Beiträge von Mehrhund

    Maulkorbtraining meintr die Tierärztin auch, ich hoffe nur, dass das klappt.

    Dieser Hund ist nämlich anders als Andere. ? Er nimmt keine Leckerlies, hat kein Interesse am spielen. Er hört generell nicht sehr gut, trotz Hundeschule.

    Er nimmt keine Leckerchen! Er will nicht spielen!

    Und deshalb kann man den Hund nicht erziehen?

    Ist das heute echt so, dass man mit diesen beiden Ausreden um die Übernahme von Verantwortung kommt?

    Noch die Zutaten: "Er hört nicht, trotz Hundschule." und: "Er kommt aus dem Tierschutz." und dann ist alles gebongt und man kann jeden Beissunfall mit: "Der Hund ist anders als Andere" entschuldigen.


    Davon abgesehen, dass der Hund beim TA jalsch gehalten wurde, finde ich deine Einstellung sehr irritierend.

    Ich finde es toll, dass du den Tauben Hund nimmst.

    Und ich möchte nochmal was tauben Hund allgemein schreiben, aber deinen Thread nicht sprengen, deshalb im Spoiler

    Spoiler anzeigen

    Und hier zur Erziehung.

    Ich habe um 2000 herum Fr. Feldmann kennengelernt. Sie hat ein System des Hundetrainings verschriftlicht.

    Ausgehend von ihren Beobachtungen, dass Hunde immer erstmal auf Körperzeichen reagieren.

    Das ist allen hier bekannt, spätestens, wer für die BH übt, wird hören, dass er diese und jene Körperhilfe abbauen muss, weil es sonst Abzüge gibt.

    Fakt ist, man kann einen sehenden Hund wunderbar nur mit Körper"befehlen"-Signalen ausbilden und quasi NIE sprechen. Das Gehör ist hier überhaupt nicht erforderlich.


    Jeder bildet eh über die Körpersprache aus. Das sieht man überall und ständig. Nur dass die wenigsten das für sich nutzen.

    Wenn man ein System hat, was ich begonnen habe bei Fr. Feltmann und im Verlauf für mich angepasst habe, dann ist das einfacher als Worte.

    Einzig die Belohnung eines tauben Hundes, wie das mit dem Clicker gut geht, hab ich erst mit meiner Hündin ausprobiert als ich das Vibrationshalsband im RO Training als Clicker nutzte (genial).

    Bei jungen Hunden oder neue Hunden, die nicht erzogen sind (also nicht "hören"), trainiere ich an einer langen Schleppleine sich unterwegs an mir zu orientieren.

    Also ich belohne schlicht und ergreifend jede Umorientierung zu mir. Ich will keinen Hund, der neben mir rumhampelt, das Ziel ist ein Hund, der mit mir spazierengeht, nicht ständig weg ist ect.

    Ich möchte bei dieser "Orientierung zu mir" ausdrücklich NICHT, dass der Hund jedesmal zu mir kommt, sondern, dass er auch in der Entfernung, wo er guckt, belohnt wird.

    Das ist auch kein Rückruf.

    Den Rückruf trainiere ich unabhängig davon.

    Wenn ich den Rückruf trainiere, dann halte ich in einer Hand ein Leckerchen (Belohnung halt) und mache eine grosse Bewegung mit dem ARM. (Hintergrund: mein (taubes) BC Mädchen hatte einen risiegen Radius, wo ich sie stimmlich (ich wusste ja nicht, dass sie taub ist) nicht erreichen konnte. Und so hatte ich ab Welpenalter einen Hund, der kam, wenn ich mit dem Arm "gerudert" habe. War super einfach.

    Schwieriger war dann das als verbalen Befehl zu gestalten, wenn ich versucht habe ohne Körpersprache zu arbeiten.

    Und da ich nicht wusste, dass sie zum Zeitpunkt einseitig taub und auf der andern Seite sehr schwerhörig war, war das frustrierend. Der Hund hat dann gelernt auf meinen Mund zu schauen und hat erkannt wann ich pfeiffe. Aber sie hat auch diesen hohen Ton noch lange hören können.

    Bis ich sie irgendwann nicht mehr erreichen konnten mit Tönen und dann die ärtzliche Untersuchung mit 9 Jahren erbrachte, dass sie taub ist.


    Und als sie dann wie gesagt nicht mehr auf das hohe Pfeiffen reagierte, ab da habe ich sie eben mehr sichern müssen, dass sie nicht vors Auto läuft, aber ansonsten war alles wie immer.

    Was wirklich schwierig ist, ist einen blinden Hund zu erziehen. Meine Mentorin, Fr. Feltman meinte sogar, dass ginge gar nicht.

    Ja, genau. Ich hoffe, wir können das spätestens Montag klären. Ich möchte gar nicht mehr soo lange warten :sweet: Auch in der Hoffnung, dass die Autobahn innerhalb der Woche leerer ist.

    Danke, Mehrhund. Es ist bloß eine andere Kommunikation, aber nicht 'schwerer'. :ka:

    Hunde lesen erst die Körpersprache, bevor in der Ausbildung die Wörter kommen. Das nutze ich immer schon bewusst bei jedem Hund, den ich ausbilde. Und so habe ich auch meinen fast tauben Hund zum Rettungshund ausgebildet.

    Es ist nur schwieriger, wenn der Hund perfekt ausgebildet ist und nicht guckt.

    Wenn ein meiner hörenden Hunde zu mir gucken und ich sie rufe, dann mache ich das auch mittels Handbewegung.

    Rufen, Pfeifen tue ich nur, wenn sie mich nicht sehen.

    Und hier kann es beim tauben Hund zum Einsatz eines Vibrationshalsbandes kommen.

    :ka:

    Ich wollte dir nur meine Erfahrungen schildern.

    16 Monate, 5 Wochen bei dir, hört irgendwie wohl manchmal.

    Wird gerufen und kommt nicht, wird weiter gerufen und kommt nicht.

    Es ist jetzt wirklich ganz hart , was ich jetzt schreibe. Und schonungslos.

    Und unverblümt.


    Der Hund ist nicht erzogen.

    Der Hund sollte erzogen werden.

    Da gibts keinen Trick, das ist ein längerer Prozess, der Spaß macht, aber auch mühsam ist.

    Die gute Nachricht, es gibt mittlerweile gefühlt ebensoviele Hundetrainer in Deutschland, wie es Hunde gibt. Da würde ich mal einen befragen.;)

    Ich verstehe ehrlich gesagt nicht warum sich hier so am Begriff Vermenschlichen aufgehangen wird. Jeder von uns weiß doch eigentlich was damit gemeint ist ...

    Ich erwische mich auch manchmal selbst dabei das ich menschliche Emotionen auf die Hunde übertrage.

    Ich weiß nicht was du meinst. Du kannst deine Emotionen bewusst übertragen? Wie geht das? Ich möchte das auch. Ich empfinde Freude beim Anblick des Feindes meines Rüden und Zack, empfindet der das auch.

    Ist doch aber ein interessanter Diskurs.

    Ich sehe übrigens bei vermeintlicher Vermenschlichung oftmals keine Vermenschlichung. Eher Projektion und/oder egozentrische Generalisierung. "Wenn ich das so empfinde/ sehe/ erfahre/ wünsche, wird das von allen Wesen so empfunden/ gesehen/ erfahren/ gewünscht."

    Das kommt sehr oft von Menschen, die nicht in der Lage sind, tatsächliche Empathie aufzubringen und sich in andere hineinzuversetzen. Und genau der Punkt bringt wieder zurück zum Thema gefährliche Hunde und der HHF. Denn anhaltendes Verkennen von Bedürfnissen und falsche Behandlung kann ein möglicher Auslöser für Aggressionen sein.

    Das möchte ich 10 mal liken!

    Knackig das wesentliche auf den Punkt gebracht. Danke.

    Ich bin auch der Meinung das die Vorstellung von Moral ein Menschliches Konstrukt ist.

    Aber auf bis dass auscheidungen fressen und sich in Toten lebewesen wälzen, tun menschen die von dir aufgezälen dinge auch alle. Nicht alle nicht immer.

    Aber auch alle Hunde tun nicht alles nicht immer.

    Es gibt doch diese teuren Kaffebohnen, die Affen fressen und ausscheiden, bevor Mensch sie dann konsumiert.

    Ich sehe es ähnlich wie Murmelchen . An einen TS Verein oder TH zahle ich natürlich die Schutzgeühr, nicht wegen des Hundes sondern wegen des großen Ganzen. Aber einer Privatperson, die den Hund los werden will, nicht. Warum auch?

    Weil es wie immer auf die Umstände ankommt.

    Meinen Joe hätte ich auch von der Privatperson abekauft.

    Nun hat er den Umweg über eine Pflegestelle genommen und das Geld bekam dann nicht der Halter, der ihn versaut hat, sondern die Notinitiative, die ihn aufnahm.

    Natürlich steckt dahinter immer: Ich gebe keinen Cent an einen XXXXX Vermehreraxxxxh. Aber über Ebay sind schon einige Hunde in Notstellen gekommen, weil es Menschen gibt, die da reinschauen, Kontakt aufnehmen und so manchem Halter die Leviten gelesen haben, und dem Hund geholfen haben.

    Es gibt Fälle, wo Halter gar nicht wissen, dass es Notstellen gibt und dass man gefälligst verantwortung übernehmen muss.

    Deshalb muss man nun nich jeden Ebay-Hund kaufen, aber man kann durchaus hingucken.

    Ich muss noch mal auf die Vermenschlichung zurückkommen und auf ein Zitat von Feddersen-Petersen, welches Hundundmehr ansprach.

    "Anthropomorphes Denken in unterschiedlichen Ausprägungen wird Hunden insbesondere bei Bestehen einer engen emotionalen Bindung zuteil. Diese an das Subjekt gebundene Vermenschlichung muss nicht a priori falsch sein, wirkt im Gegenteil einer Objektivierung, die zur Versachlichung und zum Gebrauch (Verbrauch, schlimmstenfalls zum Missbrauch) tendiert, entgegen. Nur Objekte, die eine subjektive Bedeutung erhalten, werden wirklich geschätzt und geschützt (Gebhard 1994)" (Aus: Ausdrucksverhalten beim Hund, Feddersen-Petersen)"


    Feddersen-Petersen sagt damit aus, dass es besser ist zu vermenschlichen, als den Hund als Sache zu sehen.

    Und da bin ich absolut bei ihr.

    Die menschliche Empathie hingegen hat viele Erklärungen und es gibt noch viele ungeklärte Fragen:

    Zitat:

    "Obwohl Empathie zu den grundlegenden menschlichen Eigenschaften gehört, weiß man noch recht wenig darüber, warum Menschen über diese Fähigkeit zum Nachfühlen verfügen. Eine Wurzel des einfühlenden Verhaltens liegt dabei nach neuesten Forschungen in neurobiologische Mechanismen begründet, denn Beobachten und Nachahmen von Emotionen bei anderen Menschen rufen im Gehirn fast die selben Erregungsmuster hervor. Siehe auch den Chamäleon-Effekt. Obwohl Empathie in der Regel als eine positiv zu bewertende Persönlichkeitseigenschaft gilt, kann zu viel Einfühlungsvermögen auch negative Folgen haben, denn manche Entscheidungen die aus diesem Gefühl heraus getroffen werden, sind oft sehr kurzsichtig. (Stangl, 2020)."

    Verwendete Literatur

    Stangl, W. (2020). Stichwort: 'Empathie'. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.

    WWW: https://lexikon.stangl.eu/1095/empathie/ (2020-08-15)

    Unter dem Deckmantel der Empathie kann man also durchaus sehr fehlerhafte Interpretationen tierischer Emotionen "herleiten". Also Vorsicht mit zu einfachen Erklärungsmodellen.

    Um das abzurunden empfehle ich den Interessierten den Unterschied zwischen "kognitiver Empathie" und "emotionaler Empathie" zu erlesen.

    Und das alles ist erstmal "nur" zwischen der Gattung Mensch.

    Wer kognitive und emotionale Empthatie bei Menschen gut unterscheiden kann, und dann sich mit Hundeverhalten sehr gut auskennt, der/die kann dann versuchen sich emotional emphatisch auf Hunde-verhalten, -mimik, -gestik und lautäusserung einzufühlen.

    Wunderbar einfach und bildlich gut erklärt ist der Unterschied hier:

    https://wyriwif.wordpress.com/2018/01/13/kog…onale-empathie/

    Und dann gibt es ja noch das Thema der Projektion und der Gegenübertragung.

    Ich denke, dass unsere Empathie zu den Tieren oft auf menschlicher Kognition basiert. Und weniger häufig emotionale Empathie ist.