7. Stichwort Welpenkleingruppe
Ich dachte, das sei so wichtig wegen der Sozialisierung? Habe viel Mühe und Recherche investiert, eine moderierte, kleine Gruppe zu finden, in der ähnlich große Tiere zusammenkommen. Außerdem war mir wichtig, dass es kein unkontrolliertes Spiel gibt und dass zwischendurch Ruhepausen gemacht werden. Werde das Thema heute nochmal mit der Trainerin besprechen.
ABSOLUT VERNÜNFTIG und richtig und wichtig.
Gestern war die Hundetrainerin da. Das hat sehr geholfen. Sie hat uns drei große Aufgaben gegeben: Täglich ein paar Schnüffelspiele, Deckentraining und Hausleine, um bei Bedarf ihren Radius zu begrenzen.
Finde ich einen ganz schlechten Rat. Sorry, dass ich das so deutlich bin. Unten erkläre ich es.
Weil sie nicht mit der Umwelt klar kommt ist sie nervös!
Holly kommt aus dem Ausland zu uns. Sie ist bereits 4 Monate oder älter. Durch den frühen Verlust ihrer Mutter und einige Wochen im Shelter/Welpenzwinger ist sie supernervös und immer "on". Sie kennt keine Grenzen und weiß nicht, wie sie zur Ruhe kommen kann. Neben der Stubenreinheit soll sie nun erstmal lernen, entspannt zu schlafen. Damit sie die Eindrücke auch verarbeiten kann.
Der Hund ist 4 Monate alt.
Nicht (zumindest ist davon auszugehen, so wie das Verhalten beschrieben wird) sozialisiert auf Menschen und ein Lebensraum, wie ihr ihn für sie bereithaltet.
flying-paws hat ja schon angemerkt, dass euch die Zeit wegrennt in Bezug auf "Nachsozialisierung".
Wenn der Hund nicht mal schon einen Deprivationsschaden hat.
Ich kann hier auch nur dringendst empfehlen, alles "unsinnige" wegzulassen. Und dazu gehören jegliche "Auslastungs-Erziehungsmaßnahmen".
Der Grund ist, das dieser Hund mit Sicherheit nur wenig aufnehmen kann pro Tag. Und das was er aufnehmen kann, muss jetzt "Sozialisierung" sein.
Also das ganz normale Leben, was der Hund führen soll.
Möchtet ihr ihn im Garten halten...dann weiter so.
Möchtet ihr einen Hund, der auch ausserhalb "leben" kann, dann muss jetzt sozialisiert werden!
Meiner Meinung nach, ist die beste Möglichkeit eine wirklich gut moderiert Welpenschule, wo der Hund schauen darf, und spielen darf, sich ausprobieren darf und lernt Welt zu erkunden, wenn andere Hunde dabei sind. Und ansonsten kleine ganz ruhige Erkundungen der Welt, ohne beängstigende Störungen, wie Fremdhunde, die den Hund überfallen oder das eigene Ego polieren.
Garten ist toll. Aber einen 4 monatigen Hund aus dem Shelter in irgendeinen Garten zu setzen endet damit, dass der Hund halt Shelter kennt und Garten.
flying-paws und bestimmt auch andere, können über die Möglichkeiten einer so späten Sozialisierung bestimmt einiges beitragen.
Aber ich schliesse mich hier an: Euch rennt die Zeit weg. Wenn ihr so vorgeht, wie ihr das hier beschrieben habt, ist die Zeit um, wo der Hund überhaupt noch eine Chance auf die so dringende lebenswichtige Sozialisierung hat.
Unser Plan ist, Holly in zwei oder drei Wochen zunächst mit ruhigen, souveränen, erwachsenen Hunden der Trainerin zusammenzubringen. Aber bis dahin muss sie erstmal "ankommen".
Bei jedem Hund aus dem Tierschutz und über 6, 7 Monate: Ja
Bei einem so jungen "Fast noch Welpen": Nein.
Eins noch: was ich bei all meinen Hunden im Verlauf gelernt habe: KEIN Trainer lebt mit meinen Hunden! ICH muss falsche Wege ausbaden, nicht der Trainer. Trainer kann man wechseln, Hunde nicht.