Ich bin mir nicht sicher, ob dieses schneller Mensch zu schnellem Hund Ding wirklich so ein Problem ist in allen Fällen. Ich kenne welche, wo das problematisch ist, ja. Aber ich zum Beispiel mag schnelle, eher unsichere Hunde die ich runterfahren und denen ich Sicherheit geben muss. Obwohl ich selber sehr hochgetaktet bin, selber schnell mit Stresshormonen überschwemmt und auch sehr sensibel. Ich denke, das klappt weil ich diese Art SEIN verstehe und es mich nicht nervt. Ich kenne dieses Gefühl und kann entsprechend Empathie aufbringen und habe Lösungsideen dafür weil ich sie für mich auch brauche. Natürlich kann ich Vespa keine Tiefenentspanntheit wie sie ein Phlegmatiker hat anbieten. Aber dafür reflektiertes ähnlich sein. Ich kenne übrigens auch viele ruhige geerdete Menschen die Hunde wie Vespa total nervig finden. Das nützt dann auch wenig, die hätten keinen Spass aneinander. Ich glaube, eine Person die ähnlich ist wie der Hund, aber reflektiert ist, sich kennt und regulieren kann, ist oft gar kein so schlechter Treffer.
Bei Vespa habe ich das Gefühl, fast alles ist fehlende Sozialisation. Manches erscheint wie ein Wesensmangel (z.B. Angst vor gewissen Tieren, Geräusche), aber wenn ich mir ihr Grundwesen anschaue (interessiert, steht für ihre Interessen ein, hoher Trieb, Neugierig, kooperativ) denke ich, dass das eben keine genetische Wesensschwäche ist. Sondern fehlende Erfahrung die auch nie mehr ganz wettgemacht werden kann. Sie ist in vielem viel sicherer geworden. Trotzdem gibt es diese Schwankungen und plötzlich ist etwas ein Problem, was vorher lange wieder gut ging. Meistens geräuschebasiert. Nach paar Wochen ist es wieder ok aber eben nicht langzeitstabil. Reizoffen ist sie, aber für mich nicht negativ besetzt. Anfangs (frisch aus TS) war das alltagsuntauglich. Inzwischen kann sie meistens gut ausschalten und liegt z.B. entspannt wenn andere arbeiten. Genetisch muss sie ja reizoffen sein. Ich seh da kein Makel, bloss etwas was ich im Alltag berücksichtigen muss.