Ich möchte nur verstehen, was am Apportieren an sich so schlimm sein soll.
Ich glaube, wir haben da unterschiedliche Vorstellungen? ich denke da gar nicht an Drill oder Sport und ich erwarte garantiert keine "Leistung" von ihm. Wenn`s dauert, dauert`s halt, Hauptsache, er findet es spannend.
Das ist dein Denkfehler. Apportieren ist eine ernsthafte Aufgabe für den Hund. Man kann alles spielerisch auftrainieren, aber es bleibt Training (manche sagen Drill, manche Sport).
Den "Apport" habe ich mit meinen Hunden angefangen ihnen schmackhaft zu machen, indem ich den Impuls des sehr jungen Hundes Dinge in oder auf seine Schlafstelle zu schleppen, ausgenutzt habe.
Also ganz konkret beim Collie: 4 - 5 mal, dann hatte der verstanden, was ich meine.
An anderer Stelle ein AUS konditioniert. Und eine HIER. Und ein Vorsitz.
Da ich das auch nicht für Leistungsport benötige, war mir wurscht, wann es ich die ganze Kette zusammengebastelt habe.
Also der Hund kannte
1. AUS
2. Etwas tragen
3. Etwas suchen
4. Etwas bringen
5. Etwas schnell zu mir bringen
6. Sich so hinsetzen vor mir, wie wir das geübt hatten
7. Die Beute im Maul zu halten
8. Die Beute auf das Wort AUS aus dem Maul fallen zu lassen
9. Bei Berührung der Beute meinerseits, die Beute ruhig zu halten.
Ob man das nun perfekt oder unperfekt übt, ist dem Hund ansich vollkommen Latte.
Das einzigste, was zu überlegen ist, ob man einen so kleinen Hund den Vorsitz beibringen möchte, weil man sich immer über ihn beugen muss und damit körpersprachlich bedroht.
Oder ob der Hund am Ende mit der Beute zergeln darf oder lieber nicht.
Ich will dir damit aufzeigen, dass an erster Stell dein Plan stehen muss, was du dem Hund beibringen möchtest.
Ein Hund, der noch soviel Knete im Kopf hat und draussen alles frisst, was rumliegt. Und diesen Hund auf der anderen Seite aufzutrainieren, Dinge am Boden zu suchen, ist vom Ansatz gut gemeint, aber du trainierst mit dem Hund gerade: Such alles was irgendwo rumliegt.
Auf der anderen Seite ist es vollkommen normal, dass ein junger Hund eben alles ins Maul nimmt.
Und dann traininerst du aus, mit den guten Dingen und die Dinge, die er nicht fressen soll?
Was passiert da?
Was lernt der Hund, wenn er draussen nichts fressen darf, und drinnen die Dingen abgenommen bekommt?
Er lernt schlicht und ergreifend schneller zu klauen, zu fressen, heimlicher Dinge zu zernagen und nicht herzugeben.
Meine Empfehlung: lass das ganze Apportgeübe und sieh zu dass du den Hund dazu bekommst, gut an der Leine zu laufen, zu kommen, wenn du rufst und übe ein nein.
Und ich empfehle Clickertraining, falls du das noch nicht machst.
Da kannst du spielerisch ganz viele Dinge vorbereiten mit ganz viel Spass für dich und den Hun.
Und dann kommt die Kette: Hund wird hingesetzt, man wirft was oder hat vorher, was ausgelegt, man schickt den Hund. Der Hund läuft los, bei SUCH und sucht und findet und bringt ...un so weiter...
Das kann man wunderbar später nutzen.
Noch ein Sporttipp: Mach dich mal zu ZOS schlau.