Ich find's auch nicht ok, dass Hektorine angefeindet wird, weil sie OT-Diskussionen auslagert ... ist doch völlig in Ordnung.
Ich habe einen Hund, der ein Kind bereits ins Gesicht gebissen hat. Beim Vorbesitzer - ich lass aus anderen Gründen keinen Kontakt zu Kindern zu.
Der Beißvorfall ist wohl ganz klassisch beim Ballspielen passiert. Kind wollte Dino den Ball wegnehmen, Dino fand das blöd und hat, weil er durchs Ballspielen eh schon drüber war, völlig überzogen reagiert und ins Kindergesicht gebissen.
Musste lt. Vorbesitzer im Krankenhaus genäht werden, Kind hat immer noch Narben. Das ist jetzt +-4 Jahre her.
Ich hab beim Vorbesitzer auch öfters die Interaktion zwischen den Kindern und Dino beobachten können. Gegenüber den eigenen Kindern war er sehr, sehr geduldig, aber auch als Dino noch nicht mein Hund war, haben die Eltern einfach VIEL zu spät eingegriffen. Dino hat immer erst knurren müssen, bis die Eltern mal geschaltet haben. Die waren wirklich sehr bemüht, haben Dino wirklich geliebt, aber ... man kann's noch so gut meinen, es ist halt nicht immer gut gemacht.
Bei mir hat Dino überhaupt keinen Kontakt zu Kindern. Die dürfen ihn nicht streicheln, ihm kein Leckerli geben, sondern ihn nur aus Distanz anschauen. Weil er Kinder gruselig findet, nicht einschätzen kann und ich schlicht keine Lust auf das Drama habe, wenn ein Kind heult, weils sich vor dem aufspringenden Dino erschrocken hat.
Soviel zu meiner persönlichen Erfahrung. Das Hauptproblem liegt mMn darin, dass viele Eltern ihren Hund schlicht nicht lesen können und zu blauäugig mit dem Thema "Hund und Kind" umgehen. Da ist es völlig egal, welche Rasse man sich ins Haus holt - wenn man die Körpersprache des Hundes nicht lesen kann, nicht weiß, wo Drohen anfängt und aufhört, nicht weiß, dass Knurren völlig normale Kommunikation ist ... tja, dann gute Nacht.
Mal als Beispiel...
Ich war mit Dino mal bei seinen Vorbesis zu Besuch. Erst sind wir spazieren gegangen, super entspannt ... alle happy. Dann ging's in deren Wohnung hoch. Die Kinder wurden schnell mit was zu essen versorgt und dann zum Spielen in ihr Zimmer zur Tante geschickt, während wir Erwachsenen Kaffee getrunken haben und Dino ein bisschen entspannen konnte.
Irgendwann kamen die Kids dann dazu, der Vorbesitzer hat noch einen Ball aus der Tasche gezaubert und hat ihn zu Dino gerollt. Der fand das toll, hat drauf rumgekaut, den Ball wieder abgeben, Ball wurde wieder zu Dino gerollt usw. ...
Irgendwann wollten die Kinder auch mal. Die ersten paar Mal unter Anleitung war das auch für Dino noch ok ... "seinen" Kindern gegenüber ist er ziemlich nachsichtig und vorsichtig. Aber irgendwann kam der Punkt, an dem sein Blick viel härter wurde. Die Anspannung im Hundegesicht sprang einem förmlich entgegen. Ich hab das gesehen und gemeint, dass der Dino jetzt genug hat, der ist müde und möchte wieder schlafen.
Der Vorbesitzer hat das nicht erkannt, aber nix gesagt und die Kids sind wieder abgezogen.
Hätte ich das nicht abgebrochen und laufen lassen, wärs irgendwann innerhalb der nächsten 5 Minuten wieder zu nem Beißvorfall gekommen.
Die Hunde senden SOOOO viele subtile Zeichen aus, die SOOOO viele Menschen einfach übersehen. Und das, kombiniert mit dem Fakt, dass viele Ottonormalhundehalter ihren Hund als Kuscheltier und nicht als Beutegreifer wahrnehmen, in meinen Augen der Hauptauslöser für Beißvorfälle gegenüber Kindern.