Auch Menschen, die Behinderungen haben und anders gehen verunsichern sie
Das ist normal, meine drei sind da auch so.
Man trifft einfach super selten auf (geh)behinderte Menschen, daher sind sehr viele Hunde da erstmal verunsichert.
Ich lebe in der Nähe eines Behindertenwerks, hier fahren also hin und wieder mal Leute in ihren E-Rollis an der Straße entlang. Da haben die Hunde am Anfang auch gaaanz schief geschaut, der Rüde hat z. T. auch bellend reagiert - weil die das nicht einordnen konnten.
Ich bin dann öfter mal stehen geblieben und die Hunde durften sich das in Ruhe angucken, haben einen Keks für ruhiges Verhalten bekommen ... seitdem ist das jetzt kein so großes Thema mehr. 
Vielleicht roch die Schleppleine auch einfach spannend, kann ja alles sein. Die Hunde nehmen so viel mehr wahr als wir Menschen.
Ich hätte gerne mit ihr erreicht dass sie ein Hund wird der ohne Leine laufen kann aber wir haben so viele Baustellen, dass ich denke dass das nichts mehr bei ihr wird, vielleicht ist der der Anspruch "die Leine muss unbedingt weg" zu hoch
Durchatmen. 
Deine Maus ist grad mal 2 Jahre alt. Die ist ein Hunde-Teenie und wird mit Sicherheit mindestens 10 Jahre alt. Du hast jetzt also noch mindestens 8 Jahre, um die Baustellen zu bearbeiten.
Mach dir keinen Druck! Erinner dich an das, was jetzt schon gut läuft.
Mein 6-jähriger Rüde ist seit Anfang 2019 bei mir und kam mit zig Baustellen. In den 3,5 Jahren, die er jetzt bei mir lebt, haben wir vieles bearbeiten und teils komplett auflösen können.
Mal so als Beispiel...
Autofahren ging am Anfang GAR NICHT. Der hat sofort Panik bekommen. Auf einer Fahrt zum Tierarzt hat er so eine Scheißangst bekommen, dass er versucht hat, mich zu stoppen (damit ich das Auto anhalte) - in dem er in den Fahrersitzgurt gebissen, daran gezogen und mich damit halb stranguliert hat. 
Nach einem halben Jahr Auto schön füttern, einem weiteren halben Jahr Mitfahren mit Maulkorb als Sicherung liebt er das Autofahren jetzt. Egal, welche Tür ich heute aufmache, der Spinner springt rein und wartet darauf, dass wir losfahren. 
Genauso hat er am Anfang alles Menschliche bitterböse verbellt. Ganz egal, ob die in 80 Metern Entfernung rumstanden oder auf der anderen Straßenseite liefen.
Ein halbes Jahr später konnten wir mit ein paar Metern Abstand an wildfremden Menschen vorbeigehen, ohne dass er sich aufgeregt hat. Klar hat er geguckt, klar war er mal angespannt - aber ich hatte keinen explodierenden Hund mehr an der Leine. 
Hundeerziehung und -training braucht viel Zeit, viel Geduld, viel Humor und ja, auch Nerven.
Wenn etwas nicht so klappt, wie du es dir vorstellst: scheiß drauf. Morgen isn neuer Tag.
Und: dein Hund "muss" doch gar nicht überall leinenlos laufen können. Allein schon, weil an super vielen Orten Leinenpflicht herrscht. Weil es z. B. an der Straße einfach brandgefährlich ist, den Hund frei laufen zu lassen.
Also ja, der Anspruch ist viel viel viel zu hoch! Was hättest du denn davon, dass sie überall frei laufen kann, aber z. B. in anderen Bereich gar nichts klappt?
Man stellt sich das immer so entspannt vor: der Hund läuft glücklich ohne Leine über die Felder, ignoriert Menschen, andere Hunde, schreiende Kinder, lässt großzügig den aufspringenden Hasen in Ruhe ...
Die Realität sieht halt oft ganz anders aus. Und es tut vor allem dir selbst gut, wenn du deine Ansprüche runterschraubst. Steck dir lieber kleine Ziele statt ein großes. Das motiviert viel eher, entmutigt nicht so sehr und vor allem geht man gleich viel entspannter durch die Welt.
Nochmal: durchatmen. Du und dein Hund, ihr seid nicht perfekt und ihr müsst auch überhaupt nicht perfekt sein. Das ist niemand. Und wer behauptet, perfekt zu sein, der belügt sich selbst. 
Kopf hoch.