Beiträge von Karpatenköter

    Ich verstehe aber, dass es für die meisten unverständlich ist wieso ich überhaupt so an ihr festhalte.

    Ich versteh dich - wie manche meiner Vorposter. Du bist nicht alleine mit dem Festhalten an einem nicht einfachen Hund =)

    Meine Mutter hat mir etwas ganz ähnliches gesagt, als sie meinen Rüden kennengelernt hat. Ich war erst ein bisschen angefressen, weil ich mich nicht in ihre Lage versetzen konnte.

    Man muss dazu sagen, sie hat(te) extreme Angst vor Hunden, kann über 40 Jahre nach ihrem Unfall mit zwei Schäferhunden die Anwesenheit von Hunden nun aushalten, ohne dabei in Panik zu geraten - aber mein Dicker spürt ihre verbleibende Angst trotz allem, das verunsichert ihn extrem und er flippt aus. Da hat sie mich, nachdem ich ihn ins Auto ausquartiert habe, auch gefragt, warum ich mir "so einen" Hund antue. Einen Hund, den ich bei Besuch ausquartieren muss; der sich selbst wegschießt, wenn er auf Menschen trifft, die Angst vor Hunden haben; der jedes Geräusch im Hausflur meldet und "kläfft"; der generell einfach nicht in die Ottonormal-Definition von "netter Hund" passt.

    Sie hat mich gefragt, ob ich mit meiner Bonny (unauffälliger, ruhiger Schäferhund-Dackel-Senfhundmix - im Mai isse +-13 Jahre alt) nicht ausgelastet genug bin - weil die ist ja nett und mit einem Hund 3x täglich rausgehen reicht mir doch bestimmt, oder? ... Ehh, nö :hust:

    Meine Mutti versteht bis heute nicht, warum ich Dino so gerne habe und warum ich meinen Alltag nach ihm ausrichte. Auch wenn ichs ihr erkläre und ihr Fotos vom "netten" Dino zeige - von dem Dino, der wie ein kleines Kind in meinen Arm gekuschelt bei mir im Bett pennt. Sie versteht es nicht, aber sie freut sich für uns, dass wir Trainingserfolge erzielen und zufrieden miteinander sind. Mir persönlich reicht das völlig aus.

    Es ist eher Frust und Enttäuschung. Vermutlich liegt es daran, dass ich wirklich viel gelernt habe und nicht mehr komplett ahnungslos und hilflos bin wie beim ersten Mal.

    Oh, ich kenn das Gefühl. Es wird immer ein Auf und Ab geben, die guten Phasen zwischen den Tiefs werden mit der Zeit halt immer länger - und das darauffolgende Tief haut einen dafür umso mehr aus den Latschen.

    Ihr seid verdammt weit gekommen. Überleg mal: binnen eines Jahres hast du es geschafft, dass ihr nahezu problemlos an anderen Menschen vorbeigehen könnt. Ich hab meinen Rüden seit fast 2 Jahren und manchmal löst er bei vorbeifahrenden Radfahrern immer noch aus :tropf: Da bin ich dann auch immer mal wieder gefrustet, ärger mich über mich selbst, dass ich vielleicht nicht rechtzeitig genug reagiert habe, ihm nicht genug Anleitung gegeben oder vielleicht selbst gerade nicht aufgepasst habe - das ist menschlich. Nach guten Phasen kommt zwangsläufig irgendwann ein Tief. Wie tief dieses Tief einen reißt, weiß man vorher nie. Was mir in diesen Tiefs geholfen hat, ist, dass ich mich auf das konzentriert habe, was gut lief. Wenn Dino einen schlechten Tag hatte, mal wieder jeden Hund angepöbelt hat und auf Radfahrer losspringen wollte - dann hab ich mich einfach daran erinnert, dass er heute das "Nimm" schön umgesetzt und seinen Stock ein Stück mitgetragen hat. Dass er das "Aus" gut befolgt hat. Dass er beim Schnalzen sofort zurückkam und sich aufmerksam vor mich hingesetzt hat. Solche Kleinigkeiten eben. Wenn man sich das vor Augen hält, dann sind die blöden Phasen besser zu ertragen, und der Frust schmilzt ein kleines Stück.

    Du darfst gefrustet sein, du darfst enttäuscht sein. Du darfst dich über dich ärgern, du darfst dich über Nova ärgern. Du darfst ihr auch misstrauen. Das finde ich, wie Terri-Lis gerade schon sagte, sogar gesund und somit angemessen in der Situation.

    Du darfst dich aber auch über die Dinge freuen, die gut gelaufen sind. Und wenns nur absolute Banalitäten wie "Hund hat heute nicht auf den Weg, sondern schön in die Vegetation gehäufelt" sind.

    Aber Misstrauen ist natürlich da und im Moment weiß ich nicht wie sich das wieder bessern soll.

    Gib dir und ihr Zeit. Nova trägt ja jetzt wieder den Maulkorb. Ich weiß, dass du mit ihr aufpassen musst, immer aufmerksam sein musst - aber denk auch an dich. Gönn dir mal ganz bewusst eine Auszeit von ihr. Gerade wenn sich der Alltag so konzentriert um den Hund dreht und man in Anwesenheit des Hundes nicht entspannen kann, vergisst man sowas gerne mal, glaube ich ... und dann schwindet der dicke Pelz, den man sich in der Zeit mit dem Hund angeeignet hat, und der Frust schlägt wieder fieser in die Kerbe.

    Ich glaube, wenn man mit "so einem" Hund zusammenlebt, ist es umso wichtiger, dass man sich auch um die eigene Psyche kümmert, sich bewusst Hunde-Auszeiten schafft. Man muss ja quasi dauerhaft mental stark sein, wenn der Hund anwesend ist, damit man dem Hund die nötige Führung bieten kann.

    Fühl dich an der Stelle einfach mal gedrückt :streichel:

    Vielleicht kann @Helfstyna ja was dazu sagen. Neben dem Fahrrad herlaufen ist ja jetzt kein Hochleistungssport und ein gut trainierter, fitter Hund sollte sowas lockerflockig wegstecken.

    Ich finde täglich zwei Stunden flott traben doch schon recht sportlich - einfach dadurch, dass das ja keine Schnüffelrunde für den Hund ist. Aber ich geb zu, dass ich das schlecht einschätzen kann - meine Hunde laufen immer nur sporadisch am Rad, und immer in ihrem Tempo ^^

    Ich kann das auch eher schlecht einschätzen. Ich fahr fast gar kein Fahrrad und mit Dino bin ich auch immer noch am Aufbau dran, daher ... xD

    Wuah, das wäre ja mein Albtraum! :fear: Echt keine schöne Situation - aber umso besser, dass du das Dino-Tier dabeihattest! :D Und für genau sowas möchte ich eigentlich echt gerne wieder einen abschreckenden Hund...

    Ja, ich war danach auch echt etwas fertig mit den Nerven :lepra: Sowas braucht man einfach überhaupt nicht. In der Situation selbst ist mir gar nicht so bewusst gewesen, was da hätte passieren können, ich war nämlich eher darauf konzentriert, das Dinotier von dem Mann fernzuhalten. Der Typ war ja doch recht nah bei uns und wir haben uns im Kreis gedreht, während sich das zugetragen hat ... da hätte Dino früher oder später die Chance zum Beißen gehabt und das wollt ich verhindern... man muss es ja nicht drauf anlegen.

    So sehr ich Dinos Beschützen schätze, manchmal nervt es auch ein bisschen, wenn man zum x-ten Mal abends an Nachbar Ottos Garten vorbeigeht und Nachbar Otto halt noch in der Einfahrt am Wuseln ist. Da lässt Dino dann gern mal den Bodyguard raushängen und plustert sich auf - oh, und Mülltüten, die völlig unerwartet auf dem Gehweg liegen, werden dann natürlich auch erstmal kritisch beäugt. Könnten ja angreifen... :hust:

    Dino verteidigt ja z. B. auch mein Auto und bellt die Leute an, wenn sie zu nahe ans Auto kommen... ansich nicht schlecht, aber wenn der Hund zum x-ten Mal anschlägt, weil jemand 2 cm zu nah am Auto vorbeigeht, verdreh ich schon mal die Augen.

    Und der DSH - Hand auf's Herz, wie lange können die das? Ich hab das Gefühl, die altern mittlerweile recht schnell, aber vielleicht können dazu die Schäfi-Halter noch was sagen. :)

    Mhm, wenn man nicht gerade die Kolosse aus der Hochzucht nimmt, sondern auf eine sportliche Linie achtet, dann sollte das eigentlich lange Zeit gut gehen :???:

    Vielleicht kann @Helfstyna ja was dazu sagen. Neben dem Fahrrad herlaufen ist ja jetzt kein Hochleistungssport und ein gut trainierter, fitter Hund sollte sowas lockerflockig wegstecken.

    Jetzt muss ich gestehen, dass ich ein echter Schisser bin, wenn es um Dunkelheit und Unbekanntes geht, und ich hab echt ein bisschen Bammel

    Tröste dich - ich auch. Alleine ohne Hund nachts vor die Tür, geschweige denn am Wald oder gar in den Wald reingehen? No fcking way. Autofahren ist kein Thema, aber bissl Bammel hab ich dabei halt schon ... gerade auf der Landstraße, wo einem ja jederzeit Rehe und Co. vors Auto latschen können.

    Als ich meinen ersten Hund hatte und es allmählich immer früher dunkel wurde, war mir zugegebenermaßen auch etwas bange, wenn ich dann die letzte Runde im Dunkeln gelaufen bin. Mein damaliges Wohnviertel war ein halbes Ghetto und viele der Anwohner haben die Klischees erfüllt. Und ich bin halt - obwohl Kerl - mit 1,55 m und schnöden 53 kg auch nicht besonders wehrhaft. Auf meinen Hund, einen Dackel-Senfhund-Mix, hätte ich mich nicht verlassen können, der hätte eher noch die Flucht ergriffen.

    Als Dino dann dazu kam, sah das anders aus - der hat ja auch tagsüber schon Fremde verbellt und auf Distanz gehalten. War zwar eher unerwünscht, aber das haben wir jetzt im Griff. Dafür darf er halt nachts komische Personen anzeigen und verbellen. Hat mir auch schon einmal deutlich mehr Sicherheit gegeben und mich vermutlich auch vor Schlimmerem bewahrt, ich zitier mal aus dem "Gruslige Begegnungen mit Hund"-Thread...

    Wir laufen gemütlich an der mäßig beleuchteten Hauptstraße in unserem Viertel entlang. Gegenüber von meinem Standort ist die sporadisch geöffnete Dorfkneipe. Heute ist/war anscheinend mal wieder Betrieb. Aus dem Nichts kommt ein Typ in rot-schwarzen Arbeiterklamotten geradewegs auf uns zu, wirklich so, als ob er uns gezielt ansprechen wollte. Ich denk mir erst nix, weil auf "meiner" Seite der Straße ein Plattenbau steht... der Typ geht uns aber weiter zielgerichtet hinterher. Mir war das (warum auch immer - Bauchgefühl, I guess?) nicht geheuer, Dino hat das gemerkt und in den Verteidigungsmodus geschaltet. Typ labert was von "Lass'n, is oke, lass'n ruhig beißen" (WTF?), in nem völlig entspannten Tonfall. Geht uns dabei immer noch hinterher. Ich mach irgendwann aus Reflex nen Schritt auf den Kerl zu, lass ein pseudodefensives "Kann ich Ihnen helfen?" raus und krieg wieder nur ein "Lass'n beißen, der passt auf" zu hören. Und verschwindet dann ohne weitere Kommentare (nachdem er dann doch abrupt über die Wiese lief) in einem Hauseingang des Plattenbaus.

    Ich hab erst gedacht, er wollte fragen, ob er die Hunde streicheln kann. Nachdem er mich aber nicht gefragt hatte, sondern uns zielgerichtet hinterher ging, dachte ich (aufgrund Umgebung, Tageszeit und keinen anderen anwesenden Personen) an die übliche "Geldbeutel her"-Nummer. Oder sonstiges in die Richtung. Ich hab keine Ahnung, aber in der Situation hab ich mich seit langem wieder bedroht gefühlt ... :lepra:

    Ich hab mich schon mit Freunden unterhalten und immer noch keine Ahnung, was der Typ wollte. Aber bang war mir da schon. Insbesondere, weil Dino nicht das übliche "Ih, fremde Person"-Gebell vom Stapel gelassen hat.

    Das ganze hat sich übrigens auf einer Distanz von 15, max. 30 m ereignet. Und ich denk mir, wenn der Typ einfach nur in seinen Hauseingang gehen wollte, wär er doch spätestens bei Dinos Gebell auf Abstand gegangen ... oder nicht?

    ... erstmal n Tee. Mein armes Herz :lepra:

    Ich glaube, ohne Dino wär ich da wirklich in Panik geraten und hätte mich auch nicht getraut, den Typen aktiv anzusprechen. Also ja, der Pseudoschäfi gibt mir schon deutlich mehr Sicherheit.

    Die Leute weichen uns auch aus, wenn wir im Wald beim Gassi tagsüber doch mal wem begegnen. Die Schäferhundoptik schreckt halt doch ab, obwohl Dino "nur" 50 cm groß ist.

    Ich weiß allerdings auch, dass er definitiv angreifen und mich verteidigen würde, sollte es mal soweit kommen. Durch den Umzug ist die Gefahr dafür ja inzwischen deutlich niedriger.

    Von Bonny fang ich mal gar nicht an, die ist genauso ein Schisser wie mein erster Hund :hust:

    Wie geht es euch mit sowas? Gibt euer Hund euch Sicherheit? Vielleicht im Job (Sicherheitsdienst, oder so), oder auch privat - auf Wanderungen z.B.?

    Beim Gassi in dunklen Gegenden bzw zu dunklen Zeiten - ja, definitiv, wie oben geschildert.

    Aber auch im Alltag.

    Ohne Dino z. B. wär ich niemals freiwillig einem Verein beigetreten, würde mich niemals freiwillig jeden Sonntag mit Quasi-Fremden (jetzt nach über einem Jahr Vereinszugehörigkeit sind die Staffelkollegen ja nicht mehr fremd :D) zum Training treffen und - gott bewahre! - auch noch mit denen reden.

    Ich bin eigentlich ein ziemlich "sozialfauler" Mensch. Wenns geht, vermeide ich soziale Kontakte, aber durch Dino bin ich ein gutes Stück kontaktfreudiger und auch selbstsicherer im Umgang mit sozialen Situationen geworden. Und das, obwohl Dino ja eigentlich alles andere als ein Assistenzhund ist |)

    Auf Wanderungen gibt er mir auch Sicherheit. Als wir uns z. B. mal verlaufen haben und ich an der Bundesstraße entlanglaufen musste, bis wir wieder auf den Wanderweg konnten, hatte ich zwar Angst ... aber eben nicht vor dem "Oh gott, du wirst in ein Auto gezerrt und entführt"-Gedöns, sondern eher davor, dass wir dann im Dunkeln durch unbekanntes Gebiet zurück zum Auto latschen müssen :ugly:

    Ich vertrau Dino, was meine Sicherheit beim Spazierengehen angeht. Ich weiß, dass er komische Leute auf Abstand hält und im Ernstfall auch zur Verteidigung übergehen würde. Und dadurch hab ich dann auch keine Angst mehr, alleine im Dunkeln im Wald oder in komischen Gegenden spazieren zu gehen.

    Aber mehr als der Mali fällt mir auf Anhieb nicht ein...

    Huch, warum denn gleich ein Mali? Deutsche Schäferhunde oder andere, schäferhundartige und spitzohrige Rasse(mixe) tuns doch eigentlich auch :???: Im nächsten Dorf gibt's einen DSH, der sein Frauchen am Fahrrad immer zur Arbeit (arbeitet irgendwo bei uns im Ort) begleitet. Ich hab die immer gesehen, als ich bei der alten Arbeitsstelle immer so um 5-6 Uhr morgens losgefahren bin.

    Klingt für mich spontan danach, als ob Bruno schlechter sehen würde - warst du schon beim Tierarzt und hast das mal checken lassen? Das würde zumindest erklären, warum er auf einmal auf solche Reize mit Knurren etc. reagiert.

    Vielleicht hat er auch einfach Schmerzen. Lass das erstmal abklären. Bei plötzlichen Verhaltensänderungen würd ich generell immer erst den Tierarzt zu Rate ziehen.

    Fürs Erste würde ich aber ausweichen - wechsel ruhig die Straßenseite, aber sei dabei nicht ängstlich. Mach Bruno klar, dass Ausweichen etwas Tolles ist - idealerweise, bevor er z. B. den gruseligen Menschen überhaupt anknurrt =)

    Es braucht ein bisschen, bis man das richtige Timing verinnerlicht hat, aber das Ausweichen in Kombination mit einem gut gelaunten "Komm Dino, wir gehen rüber!" oder "Komm Dicker, wir weichen aus" hat mir bei meinem Rüden in einer ähnlichen Situation auch geholfen. Als ich ihn übernommen habe, hatte er massive Probleme mit fremden Menschen auf der Straße, die mussten nur in 50 m Entfernung auftauchen und er war schon ganz staksig vor Anspannung ... bei 20 m Distanz ist er dann explodiert. Schlimmer wars, wenn die Leute ihn dann auch noch angeguckt haben.

    Durch das Ausweichen zeigst du deinem Hund, dass du sein Problem erkennst und eine Lösung dafür parat hast. Dadurch lernt er wiederum, dass du solche Situationen für ihn löst und er sich nicht darum kümmern muss.

    Weiß nicht ob es irgendwelche Bestimmungen gibt was Zwingerbau angeht?

    Meines Wissens nach nur vom Tierschutz her, der Zwinger muss eine bestimmte Mindestgröße haben, wettergeschützt aufgestellt sein usw.

    Wäre mir neu, dass es für das Aufstellen eines Zwingers im Garten bei Mietobjekten bestimmte Vorschriften gibt, max. bedarf es der Zustimmung des Vermieters. Wenns aber kein Schickimicki-Viertel mit Schickimicki-Vermieter ist, sollts da keine Probleme geben - meinem Vermieter wars auch egal, dass ich im Garten selber nochmal einen Zaun gezogen habe, um die Wildwiese vom "richtigen" Garten abzutrennen.

    Fragen kostet nix =)

    ich habe das Gefühl versagt zu haben

    Nein, hast du nicht. Absolut nicht.

    Ich hab keine Erfahrung mit solchen "Kalibern" von Hunden. Ich hab "nur" einen Leinenpöbler und einen Hund, der (genau wie deiner) Besuch nicht reinlässt, sondern auch beißen würde, wenn er denn könnte.

    Aber halleluja, ich hab einen Heidenrespekt vor der Arbeit, die du geleistet hast. Es gibt so viele Hundehalter, die sich von deinem Engagement ne dicke Scheibe abschneiden können (u. A. ich, hüstel) ... bitte red dir nicht ein, dass du versagt hast. Himmel, du bist Ersthundehalter und hast einen Hund, den ich persönlich pauschal als gefährlich einstufen würde! Wäre ich in deiner Situation, ich hätte wahrscheinlich schon nach dem ersten Vorfall das Handtuch geworfen ...

    Wie gesagt, ich hab keine Erfahrung mit gefährlichen Hunden, aber mit der Abgabe eines Hundes. Die Hündin, die ich abgeben musste, war verglichen mit deiner allerdings echt einfach - kam mit 8 Wochen zu ihrem damaligen Halter, hat in den 7 Monaten auf dem Hof nichts kennengelernt, weder Leine noch Halsband und war halt generell ziemlich schnell gefrustet, hat andere Hunde gemobbt, wenn sie sich nicht gewehrt haben usw... eigentlich der klassische junge Schäferhund. Sie ist mir dann aber aus diversen Gründen über den Kopf gewachsen und ich bin irgendwann nur noch aufm Zahnfleisch gegangen. Mein Rüde wurde von ihr mehrfach verletzt - alles nix dramatisches, aber das hat mich dann schon belastet. Sie konnte auch nicht alleine bleiben und ich hatte zu dem Zeitpunkt, als sich das gezeigt hat, einen neuen Job angetreten ... mein Chef hat mir zwar erlaubt, sie während der Arbeit im Auto zu "parken", ich bin dann halt während der Arbeitszeit 2x mit ihr Gassi gegangen, aber das war halt auch keine Lösung.

    Und generell hab ich irgendwann einfach gemerkt, dass ich das nicht schaffe - ich hatte auch ganz ehrlich nicht die Ressourcen für langwieriges Training, mir hat auch einfach die Kraft dazu gefehlt. So kams dann, nachdem ich über die einschlägigen Portale kein gutes neues Zuhause gefunden habe, zur Abgabe ins Tierheim.

    Das war für mich und meinen drangsalierten Rüden sowas wie ein Befreiungsschlag. Auch wenn die Hündin ansich echt super und lieb war, für mich und den Dicken wars am Ende halt doch besser.

    Ich denk heute - über ein Jahr später - noch oft an sie, frag mich, ob ichs vielleicht doch hätte schaffen können ... aber sie hat seit Januar diesen Jahres ein wunderbares Zuhause und seit Herbst 2019 lebt bei mir und meinem Dicken auch eine unheimlich nette Schäferhund-Dackel-Mixhündin.

    Quasi "eine Tür schließt sich und eine andere geht auf". Sie hat eine neue Chance bekommen - wir auch.

    Aber wie gesagt: verglichen mit deiner Hündin ist/war sie wirklich einfach. Ein bisschen mehr Konsequenz, etwas mehr Gefühl für Hundesprache und ich hätte mit Sicherheit eine bessere Ausgangslage gehabt.

    Am Ende würde ich auf die Aussagen unserer rassekundigen Leute (in dem Fall also u. A. Helfstyna, Murmelchen, Hummel usw.) vertrauen. Und darauf, ob du dir "so einen" Hund für die nächsten 9-10 Jahre wirklich ans Bein binden willst. Ob du damit leben kannst, wenn du jede einzelne Sekunde managen musst und nie so wirklich sorglos mit dem Hund umgehen kannst.

    Ich könnte das nicht. Definitiv nicht. Ich kann mit Leinenpöblern leben, ich kann auch mit einem Hund leben, der Besuch halt scheiße findet - ja mei, dann besuch ich halt die Leute, bis ich irgendwann selbst wieder Besuch empfangen kann, weil wir trainingstechnisch endlich soweit sind. Aber ein Hund, bei dem ich permanent zu 120% aufmerksam sein muss? Könnte ich nicht.

    Gemachte Fehler kann man nicht rückgängig machen. Ich kenn das Gefühl von "Hätte ich mal früher gehandelt" ... zwar aus einer gänzlich anderen Situation, aber ich kann verstehen, wies dir geht. Man will am liebsten die Zeit zurückdrehen und alles anders machen. Gar nicht erst z. B. diesen Hund wählen. Vielleicht auch eine völlig andere Orga wählen. Oder direkt zum Züchter gehen. Oder oder oder.

    Alles nur Beispiele, ich glaub dir macht hier keiner auch nur den geringsten Vorwurf.

    Von dem, was du geschildert hast, glaube ich, dass du intuitiv schon vieles richtig machst und auch ein Händchen für Hunde hast. Du wirkst auf mich unheimlich stark - dass du überhaupt die Willenskraft hattest, um mit und für deine Hündin zu arbeiten, verdient schon seinen Respekt.

    Ich wünsche dir, dass du guten Gewissens eine Entscheidung treffen kannst, die sowohl für dich als auch für deine Hündin das Beste ist. Deine Hündin ist dir wichtig, das merkt man trotz allem - aber bitte: denk auch an dich. Dein persönliches Wohlergehen steht immer noch über dem des Hundes.

    Stand heute:

    13,5 kg Wolfsblut Nassfutter

    15,2 kg Rinti Nassfutter

    15 kg Bosch Trofu

    7,5 Pedigree Trofu

    11,7 kg Wildkind Red Canyon (Futtertonne im Bild)

    10,4 kg Orlando Beef/Pedigree-Mix (Futtertonne nicht im Bild)

    Macht rund 75 kg. Ich würde sagen, Bonny ist erstmal versorgt... :lol: Dino darf ja nur sein Red Canyon und einige Sorten vom Nassfutter haben. Vielleicht sollte ich das Regal allmählich mal in "Futter für Bonny" und "Futter für Dino" umsortieren :ugly: