Beiträge von Hundundmehr

    Ich finde das alles ein sehr komplexes Thema

    Ja, das ist es.

    Maßgeblicher Faktor dabei ist auch der Wille des Menschen.

    Ich finde es absolut vernünftig, einen Hund auch in dem Sport zu bewegen, für den man ihn sorgfältig ausgesucht hat - warum sollte ein Mensch ihm das verwehren, wenn doch die Wahrscheinlichkeit, dass BEIDE daran Spaß haben, sehr groß ist?

    Vernünftig (im Sinne von vernunftgesteuert) ist dabei nur, eben auch im Blick zu halten, dass so eine Spezialisierung schnell zur Einbahnstraße werden KANN, wenn nicht auf ein gutes Maß an Ausgleich geachtet wird.

    Murmelchen hat, wenn ich es richtig gelesen habe, ja auch von einem dauerhaften Entzug JEGLICHER Aktivitäten geschrieben, darunter fielen dann auch jegliche sonstigen Ausgleichsangebote.

    Das ist als ob ein Mensch, der täglichen Sport gewohnt ist, aufgrund eines Unfalls auf einmal 3 Monate im Rollstuhl verbringen muss ... irgendwann ist der auch Fernsehen, Sudoku und Computerspielchen über und bekommt Frust.

    Verstehst du was ich meine? Ich kann das nicht so richtig beschreiben.

    Doch, das kannst du, da bin ich von überzeugt :D

    Bestimmte Sachen machst du mit Sicherheit besonders gerne... wenn die dir aufgrund äußerer Umstände nun eine Zeit lang nicht möglich sind - bist du dann kreuzunglücklich, haderst mit deinem Schicksal, und sitzt nur noch deprimiert da?

    Als Kinder haben wir das sicher so erlebt, und solche Momente gehabt (und auch später noch, Liebeskummer fällt auch in diese Sparte des besonderen Erlebens...) - aber es gehört zur Lebenserfahrung dazu, auch mit "den Unbilden des Lebens" zurecht zu kommen und zu lernen, dass Alles eben seine Zeit hat. Manchmal muss man auch warten (können).

    Hm .... :denker: manchmal habe ich das Gefühl (und das ist jetzt in gar keinem Fall auf dich, oder auch jemand anderen hier bezogen!), dass das eigene Mangelempfinden oder auch idealisierte Vorstellungen von einer "glücklichen Welt" dazu führen, für das eigene Tier ein Leben zu erschaffen, welches einem selbst verwehrt ist ...

    Das wird gerne im Zusammenhang mit Gewaltablehnung oder auch mit "Trieberfüllung" auf die Spitze getrieben und als einziges erstrebenswertes Ziel propagiert (in einigen Kreisen), und hat meiner Meinung nach zur Folge, dass manche Menschen* (siehe Edit) dadurch den Fokus mehr auf die Frage: "Wie mache ich meinen Hund glücklich?" legen, und dabei völlig aus den Augen verlieren, was den Hund seinen Siegeszug als erfolgreichstes Haustier erst ermöglicht hat: Seine ANPASSUNGSFÄHIGKEIT!

    Diese bewirkt, dass es nicht eben nur "das Beste vom Besten" für den Hund sein muss; Es reicht tatsächlich für ein lebenswertes Leben aus, manchmal ein Stück des "Bestem vom Besten" zu erhaschen, überwiegend aber "Normales, aber auch gut" zu bekommen ... und sich nicht runterreißen zu lassen, wenn das Leben einem auch mal Zitronen reicht (machen wir halt Limonade raus, ne? xD).

    Edit: *"manche Menschen: Damit sind genau diejenigen AUSSERHALB dieser Kreise gemeint, die das permanente Propagieren solcher Extreme nachdenklich macht. Die dann ihre eigene Haltung/Einstellung gegenüber dem Hund in Frage stellen.

    Was mich ernsthaft interessiert ist die Frage, was passiert, wenn Hunde mit denen sehr intensiv, ersnsthaft und oft gearbeitet wird (3 - 4 mal die Woche Training), diese Auslastung plötzlich nicht mehr bekommen?

    Eine sehr gute Frage, finde ich.

    Viele Sportler, die ein sehr intensives sportliches Training mit ihrem Hund betreiben, haben ihren Hund als "Gesamtkonzept" im Blick - und sorgen und achten akribisch für einen "Ausgleich" beim Hund.

    Im von mir verlinkten Riepe-Artikel wird beschrieben, wie von Außen der Fokus eines Hundes sehr, sehr eng manipuliert wird, und damit die Bedürfniserfüllung auf bestimmte Handlungen reduziert wird.

    Bei diesen Handlungen wird Dopamin produziert, wenn diese Dopaminproduktion nur auf bestimmte Handlungen reduziert wird, findet eine Verknüpfung von Dopaminausstoß (= Glücksgefühle) mit der damit verbundenen Handlung statt. Der Hund wird süchtig nach diesen Handlungen, weil eben nur diese ihm die Glücksgefühle bescheren.

    Das ist ein Teufelskreis.

    Der Ausgleich, den ich oben erwähnt habe, und der von vielen Hundesportlern auch betrieben wird, besteht eben genau darin, NEBEN den sportlichen Aktivitäten den Hund auch zu lehren (erleben zu lassen), dass diese Welt auch andere, durchaus beglückende Beschäftigungen bietet, bei denen es auch zu diesem Dopamin-Erleben kommt.

    Das können z. B. ausgedehnte Spaziergänge sein, in für (aus Hundesicht) interessanten Arealen; Aber auch andere nette "Hobbies" (Tricks lernen als Kopfarbeit, z. B.), oder auch nette Hundekontakte - also dem Hund auch andere Sachen bieten, als Ausgleich eben.

    Hier ist mal ein ganz netter Überblick über die Hormone:

    https://www.eurapon.de/blog/4-botenstoffe-des-gluecks/

    Edit: Jetzt habe ich ja die eigentliche Frage gar nicht beantwortet :ugly:

    Also: Auch ein sportlich intensiv gearbeiteter Hund wird - sofern er eben diesen Ausgleich auch kennt - nicht sofort "hohldrehen", wenn dieses sportliche Angebot dann mal wegfällt. Dopamin wird dann auch in anderen Lebenssituationen produziert, es entsteht kein eklatanter Mangel.

    Natürlich wird für den jeweiligen Hund der Sport immer ein Highlight sein - aber Zufriedenheit kann dann durchaus durch andere Beschäftigungen erzeugt werden.

    "ich habe jetzt auch so ein Gerät, das mir anzeigt, ob ich heute schon genügend Schritte gemacht habe.

    Wenn ich es einen Tag nicht schaffe, bellt es und kackt mir in die Wohnung."

    (Aus fb, "Das ist schmutzig, falsch und moralisch höchst verwerflich. Bin dabei")

    Ich muss schon ein wenig schmunzeln, wenn ich hier so mitlese bei den Fachsimpeleien über Triebe, wo doch in der Verhaltensbiologie schon lange Einigkeit darüber herrscht, dass die Triebtheorien und der Triebbegriff an sich nur völlig unzureichend und auch irreführend sind, und Handlungen und Handlungsbereitschaften in ihrer Komplexität weit über das hinaus gehen, was genetisch verankert ist und deshalb besser mit Motivationen beschrieben werden kann und sollte.

    Ein netter Artikel zu "triebigen Hunden":

    https://klartexthund.blogspot.com/2016/03/die-sa…gen-hunden.html


    Der Hund ist ein Raubtier, und damit auch ein Jäger.

    Das Jagdverhalten ist artspezifisch, und besteht aus verschiedenen Sequenzen, die nicht zwingend als Handlungskette gezeigt werden, sondern auch einzeln gezeigt werden können.

    Zu dieser Handlungskette gehört auch das Erlegen von Beute.

    Der Mensch hat sich die Eigenschaften des Haushundes zunutze gemacht und durch künstliche Selektion (Spezialisierungen; Zucht) bestimmte Merkmale des Haustieres Hund geformt und verstärkt herausgebildet.

    Bei manchen Hunden ist es das Wehrverhalten, bei anderen das Hetzverhalten (Gruppenhetzen z. B., oder das Hüten als besonders ausgeprägte Form des Hetzens), bei anderen das Erlegen von Beute.

    Dass ein Spezialist für das Erlegen von Beute auch Furchtlosigkeit für diese Spezialisierung mitbringen muss, liegt auf den Hand - denn ein furchtsamer Jäger hätte wohl kaum (den vom Menschen gewünschten!) Erfolg, gerade wenn es um durchaus wehrsame Beute geht.

    Dass sich diese Furchtlosigkeit eben nicht nur auf das Jagdverhalten beschränkt, sondern in etlichen anderen Lebenssituationen (Konfrontationen mit durchaus stärkeren Artgenossen z. B., oder anderen eigentlich eindeutig überlegenen Lebewesen, die als Gegner angesehen werden) zeigt, ist auch nachvollziehbar.

    Das kann durchaus als Wahnsinn bezeichnet werden - was aus menschlicher Sicht durchaus nachvollziehbar ist, denn: Welches normal denkende Lebewesen würde denn immer und überall seinen Überlebenswillen dermaßen ausblenden können, dass es jederzeit unter Einsatz seines Lebens Handlungen vornehmen würde?

    Wahnsinn beschreibt einen pathologischen (krankhaften) Zustand des Gehirns...

    Neid ist für mich immer negativ.

    Und schaut man sich die Bedeutung des Wortes im Duden an, ist es nicht sehr positiv.


    "Empfindung, Haltung, bei der jemand einem andern dessen Besitz oder Erfolg nicht gönnt und selbst haben möchte"


    https://www.duden.de/rechtschreibung/Neid

    Richtig. Neid ist eine EMPFINDUNG, ein Gefühl. Dazu noch kein schönes, vor Allem für den Neider.

    Die Duden-Definition trifft es dabei nicht ganz, weil Neid nicht immer diesen Aspekt des "Nicht-Gönnens" enthält. Dieser Aspekt der MISSGUNST KANN, muss aber nicht Bestandteil des als Neid umschriebenen Gefühls sein.

    Wichtiger sind allerdings die Folgen dieses völlig natürlichen Gefühls, also was dieses auslöst und mit dem Neider selbst, oder auch mit den Beneideten, macht.

    Ich finde es in diesem Artikel besser beschrieben:

    https://www.spektrum.de/news/psycholog…ch-sind/1571020

    Thema Neid:

    Neid ist immer was positives. Etwas das man genießen kann und sollte. Zumindest wenn man der Beneidete ist :p

    xD

    :bindafür:

    Eine Möglichkeit, dem durchaus üblichen Meinungsbild zur Emotion "Neid" die Schärfe zu nehmen, ist etwas Humor. Gefällt mir.

    Mal zum Eingangspost:

    Auslastung hat für mich sehr viel damit zu tun, den grauen Zellen im Hirn des Hundes Futter zu geben.

    Das hat nix mit Kreuzworträtseln oder Vokabeln lernen zu tun... xD

    Vielmehr geht es darum, das Umweltinteresse eines Hundes zu bedienen.

    Dazu gehört natürlich auch die körperliche Bewegung (Hunde sind Lauftiere), aber auch unterschiedliche Umwelteindrücke. Oft bekannte, immer wiederkehrende, aber auch mal Neues.

    Spezielle Auslastung ist dann spezielle Beschäftigung. Diese ist dann zwingend, wenn der Hund auch ein Spezialist ist. Mit dieser speziellen Beschäftigung holt man den Hund bei seinem speziellen Interesse ab und bedient Körper und Geist noch mal auf besondere Art.

    Deshalb müsste jemand, der mit meinem Amigo geht, eine Gebrauchsanleitung haben. Und einen gefüllten Dummyrucksack xD Oder er wird halt nur an der Leine gehalten. Freilauf geht mit ihm nicht, wenn derjenige nicht selber Begeisterung für etwas Apportierarbeit aufbringt.

    Vasco nimmt Rücksicht auf alles, wenn man ihm dies rechtzeitig sagt. Verpasst man den Moment, setzt er einmal gefasste Entschlüsse auch durch.

    Weiß jemand um diese Eigenheiten bei meinen Hunden, sind sie absolut unkompliziert.

    Da das aber im Normalfall niemand vom ersten Moment an weiß, gebe ich sie nicht in andere Hände.

    Auslastung ist mir als Begriff oft viel zu sehr an menschliche Vorstellungen gebunden.

    Es geht bei Auslastung aber darum, was der Hund benötigt, um geistig und körperlich fit zu bleiben.

    Definition von "Training" ist einfach eine Begriffsfrage.

    Stimme ich dir voll und ganz zu! :bussi:

    Bei einem Training wird ein bestimmtes, konkretes Ziel gesteckt. Das wird, mehr oder weniger kleinschrittig, erreicht, wenn es gut durchdacht ist.

    Mal hypothetisch: Ich will, dass mein Welpe ruhig an anderen Hunden vorbei geht.

    Genau da fängt aber schon mein Problem an, weil ich hier schon eine Kooperationsbereitschaft und Konzentrationsfähigkeit, und eine gewisse Fähigkeit des Welpen, seine eigenen Impulse zu beherrschen, benötige.

    Habe ich das schon bei einem Welpen?

    Wohl kaum, weshalb ein Gelingen dieses Trainings immer situations- und auch tagesformabhängig ist.

    Klar besteht des Problem der Situations- und Tagesformabhängigkeit auch bei einem älteren Hund - nur hat dieser schon deutlich mehr Möglichkeiten, sein Hirn einzuschalten, einfach aufgrund seiner körperlichen und mentalen Reife.

    Genau diese körperliche und mentale Reife fehlt einem Welpen aber noch.

    Klar wird der Welpe vom ersten Tag an trainiert - aber die Ziele sind doch eher körperliche Reifung (Beherrschung der körperlichen Funktionen unter Berücksichtigung der altersentsprechenden Belastbarkeit), und die behutsame Auseinandersetzung mit Umweltreizen.

    Da sind die mentalen Ziele doch etwas anders gesteckt, weil es um Neugier, Mut, Umsicht, Beobachten usw. geht - alles Fähigkeiten, die grundsätzlich in einem Lebewesen verankert sind, aber erst im Laufe der Zeit ausgeformt werden.

    Solche Ziele sind nicht anhand praktischer Übungsanleitungen zu erreichen, da "nimmt man was da so kommt", und überlegt vorher, was einem Welpen da schon zumutbar ist.

    Der Begriff "Training" steht oft im Zusammenhang mit konkreten Trainingszielen. Hierzu bedarf es aber schon einiger Voraussetzungen bei dem zu trainierenden Lebewesen - und ein Welpe HAT diese Voraussetzungen eben noch nicht.

    Deshalb bekomme ich bei "Training und Welpe" etwas Bauchschmerzen, weil ich hier die Gefahr sehe dass durch das Setzen von Zielen aus den Augen verloren wird, dass ein Welpe erst mal die Voraussetzungen für ein Trainieren lernen muss.


    Aber z.B. gemeinsam neue, interessante Dinge entdecken ohne dass ständig einer auf dem anderen draufhängt und sie durchgehend am rangeln sind, das wäre schön.

    Hatte ich erwähnt, aber zugegebenermaßen nicht konkretisiert:

    Das erreicht ihr durch Beschäftigung des Menschen mit dem Welpen, und auch das erst in kleinen Schritten. Also durchaus erst mal an der Leine den Welpen auf andere, erfreuliche, interessante Umweltreize aufmerksam machen.

    Die beiden Welpen müssen doch erst lernen, dass gemeinsam gehen nicht immer gemeinsam interagieren heißt - und hier bringe ich mich als Mensch aktiv ein, indem ich Anreize suche oder auch schaffe, die den Fokus des Welpen weg vom Kumpel, und hin zu anderen Dingen bringt.


    Mein Welpe hört sogar während dem Spiel aur mich und kommt auf den Rückruf sofort zu mir (nur halt eben mit dem anderen Welpen im Anhang),

    Das ist doch super! Auch für die Besitzer des anderen Welpen, denn dieser lernt "so ganz nebenbei" über Nachahmungslernen ... auf Ruf zu kommen :applaus:

    Loben - belohnen - wieder wegschicken :bindafür:

    Ab und zu werden dann aber auch beide angeleint - und dann macht der Mensch etwas mit seinem Welpen. Jedem separat einen Futterdummy schmeißen, z. B. Möglichst in getrennte Richtungen, vielleicht auch nacheinander zu Beginn.

    Oder die Unaufmerksamkeit der beiden im Spiel nutzen, und zwei getrennte Leckerchenspuren auslegen. Dann geht jeder Mensch mit seinem Welpen gemeinsam die Leckerchenspur ab und "findet" mit ihm gemeinsam die Leckerchen.

    Danach kann man ja mal 5 Minuten gemeinsam an der Leine gehen, auch mal so Übungen machen wie "abwechselnd das andere Welpe-Mensch-Gespann umkreisen und dabei die Aufmerksamkeit des Welpen bei sich behalten (versuchen)", oder man nutzt zwei Bäume/Büsche, um dort mal Slalom zu gehen.

    So würde ich immer mal ein paar Minuten einbauen, in denen ich aktiv dafür sorge, dass der Welpe NICHT mit dem anderen Welpen agiert, notfalls eben auch indem ich den Abstand so weit vergrößere wie notwendig. Nebeneinander gehen und dabei die Finger Pfoten voneinander lassen können die beiden nämlich noch nicht, da ist der Anreiz einfach noch zu groß.

    Ihr könnt auch hingehen und das freudige Kommen üben: Einfach einen der Welpen etwas abseits festmachen (nicht zu weit, und erst recht nicht außer Sicht!), dann wird der andere Welpe von dem jeweils Nicht-Besitzer fest gehalten, der Besitzer entfernt sich 10m, hockt sich hin - und ruft dann seinen Welpen freudig. Kommt dieser, wird gelobt, belohnt - und dann geht dieser Welpe in die "Warteposition" (wird festgemacht), und der andere Welpe ist mit dieser Übung dran.

    Die Welpen sehen sich regelmäßig, wohnen aber nicht zusammen = sie freuen sich aufeinander!

    Da würde ich nicht irgendeine Disziplin erwarten beim Kontakt, denn DAS können sie überhaupt noch nicht.

    Ich würde den beiden Welpen die ersten beiden Minuten "schenken", zum Gasgeben.

    Vielleicht auch 3, oder 5 :D


    Dann gibt es gemeinsame Beschäftigung mit dem Menschen. Das kann eine Übung für Leinenführigkeit sein (Leckerchengestützt), das können Erkundungstouren sein (einen Laubhaufen, einen Baumstamm, Leckerchensuche ), erste Basisübungen für ein freudiges KOMMEN.

    Dass ein Welpe erst mal nur seinen - vor Allem gleichaltrigen - Hundekumpel im Hirn hat und alles andere dadurch nichtexistent ist, ist in dem Alter völlig normal.

    Auch noch anderes wahrzunehmen - seinen Menschen z. B. - muss er lernen über das ERLEBEN.

    Ein Welpe muss dazu gezielt angeleitet werden.

    Das lässt sich einleiten, indem jetzt schon bei den Treffen darauf geachtet wird, immer mal wieder zu wechseln zwischen Interaktion der Welpen untereinander, und Interaktionen des Welpen mit seinem Menschen.

    Manche Welpen zeigen auch eigenes Umweltinteresse trotz eines vorhandenen Kumpels, und unterbrechen von sich aus die Interaktion mit ihm. Das muss der Mensch unterstützen, indem er dem betreffenden Welpen diesen Freiraum verschafft, und den anderen Welpen dann anderweitig beschäftigt (evtl. auch angeleint).

    Die Welpen ungebremst einfach nur miteinander interagieren lassen führt sehr schnell dazu, dass sie sich an dieses miteinander-agieren gewöhnen, und dadurch nichts anderes mehr Raum bekommt.

    Bei den gemeinsamen Spaziergängen auch mal Pausen einlegen - einfach mal 10 min mit den Welpen (auf Abstand achten!) irgendwo hinsetzen, nichts tun. Für die eigenen Nerven ist hier sehr hilfreich, sich selber auf die Leine zu setzen. So ist es für den Menschen einfacher, sich nicht über den rumwuselnden Welpen aufzuregen, seine Wuselei zu ignorieren.

    Für den gemeinsam geplanten Kurzurlaub würde ich mich darauf einstellen, diese Ruhe auch mal durch räumliche Trennung zu ermöglichen.

    Training im Zusammenhang mit Welpen stellt bei mir immer ein wenig die Nackenhaare auf ...

    Ein Welpe benötigt ganz viel positive Erfahrungen, um angemessen mit den Reizen dieser großen weiten Welt umgehen zu lernen. Das ist kein Training mit klar gesteckten Zielen, sondern das Begleiten einer Entwicklung, bei der wir Menschen maßgeblich die Richtung beeinflussen können, in die diese geht.