Beiträge von Karpatenköter

    Hatte ich hier im Forum gelesen, bevor ich im TS nach nem Zweithund gesucht habe, hätte ich mich wohl nicht für einen Rumänen entschieden :pfeif:

    Ja, mir ginge es vermutlich auch so ... aber andererseits hätte ich ohne meinen Dino (:D) auch nicht diese Bandbreite an Erfahrungen gemacht und wär wahrscheinlich immer noch ziemlich blauäugig unterwegs. Insofern find ich, dass das schon was Gutes hat - in unserem Fall jedenfalls - und er läuft in unserem angepassten Alltag ja soweit auch problemlos mit. Und ist mir gegenüber ein toller Hund (bis auf gelegentliche Aussetzer :hust:).

    So vom Erzählen her erinnert mich dein Dino ein bisschen an Bonny. Die ist ja auch das krasse Gegenteil vom Osteuropäer - nett, ruhig, zurückhaltend, einfach nur lieb, kein Territorialverhalten ... eigentlich der perfekte Anfänger- und hier eben Mitlaufhund. :herzen1:

    Sind solche Boxen OK für unsichere/ängstliche Hunde oder bestärkt es irgendwie??

    Völlig ok!

    Bonny ist ja auch eher ängstlich und ein Höhlenhund. Die findet es super, wenn sie irgendwas höhlenartiges hat. Grad unsichere und ängstliche Hunde profitieren mMn sehr von einem höhlenartigen Rückzugsort*, der gibt ihnen noch mal Sicherheit. Zum einen haben sie durch die Wände rundherum die Sicherheit, dass niemand von oben, hinten oder von der Seite kommen und sie überraschen kann, zum anderen können sie aus der Höhle prima beobachten, was der Mensch macht.

    *wenn sie sowas freiwillig aufsuchen. Zwingen würde ich einen Hund dazu nicht, außer es ist Trainingsbestandteil.

    Hier liegt ja z. B. die Flocke. Da liegt sie fast nur nachts, wenn sowieso Ruhe herrscht.

    Ansonsten liegt sie auf einem ihrer Plätze unter der Regal/Schreibtisch-Kombination. Da hat sie zwei Körbchen und die Wand im Rücken sowie eben Schreibtisch/Regal über sich.

    Ansonsten würd ich ihr den Liegeplatz unterm Sofa lassen. Dem Foto nach fühlt sie sich da sehr wohl und kann da super entspannen. Du kannst aber natürlich zusätzlich eine Box aufstellen - hier werden die Stoffboxen gerne von allen drei Hunden frequentiert.

    Wegen dem Winterfell:

    Finja ist in einem rumänischen Tierheim aufgewachsen ohne Innenbereiche, das heißt die Hunde waren nur draußen mit dürftigen Schutzhütten.

    Als sie im November zu uns kam, hatte sie einen unglaublich dicken Pelz.

    Die nächsten Winter nachdem sie dann hauptsächlich in beheizten Wohnräumen gelebt hat, hat sie nie wieder so ein dickes Fell bekommen.

    Oh ja, so ähnlich ist das bei Masha.

    Die hat in Italien mutmaßlich den Großteil ihres Lebens draußen verbracht, erst auf der italienischen Pflegestelle war sie regelmäßig im Haus. Als sie im November hier ankam, hatte die richtig dickes Winterfell, man hat vor lauter Unterwolle keine Haut mehr durchschimmern sehen, selbst wenn man danach gesucht hat.

    Jetzt ist sie seit 1,5 Jahren bei mir und hat schon deutlich gemäßigteres Winterfell. Sie wirft auch nicht mehr so extrem viel Wolle ab wie am Anfang.

    Hier trägt eigentlich nur Bonny regelmäßig ein Mäntelchen o. Ä., wenn ich merke, dass ihr generell zu kalt ist. Ist besonders in der Übergangsphase von Sommer/Herbst der Fall, da trägt sie durchaus mal auch im Haus ihren Fleecemantel oder den Strickpullover. Jetzt im "Winter" braucht sie das nicht mehr, aber an Tagen, die mir auch ziemlich kalt vorkommen, bekommt sie dann doch lieber was angezogen.

    Dino bekommt nur bei richtig fiesem Regen seinen Regenmantel an. Der findet Regen blöd und bockt dann, mit Regenmantel gehts einigermaßen. Ansonsten friert der nicht wirklich, der ist beim Gassi aber auch gefühlt ständig in Bewegung (auch im Sommer). Und er hat ziemlich funktionales Fell, obwohl er von allen hier das kürzeste Fell hat.

    Hier wird jeder Hund regelmäßig geimpft, weil ich nicht ausschließen kann, dass die Hunde nicht vielleicht doch wieder einen Pensionsaufenthalt machen dürfen. Die Omis können zwar auch privat betreut werden, aber mindestens der Rüde muss in eine Pension, einfach weil ich den lieber in sachkundigen, professionellen Händen weiß. Und Pensionen setzen ja zwangsläufig aktuelle Impfung + Haftpflichtversicherung voraus.

    Ich gesell mich auch mal dazu, hab ja auch zwei Leinenpöbler. =)

    Dino, 6 Jahre alt, rumänischer Möchtegern-Schäferhund, starker Leinenpöbler. Bei ihm ist das ein Dauerthema, aber es ist schon viel viel besser geworden. Anfangs ist er schon auf 80+ m Entfernung ausgerastet und war danach minutenlang nicht ansprechbar (gut und gerne 15+ min an schlechten Tagen), inzwischen haben wir einige Strategien, mit denen wir Fremdhunde halbwegs ruhig passieren können. Wir wohnen inzwischen recht abgeschieden, sodass wir kaum Hundebegegnungen haben. Hier sind es schon "viele" Begegnungen, wenn wir im Monat 2-3x zufällig einem anderen Hund über den Weg laufen ... :D

    Hat allerdings den Nachteil, dass wir das nicht so regelmäßig üben können.

    Masha, 12 Jahre alt, italienischer Riesenschäferhund, mäßiger Leinenpöbler. Bei ihr beschränkt sich das meistens auf Fixieren, an blöden Tagen oder wenn der Abstand zu klein ist/der andere Hunde sich auch aufregt, knallt sie auch mal bellend in die Leine. Das ist bei 35 kg dann schon manchmal unangenehm, aber sie ist zum Glück schon alt und legt nicht mehr so viel Energie und Kraft ins Pöbeln :gott:

    Bei Dino sind die Gründe dafür vielfältig, er zeigt ja sowieso schon übersteigertes Territorialverhalten. Daher sind Hundebegegnungen meistens auch kein Problem, wenn wir an fremden Orten unterwegs sind (z. B. neuen Wanderstrecken), weil die dann halt nicht "seins" sind (außer wir verweilen länger als 2 min an einem Ort ... dann manchmal schon, aber wesentlich gemäßigter). Ein Teil war am Anfang sicher auch Unsicherheit, aber ich würde sagen, dass die Territorialmotivation mittlerweile den Großteil ausmacht. Eigentlich isser nämlich ziemlich nett zu anderen Hunden und lässt sich gerne auf nettes Spiel ein.

    Bei Masha ... ja puh, da wird's zu 99% ne Territorialsache sein. Sie ist da deutlich gemäßigter als Dino, bei ihr ist's eigentlich mehr ein "Damit dus bloß weißt, das ist MEIN Gassiweg!" :roll: Daher isses auch gut händelbar.

    Bei uns läufts momentan ganz gut, wir hatten in den letzten Tagen gleich drei vier Hundesichtungen :ugly: Zwei davon mit dem Erzfeind, eine auf ~70 m Entfernung, die andere war quasi direkt hier am Grundstück und da hat sich Dino soooooooo schön zusammenreißen können. Kein Gepöbel, nur aufgeregtes Gefiepe, weil da ist halt der Erzfeind und oh gott oh gott ich muss mich zusammenreißen. Die Duftspur vom Erzfeind wurde dann natürlich inhaliert und er hat sich moderat in die Leine gehängt, aber das war echt top, wenn ich bedenke, dass er bei dem Hund sonst immer ausflippt.

    Bei der anderen bin ich mir gar nicht mal so sicher, ob Dino seinen Erzfeind da überhaupt registriert hat, der hat in 70 m Entfernung unseren Weg im Wald gekreuzt, ich bin sofort umgedreht und Besi + Erzfeind sind auch einfach den anderen Weg weiter gelaufen. Da gab's überhaupt nix zu meckern.

    Bei der Runde mit Masha bin ich heute noch dem Jagdhund aus dem Ort begegnet. Wir wollten gerade aus dem Wald über die Straße auf "unsere" Seite des Gehwegs, ich war mit den Omis schon halb über die Straße drüber, da entdeck ich 50 m von uns entfernt den Jagdhund ... also um 180° umgedreht und mangels Optionen mit den beiden durchs lichte Gestrüpp einen Bogen gelaufen. Masha musste ab und an stehen bleiben und glotzen, ließ sich dann aber immerhin weiterschleifen...

    Also so insgesamt ist das bei uns im Moment sogar sehr gut. Mir graut es ein wenig davor, wenn ich irgendwann mit Dino und Bonny (Masha wird nicht mehr jahrelang leben, schätze ich) wieder in ein Mehrfamilienhaus ziehe, das nicht so abgelegen ist ... die Situation hatten wir ja vor dem Umzug und da wars für mich echt anstrengender mit Dino. Aber wir schauen mal, was die Zeit so bringt. :nicken:

    Ich denke auf dem Dorf in einem Häuschen würde es besser klappen, aber es ist eben wie es ist.

    Dino kam zu mir, als ich noch in einer Wohnung im Mehrfamilienhaus gelebt habe. Das ging, aber hier im freistehenden Häuschen am Dorfende ist es eigentlich super. Kein Treppenhausmanagement mehr, keine Nachbarn, die sich über den meldenden Hund beschweren könnten usw.

    Und er ist dadurch gefühlt auch deutlich entspannter, lernfähiger ... dafür ist aber das ausgeprägte Territorialverhalten explodiert. Die Vorteile überwiegen aber definitiv.

    Ich scheu mich nur davor, mit ihm zurück in eine Wohnung im MFH zu ziehen. :lepra:


    Was "will to please" angeht... mhm, schwierig.

    Dino will arbeiten, hat auch Spaß am Tricksen und bietet Tricks wie Männchen machen, Pfote geben usw. auch von sich aus an, wenn er etwas möchte. Er verhandelt damit quasi. Ich würde schon sagen, dass er mit einer Portion WTP gesegnet ist. Verfressen ist er übrigens auch, für manche Leckerli überschlägt er sich förmlich :ka: Ein Ausnahme-Rumäne? Nur für Lob arbeitet er auch, aber man merkt schon, dass er dann nicht so motiviert dabei ist, wie beim Belohnen mit Futter. Beides zusammen ist optimal bei ihm.

    Bei Bonny bin ich mir echt unsicher, ob das WTP oder schlicht Will to eat ist. Sie steht sich mit ihrer Aufregung beim Tricksen total im Weg; sobald es Leckerli geben könnte, ist der Hund ein einziger Flummi. Die paar Tricks, die sie kann, werden enthusiastisch ausgeführt, aber Sitz und Platz zB werden ständig verwechselt xD

    Bei Masha bin ich mir sehr sicher, dass sie wegen dem Futter mit mir arbeitet. Nur für Lob Sitz machen? Nö vergiss es. Alle Jubeljahre vielleicht mal, weil sie es mir gönnt. Sie frisst für ihr Leben gerne, da ist Futter auch die Bestätigung der Wahl. Egal was, Nudeln sind cool, Karotten auch, Brotstückchen sowieso und für die ollen Pedigree-Kekse rennt man dann auch mal zu mir. Weil die sind oberaffengeil.

    Ich erlebe es eher als... mmh unsicher und Schwierigkeit Hilfe anzunehmen, wenig "Urvertrauen"- vielleicht kann man es so beschreiben.

    Das find ich recht treffend.

    Ich hab den Eindruck, dass bei vielen Rumänen teils das "ursprüngliche" durchschlägt, unabhängig vom möglichen HSH-Anteil.

    Dino reagiert ja auf unbekannte Dinge oder Umweltreize erstmal vorsichtig bis schreckhaft, auch wenn ich zB den Schrotthaufen streichel ( :headbash:) - da passt das mit dem geringen Urvertrauen ganz gut, denk ich.

    Lustig ist auch oft, wenn man vom Kunden Mails weitergeleitet kriegt, die intern schon ein paarmal hin- und hergegangen sind. Da kriegt man als externer Dienstleister auch manche Flapsigkeiten und manche Liebesbekundungen unter Kolleg:innen mit. :D

    Oder wenn es intern hin und her ging und dann an einen selbst (extern), aber derjenige vergessen hat den Tonfall zu wechseln. .

    Was ich immer schön fand war wenn ich mit Herr Javik angeschrieben wurde (war ein quasi reiner Männerjob und kam daher öfter mal vor). Meist wurde der sanfte Hinweis in meinen Antworten verstanden, hin und wieder aber auch nicht.
    Einen der Kunden hatte ich dann Mal am Telefon: "Ich hätte gerne den Herrn Javik gesprochen." "Am Apperat." "..... Ähm... den Herrn Daniel Javik." "DanielA Javik" "...... ähm.......[im Hintergrund hört man es Klicken und die Tastatur]..... oh..... oooooh.... aaah jetzt weiß ich was Sie damit meinten" Da hatte wohl jemand seine Mails etwas zu schlampig gelesen :lol:

    Das Beste war aber war ein alter Bestandskunde der unsere Firma gut und auch seit Jahren persönlich kannte (meine Kollegen waren bis auf eine Halbtagskraft alle männlich und jenseits der 50). Wir sind ihn besuchen gefahren und er hatte wohl einen Herr Kollege und einen Herr Javik erwartet. Der Blick als dann so ein halbhoher, weiblicher, sehr jung aussehender Zwerg vor ihm stand und er versucht hat den irgendwo einzuordnen... unbezahlbar. :lol:

    Haha, kenn ich xD

    Ich bin im E-Mailverkehr mit Kunden unserer Firma auch gerne mal Frau Karpatenköter. Bei "Elias" lesen viele scheinbar "Elisa" und/oder ordnen den Namen, weil selten, gleich einer Frau zu.

    Sorgt dann immer für amüsierte Gesichter bei uns im Büro, wenn der Kunde anruft und spezifisch nach mir verlangt - zum einen, weil ich keine Ahnung von den technischen Dingen habe, zum anderen, weil die Kollegen dann immer recht humorvoll mit "Also eine Frau Karpatenköter gibts hier nicht, nur einen Herrn Karpatenköter. Meinen Sie vielleicht den?" antworten ... |)

    Als ich noch recht neu im Betrieb war und ein Kunde sich bei meinem Chef über meine Auskunft beschwert hat, wurde Chef richtig fuchsig und hat mit zusammengebissenen Zähnen ein "Das, was der Kollege Ihnen gesagt hat, ist richtig. Wie oft soll ich Ihnen das noch bestätigen? Sollen wir's Ihnen auf Chinesisch rüberfaxen? Außerdem ist das der HERR Karpatenköter, mit dem Sie geschrieben haben!" geknurrt und hat dann aufgelegt. :D