Für mich heißt "fliegt einem um die Ohren" hauptsächlich, dass man den Hund bzw. bestimmte Verhaltensweisen früher oder später nicht mehr kontrollieren kann, wenn man nicht zügig daran arbeitet, die in geordnete Bahnen zu lenken. Also nicht nur situativ, sondern grundsätzlich und (auch) im Alltag. Wenn der Schäferhund Herrchens Frau z. B. nicht mehr aufs Sofa oder ins Haus reinlässt usw., weil Herrchen die ersten Verhaltenszüge aus dieser Richtung nicht ernst genommen hat ... dann fliegt einem besagter Hund um die Ohren.
Bei Dino wäre das seine Territorialaggression, die mir z. B. "um die Ohren fliegt". Ich manage die inzwischen nur noch. Training kann ich in der Situation vergessen.
Hätte ich das vor ~3 Jahren ernster genommen, hätten wir das Problem jetzt nicht in derart ausgeprägter Form, wie wir es nunmal haben und er würde mir bei Besuch/Handwerkern nicht jedes Mal um die Ohren fliegen.
"Um die Ohren fliegen": kann man i.d.R. nicht in aller Seelenruhe daneben stehen, entweder weil sich der Hund in dem Augenblick selbst gefährdet/schadet oder es für andere mehr als Unangenehm wird. Das reicht von massivem Stress, völlig out of order, völliger Orientierungslosigkeit, Übersprungshandlungen wie zB. deutliches in den Halter beißen oder in alles, was daneben steht - auch nen Hundekumpel etc.
Genau so ist es bei Dino, wenn der "explodiert" (für mich ein Synonym für "um die Ohren fliegen" - nur eben auf Situationen beschränkt). Als er aufm Hundeplatz völlig unvermittelt von einem Hund angegriffen wurde (dummer Zufall ... shit happens), wollte er in alles reinhacken, was sich um ihn herum bewegt hat - wir reden von einem Radius von ~10 Meter! Ich konnte ihn nur am Halsband und Geschirr festhalten und selbst ruhig bleiben, weil er sonst sicher auch in mich reingehackt hätte. Rückgerichtete Aggression hat er mir gegenüber schon mal gezeigt, als er von einem Hund angegriffen wurde und ich ihn hinter mir in Sicherheit bringen wollte.
In den Situationen hilft bei ihm echt nur Ruhe bewahren, Hund bestmöglich sichern und warten, bis er wieder soweit runtergekommen ist, dass man ihn ohne Fremd- oder Eigengefährdung aus der Situation führen kann. Heißt konkret: ich stand minutenlang mit einem kreischenden Hund zwischen meinen Beinen auf dem Platz und hab gewartet, bis er wieder ansprechbar war.
Wenn Dino seine dollen fünf Minuten hat, sieht das anders aus. Dann ist das auch für keinen wirklich gefährlich und man SIEHT, dass der grad einfach nur Hummeln im Hintern hat. Der rennt dann halt wie vom Hafer gestochen durch den Garten, dreht seine zwei, drei Kreise um Baum, Auto und Haus und ich lach mich jedes Mal scheckig dabei, weil er diesen irren "Mir scheint die Sonne aus dem Arsch"-Gesichtsausdruck drauf hat.
Aber woran liegt das denn?
Kommt auf den Hund an.
Stress, Angst, massive Überforderung mit einer Situation, ggf. sogar Schmerzen ... oder alles zusammen ... 
Bei manchen Hunden reicht auch - weil schlechtes Nervenkostüm, extrem reizoffen, vielleicht schon Jagderfolg gehabt usw. auch schon, dass in 20 m Entfernung ne Katze über die Straße läuft.
Lässt sich so pauschal schlecht sagen. Die Definition von KayaFlat find ich auch sehr treffend formuliert.