Beiträge von Morelka

    Wir haben auch lange gedacht, das Alma besser damit klar kommt, wenn wir sie frei lassen, wenn ein anderer Hund kommt und wir den anderen nicht abwehren können.

    In den letzten Wochen ging es eben konstant immer besser mit den Hundebegegnungen, sie wurde immer relaxter, s. das Erlebnis mit dem Bobtail, bei dem sie sich wirklich vorbildlich benahm (in einer Distanz von nur 3 m Entfernung!)

    Vielleicht wurde ich zu übermütig, weil es immer besser ging, ich sie entweder rechtzeitig abrufen konnte mit der Pfeife oder sie generell entspannt blieb.
    Ausserdem kommt es überraschend häufig vor, dass andere HH sagen "Ooooch, komm, lass sie nur, meiner tut nix." Was dann auch tatsächlich zutrifft, so dass Vicky und ich immer weitere entspannte Begegnungen sammeln konnten auf unserem Konto.

    Tja, jetzt hat sie mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt, das ist frustrierend. :fear:
    Der harmlose Appenzeller ist eines ihrer Feindbilder, keine Ahnung wieso. Vielleicht weil ihn vor einigen Tagen auch Smilla schon mal anbellte?

    aber ich würde es Leo niemals gestatten ohne Leine zu einem Hund zu laufen und dann mal zu schauen wir er reagiert. Das wäre mir viel zu gefährlich !

    Von "gestatten" kann keine Rede sein... sie war halt noch frei, weil ich ja von den Feldern her kam und mich erst langsam dem Dorf näherte.
    Der Appenzeller stand 150 m weiter vorne bei den ersten Häusern, aber Vicky verfiel bereits in den Schleich-Modus und war in einem Tunnel, wo auch meine Pfeife sie nicht mehr erreichte. In 8 von 10 Fällen kann ich sie noch rechtzeitig bremsen mit der Pfeife, aber 2 Fälle bleiben immer noch übrig, wo das nicht funktioniert. :fear:

    Die Krux ist leider, dass sie an der Leine wirklich extrem durchdreht, im Freilauf jedoch nicht. Klar weiss ich, dass sie im schlimmsten Fall mal an den falschen Hund geraten könnte (ist sie vermutlich auch in der Vergangenheit, das weiss ich ja nicht). Deshalb ist das immer ein Tanz auf dem Hochseil.
    Aber ich kann es mal testen, ob sie mit einer Schleppleine auch auf grössere Distanz unter Kontrolle zu halten ist, ohne dass sie dauernd ausgebremst wird.
    Es ist halt schwierig, für so ein Leichtgewicht eine Schleppleine zu finden, die sie nicht behindert und nicht ständig an ihrem Geschirr zerrt.

    Das Verhalten von ihr war Rotzfresch.
    Anschleichen, Massregeln, Begrenzen - alles nicht nett.

    Beim "falschen" Hund hätte sie dafür einen verdienten Einlauf bekommen. Was ich bei ihrer Grösse halt als nicht ungefährlich für sie selber ansehen würde.

    Ja, das sehe ich genau so!
    Das ist ja die never-ending Story mit ihr... dass sie mal an den Falschen geraten könnte. :fear: Davor habe ich ständig Angst. Aber es ist trotzdem ein Fortschritt, dass sie wenigstens ein Beschnuppern zulässt und selber schnuppert, ohne sich gleich am Rande eines Nervenzusammenbruches aufzuregen.

    In meinen Augen ist das vor allem die Unsicherheit des kleinen Hundes. Das kann ich ihr nicht abtrainieren, denn sie ist und bleibt nun mal klein! (3,8 kg)
    Bei "kleinen Kläffern" vergessen viele HH, dass die Kleinen in ihrem Leben wohl schon x-mal gefährlich über den Haufen gerannt wurden (bei Smilla noch extremer), also wird halt schon "vorbeugend" begrenzt und abgewehrt.

    Auch bei Camillo ist es kein Spiel (deshalb schrieb ich das ja auch in Anführungsstrichen). Sie wird hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch zu spielen und der Abwehr, den grösseren, schwereren Hund auf Distanz zu halten.

    Ganz extrem sehe ich das jeweils bei ihrem "Traumhund", einem Field Spaniel, der wirklich extrem gentleman-like ist (war er schon zu Morelka) und von all meinen Hündinnen heiss geliebt wird.
    Da hopsen Smilla wie auch Vicky aufgeregt quitschend vor ihm hin und her, möchten eigentlich spielen mit ihm, aber er wiegt bestimmt 30 kg (ist ein grosser, etwas übergewichtiger Field Spaniel), also müssen sie nebst der Spielaufforderung gleichzeitig sofort wieder abblocken und bremsen.

    Dieser Konflikt ist nicht zu lösen, denn klein bleibt klein. Ich würde mir nur etwas weniger "nach vorne" Begrenzung wünschen, sondern eine etwas gemässtigere Begegnung mit grossen Hunden. Vicky massregelt immer gleich "vorsorglich", obwohl der andere überhaupt nichts macht.

    Andere Hunde in ähnlichen Gewichtsklassen gibt es zwar im Dorf, aber die lassen sich so gut wie nie draussen blicken. Ich weiss, dass es mindestens 3 - 4 Chihuahuas in der Umgebung geben sollte, wenn ich richtig gezählt habe. Die sind aber nie in Feld und Wald unterwegs, sondern höchstens mal kurz im Dorf auf der Strasse zu sehen. :verzweifelt:
    Am meisten würde ich mir natürlich wünschen, dass sie einen gleich schweren Spielpartner finden könnte, scheint aber unmöglich zu sein ausser wenn ich mir irgendwo in weiter Entfernung eine Kleinhunde-Gruppe suche. Das werde ich wohl mal in Angriff nehmen müssen.

    Ich glaube fast, mein Training zeigt langsam Früchte... hach, was bin ich stolz auf Vicky! :applaus:
    Heute morgen gab es gleich mal eine glatte 10! Uns kam ein angeleinter Bobtail entgegen, Vicky lief frei. Sie sah den Bobtail (gut, sie kennt ihn vom Sehen), drehte sich zu mir um und meinte "Na, jetzt sind aber Gutelis fällig!"
    Natürlich kriegte sie sofort ihre Hyper-Super-Mega-Gutelis. Sie war voll auf mich und die Gutelis fokussiert, der Bobtail trottete gelassen an uns vorbei (beim Kreuzen ca. 3 m Abstand), Vicky blieb ruhig, kein einziger Beller.
    Es ist ein Unterschied, ob Smilla dabei ist oder nicht. Heute blieb sie unter ihrer Decke eingegraben zu Hause. Wenn Smilla dabei gewesen wäre, so hätte sie allenfalls "Wu" gesagt, aber manchmal reicht das bereits, um Vicky auslösen zu lassen, so dass sie ausrastet. Also sind die Spaziergänge ohne Smilla nützlich, um sie zur Ruhe zu bringen beim Kreuzen von andern Hunden.

    Kaum war dieses positive Erlebnis verarbeitet, Vicky immer noch völlig entspannt und gelassen, kam schon der nächste Hund in Sicht... weiiiit vorne ein Appenzeller, den sie ebenfalls vom Sehen her kennt und schon oft verbellt hat.
    Vicky lief immer noch frei, liess sich auch durch die Pfeife nicht bremsen (uuuuurgs! :verzweifelt: das gibt Punkte-Abzug!), sondern schlich sich von hinten an den Appenzeller heran.
    Die HH stand ahnungslos bei einer Nachbarin und plauderte, der Appenzeller stand frei bei ihr. Vicky schlich wie ein Border-Collie immer näher an den Appenzeller heran, alles ohne Gebell. Er wedelte sie freundlich an, sie beschnupperte ihn mit hochgestelltem Schwanz, zeigte sofort Begrenzung und die T-Stellung. Der Appenzeller blieb freundlich und zuvorkommend... trotzdem massregelte sie ihn mit Scheinangriffen, so dass der Arme über einen Blumentopf stolperte. Es blieb aber alles im Rahmen, ich konnte Vicky anleinen, wir liefen beide in unterschiedlichen Richtungen weiter.

    Für diese Begegnung kriegt Vicky keine 10, höchstens eine 7.5, denn sie massregelte den Appenzeller in meinen Augen völlig grundlos. Aber immerhin blieb sie ruhig, kein Gekläffe, kein Ausraster.
    Also ist wohl doch langsam ein bisschen Licht im Tunnel zu sehen, oder was meint Ihr?

    Hier ist übrigens ein Video eines "Spiels" nach dem ZOS-Training. Der port. Wasserhund ist ein Kollege beim Training, bisher aber ohne direkten Kontakt. Wir üben ja alle an getrennten Objekten, die Hunde kümmern sich nicht umeinander. Als Abschluss durften sie aber ausnahmsweise mal Kontakt aufnehmen miteinander.

    Spiel mit Camillo

    Kommen da jetzt eigentlich nur noch Wiederholungen oder auch neue Folgen?

    Keine Ahnung, das hängt wohl von potentiellen "Kandidaten" ab... manchmal ist es auch gemischt, ein neuer Fall, ein alter Fall.

    Ich schaue unterdessen kaum noch, weil es eigentlich immer dasselbe ist... werfe aber ab und zu einen kurzen Blick rein, damit mir trotzdem ein "spannender" Fall nicht entgeht. Dank dieses Threads hier werde ich meist aufmerksam, ob es sich lohnt zu schauen oder nicht.
    Dank der Replay- und Aufnahme/Mediathek-Möglichkeiten kann ich ja zu beliebigen Zeiten gucken.

    Die kleinen sind noch im Hochsommer fit, wo es dem Whippet zu schaffen macht.

    Bei den Kleinen muss man aber beachten, dass sie sehr nahe am Boden sind. Der Asphalt auf einer Strasse oder Trottoir (oops, Gehweg in DE) kann sich bis zu 60 Grad erhitzen, ist also mit einer heissen Herdplatte zu vergleichen.
    Kurzläufige Rassen leiden stärker darunter, weil diese Hitze sie von unten noch zusätzlich wärmt (zur Sonneneinstrahlung).

    Ansonsten kann ich auch bestätigen, langnasig, kurzhaarig und hellfarbig verträgt Wärme am besten.

    Ach, das kommt schon noch.
    Vicky ist ja noch gar nicht so lange bei dir.
    Wir haben bis zum aktuellen Trainingstand 2 Jahre gebraucht und von entspannt aneinander vorbeilaufen können wir auch nicht reden

    Ja, Vicky ist erst knapp 9 Monate bei mir... dann gibt es ja noch Hoffnung, dass sie sich noch weiter bessert. :bindafür:

    Wenn Alma schon von weitem weg irgendwas sieht, was ihr komisch vor kommt (merkt man sofort bei ihr im wechsel der Körpersprache), hab ich da rein gemarkert a la "Oh, gut dass du das gesehen hast! Jetzt hab ich es auch erblickt". Das mach ich so bei Menschen, Autos, Pferden, Hunden.
    Sie nimmt das sehr gut an.
    Wenn ich da schon merke, dass sie angespannt bleibt, dann sammel ich sie ein an die Leine und laufe an den Rand / auf Feld, Biege ab wenn möglich.

    Das ist eigentlich der Idealfall, so mache ich das auch. In vielen Fällen klappt das auch wunderbar (das sind dann die Tage, an denen ich die 10er-Kelle hervorholen darf...).
    Häufig aber läuft es nicht nach Schulbuch, sondern ich bin entweder abgelenkt durch andere Leute oder weitere Hunde, es taucht jemand mit Hund überraschend hinter einer Hausecke auf oder ein E-Bike kommt im Wahnsinns-Tempo um eine Kurve gerast. :fear: Ich merke deutlich, dass Vicky Angst hat vor solchen lauten Gefährten, aber leider weicht sie dann nicht nach hinten aus, sondern geht vehement nach vorne... mir ist schon oft das Herz fast stehengeblieben, wenn sie wie eine Furie auf die Strasse rennen will gegen einen Traktor. Natürlich habe ich sie an der Strasse an der Leine, die Flexi blockiert, aber trotzdem ist das jedesmal ein Riesenschreck. Bei grossen LKWs nehme ich sie auf den Arm, wenn ich nirgends ausweichen kann und merke dabei, wie sie zittert und zusammen zuckt.

    Kürzlich griff sie ein Motorrad an auf einer einsamen Strasse, die zu einem Hof führt. Vicky lief frei voraus und machte sich soeben daran zu kacken (ist jedesmal ein Drama, bis sie endlich den "richtigen" Platz gefunden hat).
    Normalerweise fährt dort nie ein Auto, da es Fahrverbot ist, aber trotzdem kam ein Motorrad diese einsame Strasse hoch. Vicky raste wutschnaubend auf das Motorrad los und blockierte es von vorne... :shocked:
    Zum Glück fuhr der Fahrer sehr langsam und konnte problemlos abbremsen, aber ich darf mir nicht ausmalen, was geschehen wäre, wenn das ein "Raser" gewesen wäre.