Beiträge von Morelka

    Ich habe nicht alle 4 Seiten gelesen, aber ganz am Anfang hast Du geschrieben, dass Ihr Euch oft streitet wegen dem Hund.

    Das ist natürlich absolut kontra-produktiv, denn dabei leidet Euer Hund Todesängste, wenn er hört, dass da scharfe, laute Worte fallen. Da Männer eine tiefere Stimme haben als Frauen, sind vor allem Deine "scharfen" Worte oder wie immer Ihr Euch streitet, der absolute Horror für den Kleinen, also ein Grund mehr, weshalb er nach wie vor Panik hat vor Dir. Das wird sich auch nicht bessern, denn Du willst Dich ja nicht ändern dem Hund zuliebe.


    Also bleibt eigentlich nur noch die Abgabe... oder die Trennung, je nachdem, in welchem Status Ihr zwei Euch befindet. Da kann Euch aber ein Hundeforum nicht helfen, da wäre eher eine Paar-Therapie angebracht.

    Der Hund tut mir leid... je rascher er aus dieser Situation heraus kommt, egal wie, desto besser.

    Ähm, das verstehe ich jetzt nicht - der Hund rennt einer Sache hinterher, vor der er Angst hat ?

    Bist Du Dir sicher, dass Du das richtig interpretierst, und wenn ja, warum ?

    Es gibt zwei Reaktionen bei Angst, entweder Flucht, sich hinter dem Besitzer verstecken oder "aggressiv" nach vorne gehen. Vicky gehört zur zweiten Kategorie... leider. :| Dieses Nachvornegehen bei Angst und Unsicherheit wird häufig falsch interpretiert.

    Ich sehe eindeutig, dass sie Angst hat, weil sie generell sehr lärmempfindlich ist und zusammenzuckt und zittert, wenn ein grosser, lauter LKW o.ä. kommt oder wenn wir dicht an solch einem Ungetüm vorbeilaufen müssen. Bei engen Wegen nehme ich sie dann auch mal auf den Arm und drehe mich weg.

    Wenn ich zu spät darauf achte, dass ein Traktor oder LKW kommt, geht sie mit wildem Gebell drauflos... was natürlich äusserst gefährlich ist.

    Als ich sie noch nicht lange hatte, kannte ich ihre Reaktionen natürlich noch nicht und war völlig überrumpelt, als sie wie eine Furie auf einen Traktor losging, der an uns vorbeifuhr. Ich konnte sie grad noch knapp an der Leine zurückziehen. Seither beuge ich vor, ebenfalls mit Zeigen und Benennen. Traktor, LKW oder das ratternde Elektrofahrzeug der Post ist dann immer ein "Wägeli."

    Morelka Du scheinst ja auch gute Erfahrungen mit Zeigen und Benennen gemacht zu haben. Wie hast du das aufgebaut? Mein Rüde ist extrem Futter fixiert.

    Einen Link für das Zeigen und Benennen hast Du ja bereits erhalten. Es ist super, dass Dein Rüde sehr futterfixiert ist, das erleichtert schon vieles.

    Wichtig dabei ist, dass für diese speziellen Situationen mit Fremdhund das Guteli besonders hochwertig ist, das er normalerweise nie kriegt.

    Anfangs musste ich Vicky dieses hyper-spezial-Guteli sozusagen unter die Nase halten, weil sie in ihrer Aufregung überhaupt nicht merkte, dass ich sie ansprach. Damals dachte ich noch, das wird nie was... :( : Das änderte sich aber ziemlich rasch.

    Der zweite Eckpunkt ist ein sicheres Abbruch-Signal, das Du natürlich vorher in anderen Situationen trainieren musst. Bei Vicky ist dieses Signal "Waaaaarte." Bei diesem Signal bleibt sie unbeweglich stehen und starrt den anderen Hund an. Vor einigen Monaten raste sie in solchen Situationen wie eine Furie auf dem Fremdhund los und wollte ihn "plattmachen."

    Nach dem "Waaaarte"-Signal kann ich sie dann Umlenken mit "Lueg, ä Hund", sie guckt zu mir und holt sich ihr Super-Guteli ab. Unterdessen ist es sogar möglich, ohne Leine an fremden Hunden vorbei zu laufen, weil ich ihr immer wieder bestätige, dass das "ä Hund" ist (die andern HH gucken manchmal etwas blöd, ist mir egal).

    Smilla hat sich übrigens Vickys negatives Benehmen abgeguckt und rast ebenfalls wie eine kleine Furie auf andere Hunde los... aber auch das positive Verhalten hat sie übernommen, das heisst, ich habe jetzt halt zwei Hunde, die auf "Lueg, ä Hund" richtig reagieren und ihr Super-Guteli dafür erhalten.

    Wie ich vorher schon schrieb, muss ich aber auch trotz dieser Erfolge immer vorausschauend laufen gehen und die Umgebung abscannen, ist aber mit den richtigen "Werkzeugen" viel entspannter als früher.

    Ich habe aber auch gemerkt, dass Vicky insgesamt entspannter wird und sich längst nicht mehr so grenzenlos aufregt wie früher.

    Das Zeigen und Benennen wende ich übrigens auch bei LKWs, Traktoren und ihrem verhassten Elektro-Postwagen an. Bei diesen Fahrzeugen rastet sie ebenfalls völlig aus und rennt ihnen hinterher, weil sie Angst vor ihnen hat. Deshalb scanne ich die Umgebung nicht nur nach fremden Hunden ab, sondern lausche auch aufmerksam, ob sich irgendwo ein Traktor oder anderes Klapper-Fahrzeug nähert.

    Vicky hat in den vergangenen Monaten gewaltige Fortschritte gemacht, was ihre (Leinen-)Pöbelei betrifft. Eigentlich darf ich sagen, dass dieses Problem dank gutem Management völlig unter Kontrolle ist... trotzdem darf ich nie nachlassen, sie genau zu beobachten und sofort zu reagieren, wenn ein Hund auftaucht. Ich bin mir dessen bewusst, dass sie nie ein Friede-Freude-Eierkuchen-Hund sein wird, den ich einfach sorglos zu allen Hunden hinlaufen lassen darf. Aber da alles so gut funktioniert, kann ich völlig entspannt unsere Spaziergänge geniessen.

    Vor einigen Monaten noch stürzte sie sich zähnefletschend und wutentbrannt auf jeden fremden Hund, falls sie freilaufend war, selbst wenn dieser Hund noch 150 m entfernt war. Sie zögerte dann auch nicht, sogar zuzubeissen, was bei ihrer Kleinheit und schwachen Beisskraft jedoch nichts bewirkte. Auch an der Leine tobte sie wie ein Berserker.

    Seitdem ich geduldig immer wieder "Zeigen und Benennen" mit ihr übte (obwohl ich anfangs sehr skeptisch war und nicht an einen Erfolg glaubte...), laufen Hundebegegnungen nun so ab, dass ich zu ihr sage, egal, ob freilaufend oder an der Leine: "Lueg do, ä Hund." Falls sie vorausläuft, lasse ich sie warten ("Waaaarte"), sie bleibt stehen, guckt, setzt sich hin und kriegt von mir ihr hyper-super-mega-Guteli. Dabei bleibt sie völlig ruhig und lässt den Hund vorbeilaufen.

    Dass sie sich hinsetzt bei einem fremden Hund und meinem "Lueg, ä Hund" hat sie selber eingeführt. Ich habe das nie explizit von ihr verlangt, aber da sie mir das anbietet, lobe und belohne ich sie dafür natürlich überschwänglich. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass dieses Hinsetzen für sie einfacher ist, weil sie sich selber damit beruhigt.

    Ich glaube, ohne das Forum und die Entdeckung von "Zeigen und Benennen" hätten wir dieses Problem nie so gut in den Griff bekommen. Dafür bin ich sehr dankbar!

    Ich finde es wirklich toll, wie Du Dich vorbereitest und alle Situationen und Möglichkeiten gedanklich durchspielst! :bindafür:

    Allzu viele Hundehalter machen das anders... sie schaffen sich "spontan" einen Welpen an, weil der doch so "süss" ist... und danach beginnen sie, nach Informationen zu suchen, wenn sie merken, dass es eben doch nicht so einfach ist, wie sie dachten.

    Deshalb freue ich mich über jeden Neuling, der hier im Forum erstmal nachfragt! :gut:

    Mach weiter so und informiere Dich gründlich! Wie schon einige andere schrieben, wirst Du noch genügend Überraschungen erleben, denn kein Hund ist gleich wie der andere.

    Viel Spass bei Euren Vorbereitungen!

    Da das Auto draussen steht, ist es am Morgen natürlich extrem kalt dort drin, also kriegt mein Schlotter-Gritli eine Gel-Wärmflasche (in der Micro-Welle gewärmt), die ich unter ihr Bettli lege. Dann mummelt sie sich selber dick in ihre Autodecke ein und friert nicht.

    Beim Spaziergang dann natürlich den Extreme-Warmer von Hurtta, notfalls auch noch mit Pulli drunter.

    Über solche Gitter-Treppen oder andere Gitter-Übergänge würde ich meine niemals laufen lassen, das tut einfach weh an den Pfoten und ausserdem besteht die Gefahr, dass sie sich ernsthaft verletzen. Kleine Hunde wie meine können sich ein Bein brechen beim steckenbleiben, grössere können sich zumindest die Zehengelenke oder Sehnen zerren.

    Solche Gitter-Dingens sind in meinen Augen ein absolutes No-Go, Hund entweder tragen oder andern Weg wählen.

    Solch ein Hund würde ich persönlich in einer Doppelführung führen. Doppelleine, ein Ende ans Halsband (das soll nur "steuern" und wird stets locker gehalten) und das andere Ende ans Geschirr. Das Geschirr soll den Hund bei "Fuß" halten und diesen Teil der Leine wird kurz gehalten.

    Das ist eine gute Lösung.

    Auf jeden Fall hätte der Rütter dieses Gezerre am Halsband ansprechen und Alternativen aufzeigen sollen. Das alles muss natürlich parallel zum Training laufen, denn im Bestfall zieht der Hund natürlich überhaupt nicht (in der Theorie).

    Wenn plötzlich eine Katze oder ein "Intim-Feind" auftaucht, preschen die meisten Hunde dann eben doch ins Halsband oder Geschirr.

    Ich versuche bei meinen Hunden immer zu vermeiden, dass es überhaupt zu einem Gezerre kommt, d.h. ich leite sie über Stimme und Handzeichen an (meist völlig frei, ohne HB und ohne Geschirr).

    Aber bei einem (noch) unerzogenen Hund wie dieser Penni muss man das eben anders lösen, am besten wohl wirklich über eine Doppel-Führung.

    Also ich hätte mir auch gewünscht, dass Rütter in diesem konkreten Fall ein Geschirr empfiehlt.

    Ich habe die Sendung nicht zu Ende gesehen, aber auf genau diesen Input wartete ich auch beim Rütter. Das war ja extrem, wie die beiden im Halsband hingen. Wenn ein Hund dermassen massiv nach vorne geht, dann gehört da ein gut sitzendes Geschirr hin, aber sicher kein Halsband!

    Weshalb wird eigentlich immer mit Geschirr ein "schlecht sitzendes" Geschirr genannt? Nur damit man "Pro-Halsband" argumentieren kann?

    Selbstverständlich muss ein Geschirr gut angepasst sein, nicht in den Ellbogen einschneiden und bequem sein für den Hund. Solche Geschirre gibt es tatsächlich...

    Ich verstehe nicht, weshalb vor allem die Kleine dauernd in diesem Halsband hing und sich halb erwürgte.