Deshalb war mein Gedankengang, dass späteres Mantrailing eine positive Verknüpfung zum Mensch stärken könnte, weil für sie das Finden des "Gegenstands" ja quasi als Erfolgserlebnis ein Stück selbstbelohnend ist
Den Ansatz hab ich bei meinem Rüden verfolgt, er hat ja auch Schwierigkeiten mit fremden Menschen - geht aber nicht gegen mich als HF. Wir haben in der Hundeschule angefangen, die Trainerin kannte ihn schon von einigen anderen Terminen und unsere Mit-Trainierenden wurden ausführlich über Dino aufgeklärt, worauf sie bei ihm achten müssen und was sie auf keinen Fall machen sollen. Das hat gut geklappt, wir haben am Anfang primär mit Frauen als Versteckpersonen gearbeitet. Seine Futterbelohnung haben sie dann einfach auf dem Boden abgestellt, sodass er nicht direkt an den Menschen ranmusste.
Er war zwar bei den ersten paar Trails sehr sehr vorsichtig und hat beim Aussteigen aus dem Auto auch noch die Umstehenden verbellt, aber das hat sich jetzt völlig gelegt. Unsere Staffelkollegen werden jetzt z. B. ganz höflich schnuppernd begrüßt und bei seinen Lieblingsmenschen guckt Dino auch, ob er vielleicht einen Keks oder ein paar nette Worte abgreifen kann.
Dadurch hat er seine Berührungsängste gegenüber Menschen ablegen können, Männer sind da jetzt auch kein Problem mehr. Inzwischen trailen wir in der Rettungshundestaffel, und da hat er nochmal größere Sprünge gemacht und jetzt merkt man ihm im Training fast nichts mehr von seinen anfänglichen Problemen an - selbst Männer sucht er inzwischen ohne große Probleme.
Fremdpersonen, die sich für die Hunde verstecken, muss ich natürlich immer noch auf die Do's and Don'ts hinweisen. Aber die Chance, dass Dino der VP bei einer blöden Bewegung in den Schuh beißt (
), ist inzwischen recht gering. Da muss dann wirklich einiges zusammenkommen, damit er auslöst.
Also ja, es ist definitiv ein guter Ansatz, wenn (!) man sachkundige Personen an der Hand hat, die sich im Training komplett auf einen schwierigen Hund einstellen können.
Ich ruf mal Pfeffernaserl, ihr Hund ist auch ein wenig spezieller und mit ihm hat sie auch Mantrailing gemacht - ihr Rüde trailt mit Maulkorb, sie kann dir dazu sicher noch mehr sagen.
Wie von Hummel gesagt, würd ich damit aber abwarten, bis du die Trigger eindeutiger identifizieren kannst, das sagst du ja aber selbst, dass ihr da noch einiges an Vorarbeit leisten müsst.
Mantrailing ist mMn aber durchaus eine gute "Therapie"form, damit Hund andere Menschen neutral bis positiv verknüpfen lernt. Muss man selbstverständlich immer auf den Hund und die Special Effects anpassen, aber wir haben damit ausschließlich gute Erfahrungen gemacht.
Zum Bestätigen hab ich zwischendrin Futtertuben bzw Kruken genommen, die kann man gut durchs Maulkorbgitter stecken und der Hund kann die rausgedrückte Futterpaste dann einfach aufschlecken. Hat den netten Nebeneffekt, dass das für den Hund auch nochmal eine entspannende Wirkung hat.
Inzwischen bekommt Dino seine Belohnung aus einfachen Tupperdosen.