Muss auch bei Mehrhundehaltung zwangsläufig regelmäßiger Kontakt zu anderen Hunden gewährleistet sein?
"Muss" nicht, nein. Es gibt Hunde, die davon profitieren und es gibt Hunde, die damit einfach Stress haben.
Bonny z. B. braucht den Kontakt zu anderen Hunden nicht unbedingt. Es gibt einige wenige Hunde, die sie so sympathisch findet, dass sie von selbst Kontakt aufnimmt und wie ein Fangirl um "ihren" Hundeschwarm rumwuselt, aber das kam in den letzten Jahren vielleicht 2x vor und da waren es jeweils große Hunde - die waren von Bonnys spontaner Verliebtheit aber eher sehr irritiert und wussten nix mit dem Kleinteil anzufangen ![]()
Masha braucht den Kontakt auch nicht so wirklich, glaub ich. Sie geht zwar interessiert auf andere Hunde zu und lässt sich gerade bei den Jungspunden gerne mal auf ein Spielchen ein, zeigt viel Geduld und kommuniziert klar, wenns ihr reicht ... aber meistens läuft sie dann lieber in der Gruppe mit, behält selbige im Auge und macht nebenbei ihr Ding.
Dino hat früher sehr vom Hundekontakt profitiert und dann auch gerne mit seinen Freundinnen gespielt. Auch mit ein, zwei befreundeten Rüden. Inzwischen ist er älter und spielt nicht mehr so oft mit seinen Hundefreunden, wohl auch, weil der MK dabei stört
Genauso wie Masha läuft er lieber mit, allerdings ist er mit großen Hundegruppen und Rüden-Junghunden überfordert. Wir haben in unserer Dorfgassigruppe zwei junge Dalmatiner-Rüden, mit denen er sich quasi ständig in den Haaren hat - deshalb nehm ich ihn nicht mehr mit, wenn wir mit der Gruppe laufen. Das ist für ihn einfach viel zu viel Input, zu viele Hunde auf einmal; da wirft er sehr schnell die Nerven über Bord und hat dann auch wirklich gar nichts davon außer Stress und Frust.
Also geh ich lieber gezielt mit seinen Hundefreunden spazieren, das bereitet ihm dann deutlich mehr Freude und auch Spaß.
Ich finde, es ist wirklich kein Muss, den eigenen Hunden dann auch noch zusätzlichen Kontakt zu ermöglichen. Hier ist es einfach so, dass ICH mich mit anderen Hundehaltern und deren Hunden treffe, weil ICH das will. Und dann kommt eben der Hund mit, der mit der Konstellation am kompatibelsten ist. Dino z. B. kommt nicht mehr mit, wenn wir mit einem anderen intakten Rüden spazieren gehen, da kommts häufig zu Stress und Knatsch. Gehen wir dagegen mit freundlichen, verspielten Hündinnen spazieren, kommt Dino mit.
Ist's ein Hund, bei dem sich der Besitzer nicht sicher ist, wie er den Hund einzuschätzen hat, kommt Masha mit. Die ist souverän, ruht in sich, kommuniziert sauber, klar und deutlich und lässt sich auch nicht von anderen Hunden aus der Ruhe bringen. Dadurch kann ich dem unsicheren Halter dann auch erklären, wie und warum sein Hund gerade (re)agiert.
Ist's ein Hund, der ähnlich schreckhaft und vorsichtig ist wie Bonny, kommt eben Bonny mit.
Da ist's mMn Sache des Halters, die Bedürfnisse seines Hundes zu erkennen und entsprechend die Möglichkeit zur Erfüllung anzubieten. Ein konkretes "Muss" gibt's da in meinen Augen gar nicht, das ist schlussendlich alles abhängig vom Hund alleine.