Kurz und aus meiner Sicht für mich selbst gesprochen: Bewachen von Grundstück und Haus - ja, damit hab ich kein Problem. Mir reicht es völlig, wenn der Hund anschlägt und ggf am Zaun Präsenz zeigt. Lieber ist mir tatsächlich das reine Präsenz zeigen, also wenn der Hund am Zaun steht und still beobachtet. Ist bei meiner Rasselbande aber eher eine Utopie, das macht max. die Kleine, aber die ist eh ziemlich still. Die anderen beiden sind dann richtig laut, der Terrorkrümel schießt sich dabei manchmal weg, die Große ist da deutlich souveräner und auch entspannter.
Ich will keinen Hund, der bei jeder Fliege gleich die Ärmel hochkrempelt und einen auf "Aufs Maul alder?!" macht. Brauch ich nicht, will ich nicht. Hab ich gewissermaßen aber (wenn auch unfreiwillig; s. u.)
Lange Version:
Früher, als ich noch arge Probleme mit meinen Mitmenschen und mir selbst hatte (u. A. Mobbing usw.), da hab ich mir tatsächlich oft einen Hund gewünscht, der mich aktiv beschützt. Da war ich aber vielleicht ... 16? Ich war halt der klassische Außenseiter, der nie irgendwo richtig reingepasst hat. Für mich wärs zur damaligen Zeit der absolute Burner gewesen, wenn ich mit einem eindrucksvollen Hund an der Bushaltestelle aufkreuze und der mich vor meinen Mobbern beschützt - realistisch betrachtet war das die absolute Utopie und ich bin auch sehr sehr froh darüber, dass ich in der damaligen Zeit keinen Hund bekommen habe. Das wär früher oder später sicher schief gegangen.
Oder auch wenn ich abends/nachts alleine in Großstädten - ich bin aufm Dorf groß geworden - war und die Gegend halt nicht so vertrauenswürdig aussah ... ja, da hätte ich mich mit einem Hund an meiner Seite deutlich sicherer gefühlt.
Und ich hab nicht mal im Ghetto gewohnt oder war da unterwegs, ich war (und bins auch heute noch) teilweise echt ein Angsthase gewesen. Wenn ich im Winter von meiner Ausbildungsstelle heim bin und mal 10 min länger als üblich auf Taxi Mama warten musste - ich hab vor Menschen mit einem gewissen Phänotyp richtig Angst gehabt und versucht, mich unsichtbar zu machen. 

Heute ist das anders.
Ich bin selbstsicherer geworden, hab an mir gearbeitet und wünsche mir nicht mehr einen voll krassen Hund, der mich beschützt, wenn es nötig wird. Ganz selten mal gibt es die Momente noch, aber das liegt dann eher daran, dass ich meine Hunde dann eben nicht dabei habe.
Meine Hunde haben durch die Rasseanteile einen gewissen Schutz-/Wachtrieb. Bei DSH-Mixen nun absolut kein Wunder. Die Omi ist noch schissbuchsiger als ich, die haut im Fall der Fälle lieber ab und verlässt sich darauf, dass ich sie beschütze. Die wacht (wenn überhaupt - Rassebeschreibung nicht gelesen) auch komplett lautlos - wenn wer am Zaun rumstromert, geht sie vielleicht gucken, aber sie bellt nicht. Da sind die zwei Großen definitiv anders.
Die Große bellt mal, wenn ihr jemand beim Spazieren gehen nicht geheuer ist. Aber dabei bleibts und sie lässt sich auch gut abschalten. Sie weiß auch in etwa, wann "ihr Typ" gefragt ist und wann nicht - wenn wir jetzt z. B. auf unseren gewohnten, sehr menschenleeren Gassiwegen unterwegs sind und da eben ein Mensch auf "unseren" Wegen läuft, dann schlägt sie an. Ist eben nicht alltäglich, dass da wer außer uns rumläuft, also meint sie, sie muss was sagen. Will ich aber gar nicht - wir arbeiten auch dran
Sie ist ja noch nicht lange bei mir. Drei Monate etwa.
Sind wir jetzt aber beispielsweise in Berlin im Tiergarten unterwegs, wo sich naturgemäß auch viele andere Menschen aufhalten, dann juckt sie das null. Dann wird max. geguckt, wenn sich jemand (für sie) komisch verhält, aber wenn ich nicht groß reagiere, dann ist der Mensch für sie OK und sie beschäftigt sich wieder mit Hundedingen.
Das Level find ich sehr angenehm, damit komm ich klar und das würde ich auch jederzeit wieder so haben wollen (selbstverständlich nicht zwingend).
Der Rüde ist da ein anderes 'Kaliber'. Er ist tendenziell eher unsicher und ich hab erst lernen müssen, wie ich ihn am besten führe... mittlerweile interessieren ihn Fremde beim Spazieren gehen nicht mehr so wirklich. Früher hat er jeden Menschen verbellt und ist in die Leine gegangen, wenn die nur geatmet haben 
Sein Level an Schutz- bzw. Wachverhalten find ich stellenweise schon belastend. Wenn ich einen Handwerker ins Haus lassen muss, wird er ins Auto ausquartiert, weil ich sonst den Hund managen muss - und das ist mir einfach zuviel Stress. Hund ins Auto, Kauteil dazu, Handwerker ins Haus, alle happy.
Besuch im Garten geht nur, wenn der Besuch auch mit uns spazieren und sich schon als "ist toll" bei Dino einspeichern konnte. Sicherheitshalber trägt Dino dann aber trotzdem einen Drahtmaulkorb, weil ich mich damit dann auch wohler fühle.
Klopf auf Holz, bisher gab es nur EINE Situation, in der ich über Dinos übersteigertes* Verhalten sehr sehr froh war. Da hat mich nachts beim Gassi gehen ein Typ so dermaßen schräg von der Seite angelabert und verfolgt, dass mir richtig mulmig war. Da war ich sehr froh darüber, dass Dino reagiert hat, wie er eben reagiert und den Typen gewissermaßen auf Distanz gehalten hat.
* - das liegt mitunter auch schlicht daran, dass ichs verpennt habe, ihm frühzeitig die richtige und nötige Führung zu geben. Wir finden unseren Weg allmählich, aber nun ja ... ich hab mich damit abgefunden, dass ich es vermutlich nie schaffen werde, Dino zu einem völlig unauffälligen Hund zu machen, der Besuch freudestrahlend ins Haus lässt. Und auch keinen Maulkorb braucht, wenn wir irgendwo zu Besuch sind. Mit mehr Hundeerfahrung könnte ich das sicherlich. Ich freu mich über jeden Fortschritt, den wir gemeinsam erreichen können und gut ist. Bei allem anderen wird der Hund gesichert oder gleich vom Besuch ferngehalten.
Würde hier jemand einbrechen... joa, was dann passieren würde/könnte ist eigentlich recht vorhersehbar:
Bonny verpisst sich und sucht Deckung, Dino und Masha gehen gleich nach vorne. Masha würde mit ziemlicher Sicherheit mindestens verbellen/an die Wand stellen, ob sie dann auch noch eine oder mehrere Stufen höher geht, kann ich nicht einschätzen, dafür kenn ich sie noch nicht gut genug.
Dino würde definitiv am Einbrecher hochspringen, schnappen und auch beißen. Ihm trau ich am ehesten zu, dass er dann auch wirklich beschädigt.
Da hier in der Straße aber eh mehrere große, wachsame Hunde leben, dürfte das Risiko eines Einbruchs hier recht gering sein. Und wer beim unbefugten Betreten eines Grundstücks die zahlreichen Warnschilder a la "Vorsicht, freilaufender Hund", "Hier wache ich", "Warnung vor dem Hunde" usw. in Kombination mit vehementem Hundegebell ignoriert - joa, dem ist nicht mehr zu helfen.
- Ich sprech explizit von Einbrechern und anderen Personengruppen, die man nicht auf seinem Grund und Boden haben möchte.