Hinsichtlich des Abgabegedankens frage ich mich, wann der Punkt gekommen ist, an dem man sich fundiert und vernünftig für oder gegen eine Abgabe entscheiden kann.
Aus eigener Erfahrung: wenn man sich felsenfest für eine Abgabe entschieden hat, ist es in vielen Fällen schon 5 nach 12.
Ich hab so eine Situation mit meiner Schäferhündin Lina durchgemacht. In den zwei Monaten, die sie hier war, hab ich mich schon einmal für die Abgabe entschieden - die Entscheidung nach Gesprächen mit Usern, die ähnlich "schwierige" Hunde hatten, dann aber doch noch dagegen entschieden.
Rückblickend hätte ich an der Entscheidung festhalten sollen, so hätte ich Lina, Dino und mir viel Leid und blank liegende Nerven erspart.
Um unsere Situation kurz anzureißen: Lina konnte nicht alleine bleiben, kannte recht wenig (war GsD doch recht umweltsicher und vor allem neugierig!). Runterkommen? Ein Fremdwort. Gegen Ende ihrer Zeit bei mir lagen hier die Nerven bei allen blank. Lina hat Dino permanent gemobbt und sich dabei ins Nirvana geschossen, Dino konnte aus dem Kreis selbst nicht ausbrechen und ich war mit der Situation völlig überfordert und hab dann am Donnerstag nach der Arbeit bestimmt vier oder fünf Stunden damit verbracht, zig Tierheime in der Region (teilweise auch außerhalb Brandenburg...) abzutelefonieren, ob sie einen Platz für Lina frei haben. Ich war irgendwann so verzweifelt, dass ich schon vollkommen hysterisch das Veterinäramt angerufen habe, ob die vielleicht ne Idee haben... ![]()
Was ich sagen möchte: wenn du für dich festgestellt oder das Gefühl hast, dass deine Hündin nicht in dein Leben passt, dass dein Leben nicht zur Hündin passt, dann würde ich persönlich schauen, dass ich zeitnah einen guten, neuen Platz oder ein Übergangszuhause (Pflegestelle, Tierheim ...) finde.
Wenn du so schnell nicht "aufgeben" möchtest, setz dir einen zeitlichen Rahmen, das wurde ja schon vorgeschlagen. Bis zum drölften Drölftember bleibt sie noch, wenn sich Problem x oder y bis dahin nicht gebessert haben, ist eine Abgabe die bessere Option für alle (nur mal als Beispiel).
Man muss sich nicht dafür schämen, wenn man feststellt, dass der Hund doch nicht so gut ins eigene Leben passt, wie man anfangs dachte. Oder wenn man sich übernommen hat. Wir sind Menschen, und Menschen machen leider Fehler - sowas gehört zum Leben dazu. Aus Fehlern lernt man bekanntlich ...
Gerade wenn Besitzer und Hund darunter leiden, ist's oft besser, ehrlich zu sich selbst zu sein und sich nichts vorzumachen.
Ich wünsche dir, dass du die beste Entscheidung für euch alle treffen kannst. Geh in dich, lass dir ein paar Tage Zeit, nimm dir vielleicht auch DF-Urlaub - das wirkt manchmal Wunder.