Ganz ehrlich: denkst du , ihr beide passt zusammen? So für die Zukunft? Du musst das nicht hier beantworten, aber vielleicht magst du dir das mal in Ruhe überlegen
Ich kann es nicht sagen. Ganz ehrlich? Es war schon vorher schwierig, aber die Hundewiesen haben mich wahnsinnig entlastet. So wie es aktuell läuft ist es nicht nur psychisch belastend, sondern auch körperlich. Ich sitze manchmal abends zuhause und weine, wenn ich Henry ansehe, weil es so anstrengend ist. So hatte ich mir all das nicht vorgestellt und die Trainerin sieht da Monate lange Arbeit, bevor wir überhaupt Resultate sehen werden.
Ich will nicht gleich aufgeben, aber ich weiß nicht ob ich es schaffe.
Wenn es eine Garantie gäbe, dass all das nach, sagen wir, 6 Monaten vorbei ist und dann alles entspannt läuft, dann ja. Aber garantieren kann mir die Trainerin gar nix.
Wie die Trainerin und du schon sagen: eine Garantie gibt es da nicht.
Mein Rat an dich ... setz dir einen Tag X. Irgendein beliebiger Zeitraum, den du als ausreichend/angenehm empfindest. Und wenn es bis Tag X nicht möglich ist, dass Henry sachkundig geführt wird, dann würde ich persönlich zur Abgabe tendieren - das soll jetzt kein Vorwurf sein, nur ein Beispiel, um zu verdeutlichen, was ich meine.
Dass du nicht kampflos aufgeben willst, ist löblich, aber denk da bitte auch erstmal an dich selbst. Es bringt dir nichts, wenn du dich jetzt für einen Hund kaputt machst, der in 2-6 Monaten vielleicht gar nicht mehr bei dir lebt, weil du festgestellt hast, dass du die Arbeit nicht leisten kannst/willst. Das ist nicht mal schlimm, manchmal ist's halt einfach so, dass es doch nicht passt und einer (oder beide!) leiden. Dann ist's besser, getrennte Wege zu gehen, aaaaber das muss man auch erstmal einsehen, erkennen und umsetzen können.
Ich hab meinen Dino unheimlich gerne. Ich würde ihn gegen keinen Hund der Welt tauschen wollen, er ist einfach mein Hund, mein Spiegel, mein bester Freund ... aber es gab auch eine Zeit, da hab ich echt über Abgabe nachgedacht. Nicht nur ein mal. Mehrfach. Und ich hab in Gedanken auch immer wieder einen Vermittlungstext formuliert.
Es ist in meinen Augen völlig okay, wenn man sich Gedanken um eine Abgabe macht. Das zeigt mMn, dass man die Situation durchaus realistisch einschätzen kann.
Ich hab auch schon eine Hündin abgegeben, weil ich einfach nicht mit ihr klarkam, weil mein Rüde und ich darunter gelitten haben. Das ging stellenweise so weit, dass ich nach der Arbeit nicht nach Hause gefahren bin, sondern noch 1-2 h an irgendeinem Parkplatz rumstand, weil ich den Stress mit den Hunden zuhause nicht mehr ausgehalten habe. Und DAS!!! ist der Punkt, an dem ich dann auch erkannt habe, dass eine Abgabe für alle Beteiligten das Beste ist.
Für die Hündin, weil sie in fachkundige Hände kommt und mit ihr trainiert wird
Für mich, weil ich mich dem Stress nicht mehr aussetzen muss
Für meinen Rüden, weil auch er zur Ruhe kommen und ich mich wieder völlig auf ihn konzentrieren kann
usw.
Einen Hund abgeben ist keine Schandtat, sondern eine Chance - für alle.