Er hat sich freudig unterworfen, das macht er im Spiel gerne, auch bei mir und bei jedem, mit dem er einen guten Kontakt hat. Er ist ja ängstlich und deshalb sehr auf Zuwendung und Schutz bedacht. Und zuletzt hat er es deshalb eben getan, um dem Nachbarn zu zeigen, dass er noch länger bleiben möchte.
"Freudig unterwerfen" gibt es schon mal nicht. Wenn ein Hund sich unterwirft, dann eher, um zu beschwichtigen oder um einem Konflikt vorzubeugen. Deeskalierendes Verhalten eben - mit Freude hat das nicht viel zu tun, meiner Meinung nach.
Gerade wenn der Hund eh ängstlich ist, liegt der Gedanke, dass er das eher aus Unsicherheit/Furcht heraus macht, nahe. Ich glaube, dass du die Signale deines Hundes zum einen sehr vermenschlichst und zum anderen auch falsch liest - siehe der fettmarkierte Teil im Zitat.
Ich würde den Kontakt mit dem Nachbarn erstmal auf ein Minimum reduzieren, ganz ehrlich - wenn mein (!) Hund lieber beim Nachbarn rumhängt als bei mir, dann läuft da definitiv was falsch. Und zwar nicht mit dem Hund, sondern eher beim Hundehalter. Daher würde ich persönlich in so einer Situation auch mal überprüfen, ob ich mich dem Hund gegenüber unfair oder missverständlich verhalte. Bei ängstlichen und/oder unsicheren Hunden kommt es mWn oft vor, dass beide Seiten (also Hund und Halter) die Signale des jeweils anderen falsch deuten. Wie in deinem Fall eben das "freudige unterwerfen" ... oder in anderen Fällen das sog. "Freudenpipi" - in den meisten Fällen ist das kein Ausdruck von Freude, sondern von Angst oder Stress (bezogen auf das "Freuden"pipi).
Vielleicht solltest du dich mal mehr mit der Körpersprache der Hunde beschäftigen, um deinen Hund und seine Signale besser lesen zu können.
Es ist kein Ding, wenn ein Hund gerne beim Sitter ist. Im Gegenteil, das ist super! - Aber wenn der Hund anfängt, den Sitter irgendwann als Bezugsperson statt als "Da bin ich halt ab und an mal" zu betrachten ... weiß nicht. Bedenklich fände ich das schon.