ich fand die Studie/Reportage/Buch von Günther Bloch über die Pizzahunde sehr interessant. Buch gelesen und DVD geguckt. Die Rüden durften da wirklich nicht alle ran, bzw sogar nur 2 Rüden des ganzen Rudels (und es waren deutlich mehr Rüden als Hündinnen im Rudel) . Die mussten aushalten und lernen, dass sie halt nich ran dürfen. Ich würd das gern meinen Hund auch vermitteln, mir fehlt da nur noch der Weg "WIE". So einzelne Dinge habe ich mir schon erlesen, wie zb. den Hund beim schnüffeln nicht reinsteigern lassen, dh. sobald er anfängt zu schlecken und länger zu verweilen, dies zu unterbinden usw. aber das war bisher der einzige Trainingsschritt,den ich so "gefunden" habe. Vermutlich gibt es noch viel mehr Dinge, die ich im Alltag zu Hause/mit den Mädels nebenan und unterwegs schon tun kann, aber bisher erfahre ich darüber sehr wenig. Habe sogar bei HH nachgefragt mit unkastrierten gemischten Rudeln zu Hause, aber ich bekomme irgendwie selten auskunft. Ich weiß manches kann man nicht pauschal empfehlen, aber irgendeinen Ansatz zum probieren und üben,hätte ich schon gerne. Ich wollt ihn demnächst in dieser Zeit noch mehr mit Dummyarbeit "ablenken". Erst habe ich das nicht gemacht, weil ich mir mein Training nicht versauen wollte, aber eigentlich machen wir nur Hobbymäßig und er liebt die Dummys wirklich sehr,sodass ich es jetzt diesmal mehr damit versuche. Ob es ihn davon abhält daheim die Bude vollzuheulen,wenn wir arbeiten sind? ich weiß es nicht.... irgendwelche Pflanzlichen Mittel, die ihn weniger "leiden" lassen, wirken wirklich immer sehr verlockend 
Ich halte ja auch seit jeher gemischte Rudel, teils alle unkastriert und dennoch problemlos.
Aus meiner Sicht helfen keine vereinzelten Tips sondern das Gesamtsystem muss stimmen, das bereits bei der Welpenaufzucht beginnt:
- Nehmen die Hunde mich als hinderlichen Klotz am Bein und Spaßbremse wahr, oder als Highlight, mit dem sie unbedingt zusammen arbeiten wollen?
- Sind die Hunde am Hundeführer orientiert oder außenorientiert (andere Hunde, Schnüffelstellen usw.)? Warum ist das so? (Oft HF-Fehler)
- Wie sind Impulskontrolle und Frustrationstoleranz?
- Wie ist der Ausbildungsstand?
- Fordert der HF gemäß des Ausbildungsstandes den Gehorsam ein, verlangt aber nichts, was der Hund noch gar nicht kann?
- Empfinden die Hunde den HF als souveräne, faire, sichere Führung oder als wankelmütiges Anhängsel an der Leine?
- Ist der HF konsequent und beständig?
Hinzu kommt, dass die meisten Hunde nicht gelernt haben, unter starker Ablenkung zu arbeiten. Sobald ein vermeintlich interessanterer Reiz ins Spiel kommt, ist der HF abgeschrieben und die Arbeit wird abgebrochen.
Die Kunst, langfristig einen Hund heran zu ziehen, der auch unter stärkster Ablenkung mental beim HF bleibt, besteht meiner Meinung nach darin,
- den Schwierigkeitsgrad konsequent und langsam so zu steigern, dass der Hund den Interessenkonflikt noch zugunsten des HF lösen kann (Machbarkeit für den Hund)
- Beherrschtes dabei konsequent und klar einzufordern
- zunächst mit immer gleichen Bildern zu arbeiten (Automatismen generieren)
- den Hund in einer Trieblage zu halten, die mentale Löcher stopft und Spaß mit dem HF vermittelt (Zusammenarbeit lohnt sich)
- den Hund abzusichern (unerwünschtes Verhalten führt niemals zum Erfolg, Mitarbeit lohnt sich)
und
darauf zu achten, keinen meidenden sondern einen zum HF aktiven Hund anzustreben.
Das alles lernt man am Besten live am Hund unter Anleitung erfahrener Hundler. Bücher und Texte sind schön und gut - ohne Korrektur und Anleitung durch reale Personen in der Praxis macht der Mensch aber einfach zu viele Fehler.
Meine Hündinnen lasse ich übrigens auch läufig und die Rüden auch bei Anwesenheit läufiger Hündinnen ganz normal arbeiten. Meiner Erfahrung nach ist das der mentalen Ausgeglichenheit zuträglich und verhindert bei Hündinnen Scheinträchtigkeit und bei Rüden oversexed-Verhalten.