ich würde an deiner Stelle wirklich sofort anfangen auch nach einem platz zum abgegeben suchen. Und damit meine ich auch Tierheim. Nicht jedes x beliebige. Vl mag Sofawolf was dazu sagen. Auch per pm. Ich lese hier viel leid. Für dich. Und für den hund. Und ich habe das Gefühl das wird in dieser kombi nicht besser.
Ich les hier schon seit Seite 1 mit...
Kurz zum Thema Abgabe und den Hintergründen bei mir:
Junger DSH-Mali-Mix (wie sich im Nachhinein herausgestellt hat), kannte weder Halsband noch Leine und war von den Erstbesitzern nicht ansatzweise erzogen worden. Die ist mir teilweise auf den Tisch geklettert, wenn ich was essen wollte, hat meinen Rüden mehrfach verletzt (wenn auch nur leicht), konnte nicht alleine bleiben, war an der Leine Mensch und Hund Gegenüber völlig drüber ...
Kurzum: ich war völlig überfordert mit der Kleinen. Und die war noch lieb! Die hat mich nicht gebissen. Nicht ein Mal. Aber die war im Alltag für mich halt einfach 10 Nummern zu groß. Mir haben damals auch die Ressourcen für einen Trainer gefehlt, der mir zeigt, wie ich mit ihr umgehe.
Schlussendlich war ich dann nervlich so am Ende, dass ich von der Arbeit gar nicht mehr nach Hause wollte - denn während ich arbeiten war, hat sie im Auto gewartet, weil es anders nicht ging. Da war sie ruhig, entspannt und hat auch nicht genervt. Also stand ich oft mit dem Auto irgendwo an einem Rastplatz rum, um etwas Ruhe zu kriegen, bis ich dann doch heim bin.
Eine oder zwei Wochen später hab ichs dann aufgegeben, sie privat zu vermitteln (find mal geeignete, rassekundige Halter, die einen unerzogenen Hund mit unbekannter Herkunft nehmen...) und die Tierheime im Umkreis von 300 km abtelefoniert.
Tierheim A nimmt sie nicht, weil die für uns nicht zuständig und eh voll sind.
Tierheim B nimmt sie auch nicht, weil voll.
Tierheim C hab ich nicht erreicht und um Rückruf gebeten. Bis heute nix gehört.
Tierheim D konnte sie auch nicht aufnehmen, hat mir aber den Tipp gegeben, mich ans Veterinäramt zu wenden, die haben bestimmt einen heißen Tipp ...
Vetamt war sehr verständnisvoll und konnte meine Lage auch gut verstehen. Hat mir einige Tierheime genannt, bei denen ich es probieren könnte.
Gut, also weiter telefoniert...
Tierheim E hat mich direkt erstmal zur Sau gemacht, weil wie könne ich bloß einen Hund von eBay Kleinanzeigen kaufen, das wäre so verantwortungslos und ich sei selbst schuld an meiner Situation. Was sie mir noch an den Kopf geworfen hat, weiß ich nicht, weil ich dann aufgelegt habe.
An dem Punkt saß ich schon heulend im Auto, weil ich so verdammt verzweifelt war und diesen Hund einfach nur loswerden wollte.
Nach 3 Stunden Telefonieren hab ich dann endlich ein TH gefunden, das sie sofort nehmen konnte. Also hingefahren, Sache nochmal in Ruhe erklärt und mit dem Personal überlegt, wie man das regeln könnte.
Ich hab mich gar nicht richtig von ihr verabschiedet. Ich hab sie dem Personal - bei dem jungen Mann hatte sie Herzchen in den Augen - überlassen und bin einfach gegangen.
Mein Rüde war überglücklich, als ich ohne sie in die Wohnung kam. Weil ich die kleine Schäferine nicht führen konnte, hat sie ihn auch drangsaliert und dabei dann auch mehrfach verletzt.
Drei Monate später hat sie ein schönes Zuhause gefunden, in dem die Leute mit ihr zurecht kommen und in der sie glücklich ist.
An manchen Tagen erinner ich mich an die kleine verrückte Maus und seh meine Fehler - und vermiss sie dann. Obwohl sie mich unheimlich überfordert und viele Nerven gekostet hat.
Was ich sagen will: eine Abgabe ist nichts schlechtes, sondern eine Chance. Für alle Beteiligten, auch für den Hund, der abgegeben wird. Eine Chance auf einen Neustart in einem geeigneten Lebensumfeld. Wo es vielleicht egal ist, dass der Hund nicht alleine bleiben kann, weil 24/7 immer jemand da ist. Wo der Hund richtig geführt wird und einen sicheren, klaren Regelrahmen hat, in dem er sich wohlfühlt und fallen lassen kann.
Für mich und Dino war es die Chance auf Heilung, so blöd es klingt. Wir konnten nachts wieder durchschlafen, morgens entspannt Gassi gehen, er konnte sich gemütlich und ungestört auf meinem Bett einrollen, wenn ich zur Arbeit gegangen bin. Er hatte seine Ruhe, die Abende gehörten wieder nur uns und dem Sofa.
Nur wenig später ist dann eine Hündin eingezogen, die super gut zu uns passt und hier den Ruhepol darstellt. Die Bonny. Und die passt zu uns wie Arsch auf Eimer.
Überleg dir, ob das eine Option für dich ist. Du musst die Entscheidung nicht jetzt sofort treffen, aber es ist Gold wert, sich frühzeitig um Pflegestellen oder eine neue Familie zu kümmern. Ich hatte so dermaßen Glück, dass sich dieses eine Tierheim bereit erklärt hat, die Maus aufzunehmen und auch noch 3 h nach Feierabend für mich da war. Das war quasi unser 6er im Lotto.
Kann sein, dass du auch soviel Glück hast. Kann aber auch sein, dass es eben nicht so kommt.
Ich rate dir: kümmer dich JETZT um eine gescheite Pflegestelle, damit du nicht - wie ich - kurz vor dem Nervenzusammenbruch stehst, weil es einfach nicht mehr geht.