gut geschlafen und sich nicht eh schon wegen was anderem aufgeregt hat... |)

    Schlussendlich kommt's ja doch immer darauf an, ob der Mensch bereit ist, sein Leben für den Hund einzuschränken bzw. um den Hund herum zu planen, ob man auch mit schweren Rückschlägen, absolut blöden und vermeidbaren Unfällen usw. leben kann (und möchte).

    Hätte ich mich damals im DF gemeldet und gefragt, ob der Dino zu mir passt ... puh ich weiß ehrlich nicht, ob die Antworten da ähnlich ausgefallen wären wie in einigen anderen Threads. Ich kann mir gut vorstellen, dass dann auch Beiträge "Du hast deinen ersten Hund seit nicht mal einem halben Jahr und willst dann schon n Hund mit mehreren Baustellen, sowohl gesundheitlich als auch verhaltenstechnisch, kaufen? Sorry aber bist du bescheuert?" gekommen wären.

    Ich hatte zu dem Zeitpunkt weder Erfahrung mit Gebrauchshundmixen noch mit "Problem"hunden, ich hatte nur das theoretische Wissen um Management etc. - und trotzdem komm ich gut mit dem Spinner zurecht. Auch damit, dass er absolut nicht besucherkompatibel ist.

    Hab ich mir damals einen arbeitsfreudigen Hund gewünscht, der bei Besuch selig schlafend im Körbchen liegen bleibt? Ja sicher!

    Bekommen hab ich den mit Dino nicht. Aber damit kann ich leben.

    So ein schwieriger Hund ist eine Lebensaufgabe und man muss das wirklich wollen. Ich hab hier auch einen Hund, den Dino, sitzen - der ist wie deiner. Er hat bereits gebissen (Mensch und Hund), geht also nur mit Maulkorb raus. Er ist extrem territorial - ich kann Besuch nur dann empfangen, wenn Dino bei einer Freundin betreut wird, weil er den Besuch sonst angreifen würde.

    Als ich ihn Anfang 2019 bekommen habe, hat er ebenfalls alle Menschen verbellt, die uns begegnet sind - auch wenn die auf der anderen Straßenseite sind. Auch, wenn die dann noch 50 m entfernt sind.

    Das wichtigste bei "solchen" Hunden ist die Führung. Du musst (!) für den Hund der Fels in der Brandung sein. Du musst ihm glaubhaft vermitteln können, dass du die Situation erkannt und im Griff hast.

    Falls ich noch was brauchbares finde, meld ich mich... muss meine Muse suchen |)

    Was mir noch eingefallen ist: für Bergtouren ist es sehr sehr praktisch, wenn der Hund eher klein und kompakt ist.

    Dino hat ein Stockmaß von ±48 cm, wiegt sportlich schlanke 15,4 kg und kann daher auch mal (das passende Geschirr bzw. Absicherung vorausgesetzt!) einen Felsen heruntergehoben, über einen Klettersteig bugsiert und im Notfall auch auf den Schultern bergab getragen werden.

    All das wird mit einem 35-40 kg Schäferhund schon eher schwierig...

    Ich mache Bergtouren, die über normales Wanders hinausgehen, ich fahre gerne Rad und schwimme. Es wäre natürlich schön, wenn mein Hund mich überall begleiten könnte und das alles problemlos mitmacht, auch über Tage und bei schlechtem Wetter.

    Alles bis aufs durchgestrichene macht mein bunter Mischling aus dem TS wunderbar mit.

    Am 23.12. waren wir im Harz - Bergtour. Den Brocken über den Eckerlochstieg hoch (6,8 km mit 400 hm und bis zu 21% Steigung) und dann über einen Umweg wieder runter. Waren insgesamt knapp 18 km innerhalb von ±3,5-4 h.

    Hund war danach müde, aber am nächsten Tag wieder voller Energie.

    Am Freitag waren wir hier vor Ort wandern, 13 km - am Tag drauf sind wir noch mal 5,5 km gelaufen. Hund war ein bisschen müde, weil wir nicht alleine waren, sondern mit einem Hundehalter ausm Forum gelaufen sind. Mein Dino wäre aber problemlos noch mal 10 km gelaufen :ka:

    Radfahren geht bei ihm nicht, weil er schlicht Angst vorm Rad hat, und Wasser findet er ziemlich doof.

    Zusätzlich zum Wandern machen wir 2x wöchentlich IGP und gehen sonntags zum Mantrailing.

    Der Dicke braucht den Sport nicht - aber wir haben beide Spaß dran und darum machen wir das.

    Nun gibt's bei Dino aber diverse Nachteile:

    Er findet fremde Menschen blöd.

    Er findet viele andere Hunde (erstmal) blöd.

    Er findet Besuch blöd.

    Er meldet sehr sehr viel.

    Ansich ja nicht so schlimm, aber sein "Blödfinden" ist nicht nur schnödes Bellen, sondern auch ein Reinbeißen (wäre es, wenn der Maulkorb nicht wäre und ich den Hund permanent sichern würde). Dino darf nur mit Maulkorb vom Grundstück runter, weil er bereits einen Menschen und zwei kleine Hunde gebissen hat. Weil ICH zwei mal nicht aufgepasst habe.

    Und dabei ist Dino "nur" zur Hälfte ein Schäferhund. Der Rest sind Beagle, Labrador und Kangal.

    Mir gegenüber ist er übrigens ein ziemlich netter, sehr anhänglicher und liebevoller Hund. =)


    Von allen genannten Rassen finde ich, dass der WSS noch am ehesten passt.

    Ich kenne zwei ganz tolle Hündinnen, davon eine auch persönlich - ich ruf dir mal Mudkip und Cassiopeia88, die können dir auch mehr zu der Rasse erzählen.

    Ich bin genauso in Schäferhunde vernarrt wie du. Hier sitzen drei Schäferhundmixe aus dem Tierschutz mit verschiedenen Geschichten - von "bissig, schwierig und arbeitswillig" (Dino) über "nett, ignorant und extrem selbständig" (Masha) bis zu "ängstlich, aber irre lieb" (Bonny) ist alles dabei.

    Ich würde dir daher, wenn es unbedingt ein stehohriger größerer Hund sein soll, möglichst in Schäferhundoptik, zu einem passenden Hund aus dem regionalen Tierschutz raten.

    Regional deshalb, weil es für deine Ansprüche (soll Menschen gegenüber nett sein, soll zu Hunden nett sein ...) extrem wichtig ist, dass du den Hund mehrfach persönlich ausgiebig kennenlernen kannst.

    Idealerweise holst du dir einen Hundetrainer dazu, der dir bei der Einschätzung und allgemein bei der Suche nach dem passenden Hund hilft.

    Einen reinrassigen Schäferhund (Deutscher, Belgier, Holländer) vom Züchter seh ich, bis auf den erwähnten WSS, eher nicht bei dir.

    Schäferhunde sind in der Regel wachsam, bellen also viel.

    Finden fremde Menschen häufig eher überflüssig, finden fremde, gleichgeschlechtliche Hunde (oder gleich alle) oft zum Kotzen. Heißt, dass Besuch von Freunden in der Wohnung auch erst "gelernt" werden muss - mit Dino zB kann ich keinen Besuch haben, weil er den Besuch in 98% aller Fälle mit den Zähnen vertreiben will.

    Sie wollen einen sinnvollen "Job" haben (nein, wandern ist kein "Job") - das bedeutet dann im Normalfall auch, dass man minimum 1x die Woche auf dem Hundeplatz steht und dann noch 2-3x die Woche zuhause mit dem Hund "arbeitet".

    Hundeplatz heißt, du stehst da nach der Arbeit von 17 bis oft 20 Uhr, häufig auch bei Mistwetter und Minusgraden, weil nicht nur du mit deinem Hund trainierst, sondern auch andere mit ihrem.

    Und im Verein wird häufig schon erwartet, dass man nicht nur für die 10-20 Minuten Training da ist, sondern auch den anderen hilft - weil man kurz mal den Statisten macht, um den das andere Team läuft, weil man als Ablenkung mit dem Team mitläuft usw. ...


    Wenn du trotzdem bei allem sagst "damit komm ich klar, ich steh auch gerne bei -10°C in der Kälte bei Schneeregen stundenlang auf dem Hundeplatz", dann geh auf geeignete Züchter (Show- bzw. Hochzucht, KEINE Leistungs-/Sport-/Diensthundezucht) zu und lern die Rasse kennen.

    Frag bei einer Schäferhund-Ortsgruppe in deiner Umgebung, ob du mal beim Training zuschauen, Hunde kennen lernen und Fragen stellen darfst.

    Für meine Ortsgruppe kann ich sagen, dass Interessierte sehr herzlich, aber auch sehr ehrlich empfangen und beraten werden.

    Schäferhundler können mitunter ein bisschen seltsam und schräg sein - aber das sind (fast) alle ganz liebe Leute, die einfach für ihre Hunde und den Sport brennen.