Gut, mir fehlt noch der Vergleich zum Welpen, aber weder bei Teki noch bei Dino hab ich mich nach irgendwelchen Regeln oder Zahlenwerten gerichtet, sondern auf das Verhalten geschaut und auf mein Gefühl gehört.
Wir gehen pro Tag 3-4x raus. Mindestens 2 Pipirunden a 15-25 Minuten, eine "große" Runde, die min. 45 min dauert. Manchmal waren wir aber auch 2 h lang unterwegs. Oder ich war mit Teki (aber ohne Dino) bei Freunden, im Fressnapf oder sonstwo unterwegs. Danach war Teki platt und hat sich meist schon im Auto schlafen gelegt. Er "musste" dann nicht mehr mit auf die große Runde des Tages, sondern durfte zuhause bleiben, wenn er wollte.
Manchmal gabs aber auch keine große Runde, sondern auch nur eine dritte Pipirunde. Meistens, weil das Wetter bescheiden war und die Herren sich nicht groß dem Regen aussetzen wollten 
Mit Dino ist es jetzt so ähnlich. Die Pipirunden finden morgens in der Nähe der Wohnung statt, er darf bummeln und schnüffeln, wie er will. Auf der großen Runde am Nachmittag darf er frei laufen, auch mal einem Ball hinterher fetzen, ein Stöckchen mit sich herum tragen, schnüffeln, flitzen ... eben alles, was das Hundeherz begehrt.
Mit unserem Alltag scheint er zufrieden zu sein, denn auch wenns mal weniger ist - er beschwert sich nicht.
Wenn wir lange unterwegs waren, weil wir zum Beispiel um unser Dorf gewandert sind, dann legt er sich zuhause direkt hin und pennt 2-3 h lang durch. Ein Freund und ich sind mit den zwei Jungs mal 14 km (!) auf einem Spaziergang gelaufen, danach waren die beiden platt und haben sich erst Stunden später zur abendlichen Pipirunde gemeldet. Und selbst da wollten sie nach 10 min wieder heim und weiterschlafen
- obwohl wir aus Menschensicht nichts anstrengendes gemacht haben, sondern einfach durch die Wälder um Storkow herum gebummelt sind. Die Hunde durften schnüffeln und traben, wie sie wollten.
Überlastung merke ich bei Dino nur, wenn wir wirklich lange in stressigen bzw. für ihn neuen Situationen unterwegs waren. Die Bahnfahrten (je Richtung etwa 1,5 h inkl. Umsteigezeit) zu seiner Dermatologin zum Beispiel... spätestens auf dem Rückweg legt er sich im Bus (!) hin und pennt (!!!). Spätestens da weiß ich, dass er k.o. ist und eine Pause braucht. Also gehts dann auch ohne Umwege nach Hause und er darf sich ausschlafen. Danach machen wir dann auch nur das Nötigste - Pipirunde und dann hat Hund Sendepause bzw. muss nichts mehr machen.
Allerdings auch deshalb, weil ich nach diesen Bahntrips auch immer ziemlich k.o. bin und keine Lust mehr auf Action habe.
Ich seh das wie Montagsmodell. Hunde sind verschiedene und bei der Frage nach (Über-)Belastung muss man auch den eigenen Hund berücksichtigen, da gibts leider kein Patentrezept, sondern nur eine Faustregel: wenn der Hund hohldreht oder sich atypisch benimmt (*), wars schon zuviel.
Einen gut aufgezogenen Hund ohne große Baustellen wird man eher "belasten" können - also auch mit neuen Reizen - als einen Hund, der eher unsicher und ängstlich ist. Da muss man das dosierter angehen (offensichtlich).
* - kurz dazu: Dino ist in öffentlichen Verkehrsmitteln meistens hellwach und leicht nervös. Er guckt und beobachtet. Hält zwar die Klappe, aber ist halt einfach vom Verhalten her nicht unbedingt ruhig. Wenn er auf dem Heimweg im vollen Bus oder Zug einfach einschläft, dann ist er völlig knülle und k.o. Das Einschlafen in so einer Situation werte ich bei Dino also als atypisch.
Kurzum: es kommt auf den Hund an. Ein unsicherer Hund, der mit dem Alltag schon "genug zu tun" hat, ist nicht so belastbar wie ein Hund, der sich im Alltag eher langweilt und vielleicht von kleinauf andere Belastungssituationen (z. B. regelmäßiges Rettungshundtraining oder lange Ausflüge) gewohnt ist.
Ich halte Dinos Alltag hier bewusst recht entspannt, weil Begegnungen und deren Training mit anderen Hunden schon "genug" für ihn sind. Wenn er sich auf einem Spaziergang 2-3x zusammenreißen musste, dann ist bei ihm mental einfach Schluss und wir machen den Tag über nichts besonderes mehr.