Beiträge von Karpatenköter

    Auf einer Veranstaltung unseres Spür- und Rettungshundevereins war heute natürlich auch Dino mit dabei. Quasi als Vorführobjekt, dass auch "schwierige" Hunde aus dem Auslands-TS super viel Spaß an der Arbeit haben und erfolgreich sein können.

    Wir saßen zu Anfang etwas abseits von unserer Gruppe herum, Dino ist recht schnell gestresst von fremden Menschen und soll auch nicht gestreichelt werden. Also hocken wir zu zweit unterm Pavillon rum, er bekommt Kekse fürs ruhige Gucken und Gewusel aushalten. Irgendwann gesellt sich dann ein Mann dazu, der schon eine besondere Ausstrahlung gehabt haben muss: Dino hat nicht mal geknurrt, als er sich in unsere Nähe gesetzt und ein Gespräch mit mir über Dino angefangen hat. Die obligatorische Streichelfrage kam dann auch und ich hab abgelehnt - aber Leckerli durfte der Mann dann Dino geben. Hat super geklappt, Dino ist neugierig-zögerlich hin und hat sich ganz vorsichtig die Leckerchen von der flachen Hand genommen. Kam zurück zu mir, guckt zum Mann. Guckt zu mir. Geht zum Mann, schnüffelt vorsichtig an der Hose. Keine Reaktion. Dino schnüffelt weiter, diesmal vorsichtig an der Hand. Ganz entspannt schnüffelt er den Mann ab, pfötelt (!) selbigen dann von sich aus (!!) an und - lässt sich streicheln. Ohne ein Anzeichen von Stress, Unwohlsein o. Ä.

    Und geht dann wieder, als wär das gerade eben gar nicht passiert.

    :herzen1: :herzen1: :herzen1:

    Drei Jahre. So lange hat's gedauert, bis Dino sich dann auch von unseren Staffelkollegen anfassen und streicheln ließ. Und nicht mehr ausgeflippt ist. Und heute war ein völlig wildfremder Mann so dermaßen in Ordnung, dass Dino sich von dem einfach hat streicheln lassen.

    Dieser Hund ... :( :herzen1:

    Bei Dino hab ich das so aufgebaut, dass er an der Schleppleine in meinem Dunstkreis rumlief... wenn ich dann seine Aufmerksamkeit hatte, gab es ganz normal ein Sitz UND das Handzeichen für Sitz auf Distanz (bei uns einfach nur die erhobene Hand, quasi ein Stop). Hat er sich daraufhin dann hingesetzt, flog ein Keks zu ihm.

    Das haben wir solange trainiert, bis das Handsignal selbst ausgereicht hat, damit er sich hinsetzt. Natürlich wurde auch das akustische Signal weiter trainiert und mit Distanz verknüpft...

    Im Endeffekt hab ich nur die Distanz immer weiter ausgebaut. Belohnt wird er, indem ich ihn abhole und ihm dann Kekse gebe oder indem er auf Zuruf zu mir kommen darf. Oder er wird mit "Weiter" belohnt, darf dann also weiterlaufen und schnüffeln.

    Keine Ahnung, obs Västgötaspets in Polen gibt. Ich denk auch eher nicht, dass da einer drin ist... :denker:

    Eine Probe von Dino hab ich auch eingeschickt. Beim ersten Gentest kam bei ihm ja DSH x Kangal x undefinierbarer Mix raus, da will ich jetzt mal sehen, was ForGen herausfindet.

    Die Leute da sind jedenfalls genauso neugierig, per E-Mail wurd mir schon gesagt, dass meine zwei sich völlig von den Mixen unterscheiden, die sie gerade untersuchen - "da muss ich ja aufpassen, dass mein Kollege nicht noch denkt, ich hätte ihm wieder Test-Proben untergejubelt" |)

    Masha kommt aus Italien und verzichtet bei den warmen Temperaturen lieber aufs Gassi. Morgens und abends ok, aber wenn ich mittags fix mit Dino zum Lösen in den Wald schlurfe, packt Masha sich lieber irgendwo in den Schatten und hält Siesta.

    Bonny ist ja herzkrank und kriegt bei dem Wetter Schonprogramm. Die geht nur zum Lösen in den Wald, ansonsten hängt sie bei Masha im Garten rum.

    Wenns im Haus selbst auch unangenehm warm ist, leg ich die Kühlmatten raus, biete gefrorene Schlecksnacks (zB Kongs) an und zum Trofu gibt's immer einen ordentlichen Schluck Wasser. Hin und wieder auch mal einen Eiswürfel.

    Wie Quarus grad schon schrieb: probier es doch mit dem Zwischenschritt, dass ihr Eros am Auto belohnt, füttert, mit ihm spielt ... damit die Umgebung rund ums Auto erstmal schön wird. Vielleicht nimmt ihm das schon Stress.

    Eine weitere Idee wäre, dass du es dir am Auto bequem machst mit nem guten Buch oder so und dafür sorgst, dass das Auto rundherum als entspannter Ort etabliert wird. Weiß aber nicht, ob das soooo effektiv wäre. Versuchen würd ichs wohl :denker:

    Mein Dino hatte am Anfang massive Probleme mitm Autofahren, das ging soweit, dass er regelrechte Panikattacken hatte und dann auch zB den Fahrersitzgurt zerstört hat. Während der Fahrt. Weil er seine Sicherungsgurte durchgebissen hat :lepra:

    Ich hatte zwar das Glück, dass er das Einsteigen ziemlich cool findet, aber z. B. das ruhige Sitzen im stehenden Auto mussten wir auch erst lange Zeit schön füttern. Erst als er da wirklich entspannt war, hab ich dann mal mit laufendem Motor geübt. Und als das ging, gab's kurze Fahrten zu schönen Orten - Hundefreilauf, die Wiese zwei Straßen weiter usw.

    Muss auch bei Mehrhundehaltung zwangsläufig regelmäßiger Kontakt zu anderen Hunden gewährleistet sein?

    "Muss" nicht, nein. Es gibt Hunde, die davon profitieren und es gibt Hunde, die damit einfach Stress haben.

    Bonny z. B. braucht den Kontakt zu anderen Hunden nicht unbedingt. Es gibt einige wenige Hunde, die sie so sympathisch findet, dass sie von selbst Kontakt aufnimmt und wie ein Fangirl um "ihren" Hundeschwarm rumwuselt, aber das kam in den letzten Jahren vielleicht 2x vor und da waren es jeweils große Hunde - die waren von Bonnys spontaner Verliebtheit aber eher sehr irritiert und wussten nix mit dem Kleinteil anzufangen :lol:

    Masha braucht den Kontakt auch nicht so wirklich, glaub ich. Sie geht zwar interessiert auf andere Hunde zu und lässt sich gerade bei den Jungspunden gerne mal auf ein Spielchen ein, zeigt viel Geduld und kommuniziert klar, wenns ihr reicht ... aber meistens läuft sie dann lieber in der Gruppe mit, behält selbige im Auge und macht nebenbei ihr Ding.

    Dino hat früher sehr vom Hundekontakt profitiert und dann auch gerne mit seinen Freundinnen gespielt. Auch mit ein, zwei befreundeten Rüden. Inzwischen ist er älter und spielt nicht mehr so oft mit seinen Hundefreunden, wohl auch, weil der MK dabei stört :ka: Genauso wie Masha läuft er lieber mit, allerdings ist er mit großen Hundegruppen und Rüden-Junghunden überfordert. Wir haben in unserer Dorfgassigruppe zwei junge Dalmatiner-Rüden, mit denen er sich quasi ständig in den Haaren hat - deshalb nehm ich ihn nicht mehr mit, wenn wir mit der Gruppe laufen. Das ist für ihn einfach viel zu viel Input, zu viele Hunde auf einmal; da wirft er sehr schnell die Nerven über Bord und hat dann auch wirklich gar nichts davon außer Stress und Frust.

    Also geh ich lieber gezielt mit seinen Hundefreunden spazieren, das bereitet ihm dann deutlich mehr Freude und auch Spaß.

    Ich finde, es ist wirklich kein Muss, den eigenen Hunden dann auch noch zusätzlichen Kontakt zu ermöglichen. Hier ist es einfach so, dass ICH mich mit anderen Hundehaltern und deren Hunden treffe, weil ICH das will. Und dann kommt eben der Hund mit, der mit der Konstellation am kompatibelsten ist. Dino z. B. kommt nicht mehr mit, wenn wir mit einem anderen intakten Rüden spazieren gehen, da kommts häufig zu Stress und Knatsch. Gehen wir dagegen mit freundlichen, verspielten Hündinnen spazieren, kommt Dino mit.

    Ist's ein Hund, bei dem sich der Besitzer nicht sicher ist, wie er den Hund einzuschätzen hat, kommt Masha mit. Die ist souverän, ruht in sich, kommuniziert sauber, klar und deutlich und lässt sich auch nicht von anderen Hunden aus der Ruhe bringen. Dadurch kann ich dem unsicheren Halter dann auch erklären, wie und warum sein Hund gerade (re)agiert.

    Ist's ein Hund, der ähnlich schreckhaft und vorsichtig ist wie Bonny, kommt eben Bonny mit.

    Da ist's mMn Sache des Halters, die Bedürfnisse seines Hundes zu erkennen und entsprechend die Möglichkeit zur Erfüllung anzubieten. Ein konkretes "Muss" gibt's da in meinen Augen gar nicht, das ist schlussendlich alles abhängig vom Hund alleine.