Beiträge von Javik

    Frohes neues Jahr euch allen!

    Hier haben es die Hunde eigentlich ganz gut gemacht. Baldur habe ich meinen Schlüsselbund gegeben, danach war alles andere uninteressant. Für Koda hatte ich Wurst, das ging auch eine Weile gut, da er mittlerweile recht schwer hört.

    Bis die Polenböller kamen. Ich dachte beim ersten ungelogen, dass gerade die Fabrik (die zwischen unserem Haus und der Grenze liegt) auf der anderen Straßenseite in die Luft geflogen ist. Wir haben die Dinger gespürt.

    Ich habe die halbe Nacht damit verbracht mit Koda in einer Ecke zu sitzen und der Tiere zu Kriegszeiten zu gedenken...

    Ich verstehe das mit dem Geruchsdöschen nicht. Normalerweise nimmst du Futter in 1, den Gegenstand in die andere Hand.

    Der Hund lernt, stupste ich den Gegenstand an, bekomme ich die Leckerchen.

    Ansonsten liest es sich für mich als ob er einfach keinen Bock dazu hat, entweder weil er es grundsätzlich langeilig findet, oder weil irgendwas bei der Konditionierung schief gelaufen ist

    Das ist genau der Aufbau. Nur eben mit Klicker.

    Erst ein ganz sauberes Anzeigeverhalten aufbauen, ggf. auch über das Anzeigen des Primärverstärkers und wenn das sitzt erst die Konditionierung auf den zu suchenden Geruch?

    Gibt da viele Videos zu, ganz schön zeigt das swdi auf YouTube oder FB. Hat halt nur nichts mit dem Aufbau nach ZOS zu tun. Hat mein Labbi aber so auch viel besser verstanden.

    Mir geht es nicht unbedingt um original ZOS, ich will ja keine Prüfunden machen oder ähnliches. Mit ging es um Spaß und Auslastung oder eben jetzt um echte Spürhunde-Arbeit. Die Regeln sind mir also grundsätzlich egal.
    Einen Scat dog würde ich auch definitiv über Anzeige zuerst aufbauen, einfach weil das wirklich wichtig ist, dass er da vorsichtig ist. Bei Baldur wars mir relativ egal. Nur, dass er alles mir Karacho durch die Gegend kickt oder kaputt macht mit seiner rabiaten Anzeige was mir halt zu viel. Insofern habe ich da nicht soo viel Wert darauf gelegt.
    Für mein derzeitiges Problem hilft das aber nicht. Egal ob er schön anzeigt oder nicht, solange er nicht sucht hilft das nicht so viel.

    Javik

    Wie bestätigst du ihn denn? Also unabhängig vom Klicker, was ist seine Belohnung für die Arbeit? Wie arbeitet er sonst mit dir zusammen? Was macht er gerne?

    Mir scheint es auch so, wie @Frankyfan schon geschrieben hat, dass er einfach keine Lust hat, daher müsste man meiner Ansicht nach an der Motivation arbeiten.

    Beim ZOS über Futter. Ich bau alles was ich drinnen mache oder neu anfange über Futter und Lob auf. Zum einen kann man das ruhiger geben und sofort weiter machen, zum anderen ist Beute da zu hochwertig, da kann er nicht mehr ordentlich denken. Funktioniert super um ihn draußen besagte Beute suchen zu lassen, aber nicht wenn er drinnen das Hirn nutzen soll.
    Er ist definitiv willig zu arbeiten und zu gefallen und alles richtig zu machen. (Eher zu sehr und er steht sich teilweise selbst im Weg.)
    Was er gerne macht ist eher bewegungslastig als kopflastig. Lieblingssport ist Flächensuche, Dummy, Menschen, egal... (wobei ich auch da stark vermute, dass er mehr über rennen und Augen arbeitet, als über Nase)


    Ich finde ihn tatsächlich relativ kompliziert zum arbeiten, weil ich allgemein sehr viel umdenken und anders machen muss(te) als bei allen anderen Hunden, da er irgendwie anders denkt/lernt.


    Ich denke (fürchte), dass es wirklich daran liegt, dass Nasenarbeit nicht so seins ist und der Rest liegt einfach daran, dass ich es nicht schaffe es ihm zu vermitteln was ich von ihm will. Also intuitiv macht er da gar nichts. Ich habe zB mal eine Spur mit einem ganzen Pansenlappen durch den Garten gezogen. Kodas Nase ist wie ein Magnet runtergegangen und er hat sich daran zum Ziel gesaugt ohne es jemals zuvor probiert zu haben. Baldur ist rumgehüpft bis er zufällig so den Geruch in die Nase bekommen hat. Wenn ich nicht besser wüsste, hätte ich schon bei mehreren Gelegenheiten überlegt ob was mit seiner Nase nicht stimmt.
    Ist halt total blöd, weil ich Nasenarbeit liebe und Herr Hund ja auch arbeiten will. Deswegen wäre es mir deutlich lieber festzustellen, dass es einfach an meiner Unfähigkeit liegt...

    Ich bräuchte mal euren Rat bevor ich aufgebe.

    Es geht um das (eigentlich) simple Thema Geruchskonditionierung. Bisher hat das auch bei keinem Hund Probleme bereitet, aber bei Baldur beiße ich auf Granit. Ich versuche das jetzt seit knapp 2 Jahren...

    Angefangen habe ich mit Klicker und einem Geruchsdöschen, das er anstupsen sollte. Hat er gelernt, aber keinerlei Verknüpfung mit dem Geruch. Also sobald da zwei sind wird die Anzeige absolut random, keinerlei Verbesserung.

    Nächste Methode in der Hoffnung, dass er versteht, dass er die Nase einsetzen soll: Dann habe ich den Geruch mit Futter gekoppelt so, dass er anfangs Futter sucht (also Futter und Geruchsstoff liegen nebeneinander). Macht er so semi (er ist absolut kein Futterhund), aber auch nur bis zu einem bestimmten Verhältnis. Wenn der Futtergeruch zu schwach wird, zeigt er nicht mehr richtig an, egal wie intensiv der andere Geruch ist. Wieder keine Verknüpfung...

    Und letzte Option, da er ja Dummy und Co ganz hervorragend und begeistert sucht: Multibringsel mit getrockneten Steinpilzen. Das hat er gut gesucht (und passabel angezeigt*). Als ich dann irgendwann ein Stück Pilz wo eingeklemmt hatte, hat er es auch gefunden, abgeschnüffelt und ist weiter. Keine Anzeige.

    Ich habe dann versucht das zu klickern. Nope... Wenn die Pilze frei liegen frisst er sie, wenn er nicht ran kommt sind sie langweilig.

    Das andere Problem (wobei das wohl einfach nur seeehr viel Fleiß bräuchte) ist die Anzeige. Baldur ist eher so der Pfotentyp mit aktiver Anzeige. Kurz, Eindringverhalten par excellence, keinerlei Ruhe, sehr schwer da ein Verhalten reinzuklickern. Was ich aber bräuchte ist eine ruhige passive Anzeige, die die Probe exakt zeigt (mit der Nase), aber möglichst auf Abstand damit diese nicht beschädigt wird. Also genau das Gegenteil...

    Er sucht grundsätzlich sehr gern, aber eben nur Beute die ihm direkt "nützt" und ich schaffe es bei diesem Hund absolut nicht ihm klar zu machen, dass es was langweiliges suchen soll um an die tolle Beute zu kommen.

    Mein Problem ist folgendes: Ich hätte einen Spürhundjob zu vergeben und will derzeit eigentlich keinen neuen Welpen, mein Freund wäre von Hund #3 auch nicht begeistert. Außerdem habe ich hier ja einen noch recht jungen arbeitswütigen Hund. Aber derzeit sehe ich ddabei Baldur einfach keine realistischen Erfolgschancen.

    Hat noch jemand Tipps, Tricks, Erfahrungen? Oder auch einfach nur eine Meinung zum Thema weiter versuchen vs. neuer Hund?

    So in der Momentaufnahme sieht das schon sehr ernst aus und ich würde einem Hund mit der Mimik nicht nur nicht ins Maul greifen, sondern einen Schritt zurück machen.

    Und ich habe keine Angst vor Hunden.

    Mir fallen zwei mögliche Erklärungen ein. Zum einen gibt es auch Hunde die nicht normal kommunizieren, ist aber ziemlich selten. Die andere ist (und die halte ich für deutlich wahrscheinlicher), dass der Hund das schon absolut ernst meint, nur dummerweise ist er zu gutmütig den nächsten Schritt zu gehen und ist an eine Halterin geraten die weder Respekt vor dem Lebewesen hat noch ihn auch nur im geringsten Ansatz lesen kann.

    Baldur: Ins Bällebad vom Småland beim Ikea.

    Koda: Die nächste Metzgerei wäre ausreichend.

    Ich glaube meine Hunde sind recht aspruchslos was Urlaub angeht. Hauptsache 100%ig dabei, nicht zu heiß, nicht zu kalt, nicht zu faul, nicht zu stressig und vorzugsweise 100% Freilauf.

    Bei den Kindern wird es aber genau so verwendet.

    "Reizoffenheit" bezeichnet dort die ungefilterte Reizaufnahme und die Unfähigkeit diese Reize angemessen zu verarbeiten.

    Also genau das Gegenteil vom hochkonzentriert arbeitenden Hütehund, der während der Arbeit noch in der Lage ist, die Signale seines Menschen klar wahrzunehmen und richtig darauf zu reagieren.


    Das ist schwammig ausgedrückt. Die Frage ist erstmal was mit "angemessen verarbeiten" gemeint ist, denn da gibt es zwei Möglichkeiten.

    Egal, um das was ich meine auf Hunde zu übertragen: Ein Hütehund, der in einer Großstadt oder auf einem großen Kindergeburtstag schnell mit den Nerven am Ende wäre, kann an einer Schafherde ganz wunderbar arbeiten. Ein Hütehund der sich von jedem Rauschen in den Blättern von der Arbeit ablenken lässt ist nicht zu gebrauchen.

    Unter dieser Begriffserklärung finde ich nich nicht, das Terrier unter reitzoffen fallen, die können ja in der Regel recht gut priorisieren.

    Aber ich kann mir nicht vorstellen das das dannzum Beispiel für den wirklich arbeitenden Malli oder Border ( Also Malis im Polizeidinst oder Border an den Schafen, nicht die Sporthunde) eine erstrebenswerte Eigenschaft ist, beide rasen müssen sich ja in ihrer Arbeit auf das wesentliche konzentrieren, der Malli auf die Zusammenarbeit mit ihren Hundeführer und der Border auf die Pfiffe des Schäfers und die Bewegung der Schafe.

    Ich glaube du hast mich missverstanden.

    Reizoffenheit geht eben nicht automatisch mit Priorisierungsstörungen einher. Das Krankheitsbild AD(H)S entsteht (u.a.) durch die Kombination dieser beiden Komponenten. Wobei es da auch den Hyperfokus gibt... aber das führt zu weit...

    Ich gehe jetzt erstmal 100 mal reizoffen tippen. Vielleicht schaffe ich es irgendwann nicht mehr reisoffen zu schreiben :headbash:

    Wären wir hier in der Wissenschaft, müsste jeder einzelne erstmal seine Definition äußern, damit die Aussagen nachvollziehbar sind.

    In der Wissenschaft wäre die Begriffsdefinition das Erste was man klärt wenn ein Begriff eingeführt wird und nur in Spezialfällen oder bei Neuerungen/Änderungen wird über eine Anpassung diskutiert. Aber bestimmt nicht mit dem Ansatz: Jetzt sagt jeder mal was er sich darunter vorstellt. ;)

    Ich verwende es so, wie es auch beim AD(H)S verwendet wird. Das Gehirn filtert automatisch Reize für uns damit wir nicht von einer Fülle unnötiger Informationen erschlagen werden (ein schönes Beispiel ist unsere Nase, die wir nicht sehen obwohl sie in unserem Blickfeld liegt). Liegt die Effektivität dieses Filters auffällig unter der Norm ist jemand reizoffen. Man nimmt also Reize bewusst wahr, die die meisten andere Gehirne mit dem Stempel "derzeit unwichtig" im Unterbewusstsein verschwinden lassen würden.

    Es ist also erstmal nichts was grundsätzlich eine schlechte Eigenschaft oder gar krankhaft wäre. Das Problem beim AD(H)S ist ja, wie gesagt, die damit einhergehende Priorisierungsstörung und die Tatsache, dass unsere Umwelt oftmals sehr viele Reize hat.
    Beim Hund ist das Problem normalerweise auch eine überreizte Umgebung, ein schlechtes Nervenkostüm usw.

    Mein Hund ist mega reizoffen aka alarmiert aka überaufmerksam aka 180 Grad Blick.

    Das würde ich zB schon eher Richtung nervös einstufen (zumindest das was ich beim Lesen vor Augen habe).

    Reizoffen ist nichts was man direkt sieht, sondern nur indirekt mitbekommt, da es einen Unterschied zwischen einen Reiz wahrnehmen und auf einen Reiz reagieren gibt. Ein Hund der reizoffen ist, aber die richtigen zusätzlichen Charaktermerkmale hat die ein funktionaler Arbeitshund hat/braucht, zB Nervenstärke, die Fähigkeit zu priorisieren (was ja bei AD(H)S auch das Hauptproblem ist) und dazu in der richtigen Umgebung lebt, kann zB sehr ruhig und entspannt durchs Leben gehen. Und das durchaus auch ohne großes Training dazu.