Beiträge von Looking

    Mein Verein macht keine Kontrollen. Sagen sie explizit. Es sind Besuche mit Vorgespräch. Mit dem Ziel zusammen zu schauen obs passt und ob man Hilfe braucht. Und nachher ist immer jemand da wenn was ist. Bei mir gabs keinen Nachbesuch, aber die ehemalige Pflegestelle und Mitarbeiterin des Vereins hat sich gern ab und an erkundigt per SMS und ich habe öfters freiwillig Bilder und Berichte geschickt weil uns beiden der Hund am Herzen liegt.

    Ich finde, Tierschutz kann auch auf Augenhöhe betrieben werden. Als Tierübernehmer würde ich nicht wie ein Verdächtiger und unmündiger Mensch behandelt werden wollen. Unangekündigte Besuche nach Übernahme ohne triftigen Grund? Sonst noch was? Wenn das Vertrauen so klein ist, hat die Orga vorher scheisse gearbeitet. Meine Meinung.

    Loben! Markern. Manchmal geh ich dann hin und bekunde Interesse. Manchmal kommt sie zu mir nach dem Markerwort für den Keks oder geht nach Lob weiter. Ich breche das Spur anzeigen also nicht ab, sondern lobe, dass sie es zeigt. Ist aber bei einem Vorsteher sicher einfacher - die rennt nicht einfach ohne verharren los einer Spur nach und hört nichts mehr. Da gibts immer ein mindestens kleines Zeitfenster. Und das hab ich ausgebaut.

    Geht sie doch mal zuweit der Spur nach, gibt ein „komm raus da“. Ist sie mir zu aufgeregt bei ganz frischen oder krassen Spuren nehm ich sie auch mal an die Schlepp bis wir vorbei sind.

    Ist die Spur auf dem Weg in unsere Richtung, darf sie auch meistens verfolgt werden. Da kontrolliere nur Tempo.

    Ich finde die Idee, ihr Kuschelbedürfnis versuchen vorherzuahnen und dann einladen auch gut. Denke, du wirst bei deinen guten Beobachtungsfähigkeiten bald wissen, wann sie potentiell in Stimmung wäre.

    Ich finde deine Contrapunkte auch sehr verständlich. Du musst ja nicht prophylaktisch entscheiden - die Punkte können ja auf deiner Liste bleiben und du schaust es dir in regelmässigen Abständen an und fragst dich, ob es relevant ist.

    Vielleicht kannst du folgendes Model aus der Partnerschaftsvestaltung irgendwie übernehmen:

    Ich habe in meiner Partnerschaft eine Abmachung die heisst, wir stellen regelmässig die Beziehung wie sie ist in Frage. Gehen unsere inneren Listen und Bedürfnisse durch. Bei dir könnte das z.B. immer der erste Sonntag Abend jeden Monats sein. In meiner Beziehung sind diese Abstände grösser, aber die läuft ja auch gut. So. Merkst du dann, dass sie Contras überwiegen, gibt es eine Kündigungsfrist. Bei uns ein halbes Jahr. Das dürfte bei dir ja kürzer sein. Vielleicht 3 Monate? Was immer passt. Kann sich auch ändern. In der Zeit probiert man nochmal wirklich ob man durch Änderungen und Arbeit miteinander die Entscheidung/Bilanz ändern kann bis zum „Kündigungstermin“. Wenn nicht, dann wars das. Wenn doch, geht es in die nächste Runde.

    Ich mag den Ansatz weil er impulsive Handlungen und ein „bereuen“ verhindert. Und einem doch dazu bringt, genau und regelmässig zu hinterfragen, sich auseinanderzusetzen, die Bedürfnislage abzuchecken. Man verpasst den richtigen Zeitpunkt für eine Trennung so nicht so leicht. Und man reagiert früher wenn was nicht passt. Vielleicht magst du dir wichtige Checkfragen aufschreiben?

    Das Dankbarkeitstagebuch ist auch eine schöne Idee. Hab ich auch, aber vergesse das immer wieder.

    Du machst das super... (nur postest du viel zuwenige Bilder hier... ;):bindafür:)

    Yuna - noch was. In deinem

    Futter ist Mais, richtig? Ich würde darüber nachdenken, das Futter zu einem Maisfreien (nicht allzu proteinhaltigem) Futter zu wechseln. Bei manchen Hunden mit Seretoninmangel (Zufriedenheit und Entspannung und indirekt auch Schlaf) und so massivem Stress kann Mais Probleme machen. Mais beinhaltet Aminosäuren die dem Seretoninvorläufer L-Tryptophan Konkurrenz machen. Das kann zu Verhaltensauffälligen Tieren führen. Besser wären Kartoffeln, Süsskartoffeln oder ev Reis. Es gibt auch Ausnahmen die mit Mais besser klarkommen, aber bei solchen Problemen würde ich Maisfrei sicher ausprobieren.

    Ev kennt sich dein TA auch damit aus - Frag mal nach.

    In D ist es allerdings sehr schwierig für einen Nicht-Jäger, einen Vizsla aus VDH-Zucht zu bekommen. Ansonsten kann ich Looking nur zustimmen.

    Das wusste ich gar nicht. Das heißt die Mengen an Vizslas, die einem in der Stadt über den Weg laufen sind alles höchstwahrscheinlich keine VDH Hunde? Wahnsinn.

    Ja. Die Hobbyvermehrerei ist übel. Vizslas die ernsthaft arbeiten (Rettungsstaffel o.Ä.) kommen durchaus mal aus einer VDH Zucht. Aber kein ernsthafter Jagdgebrauchshundzüchter gibt einen Hund zum Eisdieleshowlaufen ab. Es gibt auch immer mal wieder jagdungaugliche Vizslas die bei Nichtjägern landen. Aber ja. Viele Vermehrerhunde mit Wesensmängeln und gesundheitlichen Problemen.

    Auf der anderen Seite kommen auch viele Vizslas aus Ungarn aus dem

    Tierschutz. Es ist da quasi der Nationalhund und da er billig auf dem Markt gekauft werden kann vom

    Vermehrer, landet er auch oft im Tierheim. Überforderung. Oder auch mal ausgesetzt wegen jagdungauglichkeit oder Futtermangel nach der Saison. Hands4paws, VIN und Vischl.de vermitteln viel und leisten auch gute Arbeit vor Ort. Meine kommt auch aus Ungarn aus dem Tierheim. Habe sie über Hands4paws zu mir geholt weil ich ganz sicher keine Hobbyvermehrerei unterstützen wollte und für einen Hund aus jagdlicher Zucht fand ich unsere Ambitionen (keine Einsätze geplant) zuwenig hoch. Wir können mit einem Hund mit Macken und fehlender perfekter Sozialisierung und Prägung gut leben und wollten keinen Hund produzieren lassen.

    Leider leider ist Mode immer sehr schlecht für eine Rasse. Dem Vizsla hats enorm

    Geschadet.

    Ich versteh das mit der Bewegung schon - bei meiner Hündin gingen anfangs als sie völlig reizüberfordert und drüber war auch nur 3x 15-20 Minuten Feldweg. Und noch da war sie gaga. Durch Bewegung Stress abbauen klingt erstmal gut, aber je nach Hund ist das erstmal gar nicht machbar ohne noch mehr Stress zu erzeugen. Wald und Feld ist ja keine reizfreie Zone.

    Yuna, ich würde den Plan auch nicht über den Haufen werfen. Die Trainerin hat den Hund gesehen und ja vieles genau richtig erkannt. Zum TA finde ich eine super Idee und hoffe, dass ihr da bisschen Support bekommt.

    Versuch mal folgendes Gedankenspiel: momentan hast du für Yuna die volle Verantwortung übernommen. Du hast Profis an der Seite. Yuna weiss das alles nicht und versteht auch nicht warum plötzlich alles anders ist. Du weisst aber, dass du das zum Wohl von Yuna machst. Du weisst, dass das Hand und Fuss hat. Dass es ihr helfen wird. Dass du für sie da bist. Liebevoll, konsequent. Du bist quasi die Erwachsene und sie dein Zögling. Versuch das auszustrahlen. Die Zuversicht, dass das viel Gutes für euch bringen wird. Ruhe. Zuneigung.

    Das ist verdammt schwer in deiner Situation. Und doch ist manchmal der Mindshift mehr wert als jede Massnahme. Ich hab dir ein Beispiel:

    Als ich ein Baby bekam, war das ein Schreikind. Hat wenig und schlecht geschlafen, wollte immer auf mir liegen und abends fand er den Schlaf nicht. Ich habe alles mögliche probiert (ausser ignorieren und alleine lassen). Bin zu Beratern. Habe gelesen. Mir Rat geholt. Aber es gab immer noch Abende, wo er einfach nicht aufhörte zu weinen. Irgendwann habe ich mich entschieden, dass ich aufhöre, zu versuchen ihn IRGENDWIE zum schweigen/schlafen zu bringen. Sondern es einfach mit ihm aushalte, egal wie weh es tut. Ich habe versucht, mir Auszeiten zu holen. Und wenn er nicht schlafen konnte und weinte, habe ich es mit ihm ausgehalten. Manchmal mitgeweint. Manchmal ganz ruhig geworden innerlich. Ihm versucht zu vermitteln, dass wir das zusammen schaffen. Und eines Tages wurde es besser. Und dann noch besser. Es kann helfen, die Situation und das Leid des anderen einfach anzunehmen. Zusammen da durch. Mit Ruhe statt Verzweiflung. Du schaffst das - wenn du auch darauf guckst, dass deine Bedürfnisse wenigstens ein Bisschen abgedeckt sind.

    Allerdings kann die Schilddrüse auch off sein WEGEN dem ganzen Stress.

    Aber ja. Verhaltenstierarzt und nicht Haus und Hoftierarzt, sehe ich auch so. Wenn der erste krasse Stress durchgestanden ist, kann man immer noch weitersuchen und ganz genau hingucken.

    Und - kriegst du es hin, selber mal zu entspannen? Kopfhörer auf und lieblingsserie gucken? Yoga? Mit Freunden reden? Ev selber was für die Nerven nehmen? Rhodiola z.B. ist pflanzlich und hilft sehr gut bei hohem Stress.

    Ich kenn das mit dem Schlafentzug vom Baby - es wird Folter nach ein paar Tagen. Pass gut auf dich selber auf.

    Ich finde auch nicht, dass deine Trainerin prinzipiell verkehrt ist und ich würde auch nicht den Plan „Entzug“ ändern. Das mit dem Schauspielern sehe ich anders. Aber der Punkt mit konsequent sein und durchziehen ist halt trotzdem wichtig.

    Nur den Einwand mit der Begleitung per TA erst nach 10 Tagen Dauerstress o.Ä. Versteh ich nicht. Für mich wäre alles, was den Hund unterstützt und Stress reduziert (und nicht das runterfahren behindert) in der Akutsituation sinnvoll. Ich würde in dem Fall wohl schauen ob ein Verhaltens-Tierarzt Hausbesuch macht.

    Hast du das mit gefrorenem Kong mal probiert? Nimmt sie Leckmöglichkeiten (nicht stundenlang geben) an?

    Ich kann mich nicht erinnern - kann Yuna eigentlich alleine sein? Bist du momentan immer zuhause? Falls sie alleine sein konnte - was passiert wenn du momentan gehst und sie per Kamera überwacht? Es gibt Hunde die alleine tatsächlich besser runterkommen weil der Reiz Mensch weg ist. Oder rennt sie dann rum?