Die durfte anfangs absolut nichts alleine regeln, stand immer im Kommando wenn uns ein Mann entgegen kam,
Wie hast du das denn gemacht mit dem im Kommando stehen? Aber schon angeleint bei solchen Begegnungen, oder? Wie lange hat es gebraucht mit dem Training, bis sie nicht mehr an der Leine zog, sondern normal neben dir her ging?
Du musst mir keine Details nennen, aber so als Richtwert. Weil das klingt alles so spielerisch einfach bei dir, aber ich kann mir vorstellen, dass es das nicht immer war, oder?
Ich hatte komplett andere Voraussetzungen als du jetzt. Ich habe dir die Geschichte erzählt weil du gefragt hast, nicht weil ich da groß Parallelen sehe.
Meine Hündin kam aus großer, namhafter Leistungszucht. Sie war Sporthund, wurde da aber mit knapp einem Jahr als unbrauchbar aussortiert (und wurde dann Wanderpokal). So wie der Hund auf Kommandos und Trainingssituationen reagiert hat, kann ich raten wo das Problem lag. Nämlich nicht beim Hund..........
Auch der Alki, der sie scharf gemacht hat, hat sie gearbeitet. Auch da weiß ich zufälligerweise wie er sie gearbeitet hat, aber er es gemacht.
Und im Tierheim, wo sie 2 Jahre oder so saß, wurde später auch mit ihr gearbeitet.
Heißt, der Hund den ich bekommen habe war nicht nur ein echter Schäferhund (eben auch mit sämtlichen positiven Eigenschaften), sondern auch durchaus gut erzogen. Mit größtenteils sehr unguten Mitteln und Methoden erzogen, aber eben erzogen. Ich musste da also nur anknüpfen und alles auffrischen und ich hatte zusätzlich noch den riesigen Bonus bei ihr, dass ich sie nett gearbeitet habe. Aber nicht einmal das war neu für sie, das hatte ja das Tierheim schon für mich übernommen.
Dazu war es eben ein Hund mit bekannter Geschichte. Sie hatte exakt zwei Trigger und es war von Anfang an klar was die sind: Alkohol und Männer, schlimmstenfalls beides gleichzeitig.
Ich wusste also genau was auf mich zu kommt und ich wusste, dass der Hund in mein Leben passt (kein Alkohol und Männer sind auch kein großes Thema, aka wenig Triggersituationen). Wirklich anstrengend (und auch für mich und meine Hunde nicht ganz ungefährlich) waren also eigentlich nur die ersten paar Monate, bevor sie mir vertraut hat. Danach ging es in großen Schritten bergauf und war, zumindest in meinem Alltag wie er damals war, eben normalerweise unproblematisch.