Beiträge von Querida

    Oje, Bedürfnisorientierung…

    Ich kenne einige Kinder, die so erzogen sind. Die kommen mir nicht mehr ins Haus, denn sie sind egoistisch, fordernd, frech, grenzenlos, übergriffig und einfach Stress pur.

    Die Freiheit eines Individuums endet für mich da, wo andere dadurch behelligt werden. Auch beim Hund. Und dadurch ignoriere ich garantiert keine Verhaltensweisen, die schädigen oder verletzen könnten und hoffe darauf, dass der Hund sie dann lässt. Bei selbstbelohnendem Verhalten eh Unsinn.

    Ich möchte arbeitsfreudige, motivierte Hunde -die dafür brennen, ihre Aufgaben zu erledigen. Das erreiche ich garantiert nicht dadurch, dass ich bereits bei lächerlichen Futterbeuteln über Futterentzug dem Hund verpule, dass er MUSS....statt zu wollen. Müsste ich meine Hunde vor der Arbeit aushungern, würde ich meine Ausbildungsmethoden ernsthaft hinterfragen.


    Darüber hinaus finde ich den Futterbeutel als Standardlösung ohnehin unsinnig - der bringt nur dann den gewünschten Erfolg, wenn diese Art der Beschäftigung dem Hund liegt. Meine Hunde würden sich zu Tode langweilen... Ein guter Trainer hat individuelle Ideen und Ansätze...

    Ich trainiere ja seit Jahren ohne Trainer für die BH…. Bräuchte ich einen, gäbe es aber 3 klare Qualitätskriterien:

    1) Weder Strecke noch Schema laufen

    2) Kurze Trainingseinheiten von wenigen Minuten und dafür Hund lieber 2x raus holen

    3) Keine Gruppenarbeit.

    Never ever würde ich mir einen verkorksten Jährling statt eines Welpen ans Bein binden und noch das gleiche Geld zahlen. Das bin aber nur ich. Ich würde eher weiter versuchen, einen Welpen zu bekommen.

    -s-

    Für meine Zwecke würde ich das auch niemals tun, weil ich bei meinen Welpen bei der Aufzucht Wert auf das Entwickeln von Arbeitseinstellung und Vorbereitung auf den späteren Sport lege.

    Wenn man aber unerfahren ist und einen Welpen selbst vermurksen würde, spart man sich mit einem Jährling die anstrengenden Phasen der Welpenzeit.

    Ich befürchte, dass bereits die Wohnlage (Hauptverkehrsstraße) für diesen Hund denkbar ungeeignet ist, denn unter ständigem Stress und ständiger Angst lernt es sich schlecht und gerade ein Hund, der als Welpe vermutlich nicht auf Menschen und deren Lebensumfeld sozialisiert wurde (was sich auch nicht einfach nachholen lässt), benötigt ein ruhiges, ländliches Umfeld - von dem aus er dann langsam Schritt für Schritt sein neues Leben kennen lernen kann.


    Insofern war es sicherlich gut gemeint, den Hund zu Dir zu geben - für den Hund aber der absolute Horror. Besteht die Möglichkeit, eine Pflegestelle in extrem ruhiger, ländlicher Lage zu finden? Nur so sehe ich für den Hund Aussicht auf Verbesserung der Lebensqualität. Eventuell wären auch weitere Hunde, die souverän und angstfrei sind, hilfreich, an denen er sich orientieren kann.


    Ich hatte früher selbst Hunde aus dem Auslandstierschutz, auch Angsthunde. Die Hunde wissen nach Ankunft ja nicht, dass sie "gerettet" wurden und für viele ist das neue Leben der absolute Horror, wenn Angstreize ohne Ende auf sie einprasseln....

    Gemeinsame Spaziergänge sind ein gutes Mittel, um aus allen drei Hunden ein Rudel zu machen. Jedoch braucht es dann auch einen Rudelführer und das darf kein Hund sein ;).

    Naja, man kann die Hunde aneinander gewöhnen und bestenfalls darauf hoffen, dass sie sich anfreunden (was bei erwachsenen Hunden gewisser Hundetypen schon selten genug ist). Ein Rudel wäre eine Gruppe miteinander verwandter Hunde, Familie also....

    Selbst zur Hundegruppe / zum Sozialverband werden Hunde aus verschiedenen Haushalten durch Gassigehen nicht - meine Hunde wissen ganz genau, wer hier dazu gehört und mit uns lebt und wer nur ein Gastspiel hat oder auswärts getroffen wird.

    Untereinander wird entsprechend vertrauensvoll gespielt, Kontaktliegen betrieben, gezergelt.... Wehe, das würde eine Gassibekanntschaft wagen!


    Mein Tipp daher: Wenn der Kontakt zum anderen HH wichtig ist, gemeinsam an der Leine auf Abstand Gassi gehen und auf stressiges und konfliktträchtiges "Spielen lassen" verzichten.

    Das ist welpentypisches Verhalten, das je nach Rasse und Hundetyp durchaus stark ausgeprägt sein kann.

    Ich bin jetzt ein wenig irritiert.... habt ihr keinerlei Erfahrung/Vorwissen und euch dann ohne entsprechende Anleitung einen Schäferhund zugelegt?

    Der braucht entsprechend fachkundige Erziehung und Ausbildung...

    Ohne Trainer vor Ort rate ich dringend von einer Einschätzung und Tips ab, dafür ist Knurren zu vielschichtig und nur in Kombination mit der restlichen Körpersprache und Situation zu deuten.


    Mein Rüde z.B. kommt gern zu einem... baut sich vor einem auf und knurrt/grollt aus tiefster Kehle. Wer ihn nicht kennt und lesen kann, bekäme Angst...

    Kennt man ihn, weiß man, dass man jetzt mit knurriger Stimme „oh, bist Du ein böser Junge“ sagen muss und dann freut er sich nen Ast, rast los und schnappt sich das nächste Spielzeug, um rumzukaspern. Hat sich irgendwann mal so entwickelt von ihm aus und wirkt richtig fies im ersten Moment.

    Nur ein Beispiel... würden Hundeanfänger ihn in Pflege nehmen, käme ganz bestimmt bald der verzweifelte Anruf, der Hund käme grundlos an und drohe massiv.

    Das scheint stark auf die Rasse anzukommen.... bei meinen Rassen hätte man mir einen Vogel gezeigt und mich wieder nach Hause geschickt, wenn ich auf die Idee gekommen wäre, meine Hunde bei den Züchtern mit aufs Grundstück nehmen zu wollen. Wäre vermutlich auch nicht gut ausgegangen...

    Manche würde es übervorsichtig nennen aber es hat sich für uns ausgezahlt.

    Ich finde das umsichtig und verantwortungsvoll von Dir. Lieber zu lange vorsichtig, als zu kurz - denn so ein Welpe trägt schnell Schaden davon, wenn ein Althund überreagiert.


    Ich habe es ja gerade mit unserem Welpen ähnlich gehalten, obgleich ich viel Erfahrung selbst mit der Zusammenführung schwieriger erwachsener Hunde habe.


    Bei uns läuft es jetzt ebenfalls super - hätte ich die Kleine ohne die schrittweise Eingewöhnung einfach zwischen die erwachsenen Hunde gesetzt, würden die sie jetzt nicht bespielen sondern hätten sie mindestens schwer verletzt.

    Ein gutes Management zu Anfang erspart Probleme, finde ich. Bei uns hat es jetzt 10 Tage mit erst Welpenauslauf im Wohnzimmer und Trennen und dann weichen Maulkörben bei den Alten gebraucht.... seitdem sind alle harmonisch ohne Sicherungsmaßnahmen zusammen und der Kleinen gegenüber tolerant. Sie spielen sogar im Liegen mit ihr, richtig süß.