Die Züchter, die ich bisher kennen gelernt habe, waren genauso an "meinen" Bedingungen interessiert wie die TS-Vereine, mit denen ich im Gespräch war. Da konnte ich keine wirklichen Unterschiede feststellen. Und fast jeder Züchter hätte mir gerne einen Welpen gegeben - bis auf eine Züchterin. Da lags schlicht daran, dass sie gar nicht mehr gezüchtet, mich aber trotzdem gerne über die Rasse beraten hat. 
Ich trainiere ja auch mit zwei Züchtern zusammen - einmal Leistungszucht, einmal Showzucht. Beiden ist wichtig, dass die zukünftigen Halter wissen, was sie sich holen, dass der Hund sportlich geführt wird und auch Familienanschluss hat. Da ist nix mit "deine Socken gefallen mir nicht, du kriegst keinen Hund" - aber wenn die halt aus ihrem Netzwerk wissen, dass ein Interessent ungeeignet ist, dann gibt's da eben auch ne klare Absage.
Ich hab kein Problem damit, wie die meisten Vermittlungen im TS gehandhabt werden bzw. ablaufen.
In allen Fällen habe ich bei meiner Anfrage auch von mir und meinen bereits vorhandenen Hunden erzählt, von meiner Erfahrung mit schwierigem Verhalten, dass wir eben auch Hundesport machen usw. - gleichzeitig hab ich aber auch ehrlich gesagt, dass ich tagsüber arbeite, die Hunde trotz eingezäuntem Garten tagsüber im Haus sind usw.
Als ich damals noch im Mehrfamilienhaus gewohnt habe, hab ich mich für Bonny interessiert. In ihrer Anzeige stand drin, dass ein ruhiges, eher ländliches Zuhause mit Garten für sie gesucht wird. Im Gespräch mit der Vermittlerin wurde mir dann augenzwinkernd erzählt, dass sie mit dieser Formulierung verhindern wollen, dass sich da - salopp gesagt - jemand meldet, der im 20. Stock mitten in der Stadt wohnt. Weil sie genau diese absolut unpassenden Anfragen auch schon hatten und schlicht aussieben möchten. Fand und finde ich völlig legitim.
Mal als Beispiel: ich interessiere mich für einen Hund. Es gibt 7 Anforderungen, u. A. wird z. B. ein ebenerdiges Zuhause gesucht, gewünscht wird eine Lage im Nirgendwo. Nun hab ich vom Garten ins Haus aber vier Stufen und das Nirgendwo bei mir ist auch eher Irgendwo - trotzdem wohne ich ziemlich ruhig, Hundebegegnungen lassen sich übers Jahr verteilt an einer Hand abzählen usw. Verkehr ist vorhanden, aber eher mäßig...
Nur weil ich also zwei von sieben Bedingungen nicht zu 100% bzw. nur leicht abweichend erfülle, heißt es ja nicht, dass ich eine Anfrage gleich sein lassen kann - wer nicht fragt, dem kann nicht geholfen werden.
Und wie der langjährige Leser weiß, wohnt Bonny nun bei mir - auch wenn wir damals noch im 3. Stock eines aufzuglosen MFHs gewohnt haben.
Ich hab ja nun auch schon zwei VKs für "meinen" Verein gemacht - bei der zweiten VK hatte ich durch Zufall meinen Dino mit, der ja bekanntermaßen Probleme mit Menschen hat. Die Interessentin war sofort hin und weg von Dino, war aber durch ihre vorherigen TS-Hunde erfahren genug, um zu wissen, dass sie sich ihm nicht aufdrängt. Da hab ich gar nicht viel sagen müssen.
Erzählen können die Leute ja immer viel, aber ich hab bei ihrem Umgang mit Dino gesehen, dass sie ehrlich ist, Hundeverstand hat usw. - denn es kommt höchst selten vor, dass Dino völlig offen und neugierig auf Wildfremde zugeht. Und sich sogar anfassen lässt.
Da war für mich dann klar, dass die Interessentin grünes Licht für "ihren" Angsthund unseres Vereins kriegt. Weil sie erfahren ist und sich wunderbar auch auf schwierige Hunde einstellen kann, wie sie mit Dino ja bewiesen hat. 
Bei der anderen VK war es der erste Auslandshund für die Familie. Zuvor hatten sie immer Hunde aus dem regionalen TS. Da hab ich dann eben auch erzählt, was auf sie zukommen kann, welche Schwierigkeiten auftauchen können, dass der Hund am Anfang viel Zeit zum Ankommen braucht usw. usf. - war ein netter Austausch, die Leute waren begeistert davon, dass ich ehrlich und offen gesagt habe, was auf sie zukommen kann. Auch wenn die Vermittlerin ihnen im Gespräch schon das gleiche erzählt hat. 
Ist für mich persönlich das Zeichen, dass es den Leuten wirklich ernst ist, zumal dann auch noch Rückfragen an mich kamen, weil ich u. A. auch von meinem schwierigen Weg mit Dino erzählt habe.
Ich finde aber auch, dass es TSV gibt, die die Bedingungen deutlich zu hoch ansetzen. Man muss viel Geld haben, am besten den ganzen Tag und die ganze Woche über zuhause sein - im Idealfall arbeitet man überhaupt nicht mehr und allgemein soll sich das Leben nur um den geretteten Hund drehen. Äh. Nein danke, das find ich übertrieben. Weil "viel Geld" und "arbeitet nicht" schließt sich in der Realität häufig aus.
Bei Hunden, die nicht alleine bleiben können, ist das "immer zuhause" ggf. noch berechtigt - aber wenn ich da an den 0815-TS-Hund denke ... die meisten (nicht alle) sind ganz froh, wenn sie mal "menschenfrei" haben. 
Ich finde, da dürfen und müssen einige TSV auch mal zurück auf den Boden der Tatsachen. Klar ist's ne Herzensangelegenheit, klar hängt man an "seinen" Vermittlungshunden - aber den Hunden ist ja auch nicht geholfen, wenn man jedes geeignete Zuhause ausschließt, weil die potenziellen Halter eben außerhäusig arbeiten, kein Eigentum haben, sondern nur zur Miete wohnen usw.
Irgendwo muss man als vermittelnder TSV auch Abstriche machen. Natürlich will man das perfekte Zuhause finden - aber ein Haus mit großem Garten und immer anwesenden Haltern bringt mir auch nix, wenn der Hund vom Wesen her gar nicht zu den Wünschen der Halter passt.
Da mach ich persönlich dann lieber vertretbare Abstriche bei der Wohnlage und geb den Hund an die Leute, die eben auch charakterlich zum Hund passen.
Es muss sich halt alles die Waage halten...