Querida Du hast sicherlich Recht. Leider sind meine Nachbarn im Hinblick auf das Winseln und Bellen nicht so geduldig...
Sofern die läufige Hündin nicht im Nebenzimmer oder Hausflur sitzt, wäre ich da auch eher verständnislos. Weil irgendwo im Gassigebiet eine läufige Hündin unterwegs war, habe ich keinem meiner Rüden gestattet, zuhause noch stundenlang Terror zu verbreiten. Eine Verhältnismäßigkeit (Hündin/Duft vor der Nase) muss da aus meiner Sicht auch beim jungen Hund gegeben sein. Es ist schon ein Unterschied, ob der Hund zuhause noch einige Zeit aufgeregt ist und leise winselt, wenn man ihn zur Ruhe bringen will oder ob er jault, kläfft und die Wände hoch geht.
Meine Hunde lernen früh ein "Ruhe"-Kommando, denn ich habe ausschließlich Hundetypen, die generell dazu neigen würden, rumzunerven, fordernd zu bellen, zu quietschen, unruhig zu arbeiten usw. Das möchte ich nicht - daher fange ich bereits beim Welpen an, ihm beizubringen, "abstellbar" zu sein und nur über Gehorsam und Konzentration bei mir ans Triebziel zu kommen. Wenn der Hund dann erwachsen wird/in die Pubertät kommt, ist dann bereits der Grundstein gelegt, um derartiges Verhalten lenken zu können und dem Hund vermitteln zu können: Jenes Verhalten erlaube ich nicht, statt dessen möchte ich xyz...
Kurz gefasst: Impulskontrolle, Frustrationstoleranz und Bereitschaft zur Mitarbeit müssen sitzen.
Hat man da den Grundstock bis zur Pubertät nicht aufgebaut, wird es natürlich anstrengender - in Deinem Fall würde ich da zu einem guten Trainer raten, der Dir zeigt, wie Du das Generve Deines Hundes abbrechen kannst, falls es wirklich so schlimm und laut ist.
Wenn die Nachbarn schon sauer sind (zumindest in einer Mietwohnung heikel) und die Lösung des Problems eilt, wird es wohl keine andere Möglichkeit geben, als einen Abbruch zu erlernen.
Kastration ist keine Lösung - viele Rüden, die einmal "auf den Geschmack gekommen" sind, wollen danach trotzdem noch decken. Mein kastrierter Rüde zeigt unverändertes Interesse an läufigen Hündinnen. Allerdings wurde er aus medizinischen Gründen (Not-)kastriert und ich bin froh, dass sich sein Wesen nicht geändert hat.