Ein Blick in diverse "Rasse XY in Not" Seiten zeigt deutlich, daß dem nicht so ist. Ja, man kann Glück haben. Man kann auch im Lotto gewinnen. Aber viele Menschen scheitern an typischen Rasseeigenschaften, die sich eben nicht wegerziehen lassen. Weil Halter sich eigentlich einen netten Begleit - und Familienhund wünschen, aber eine Rasse (oder Mischling) auswählen, die ursprünglich für ganz andere Zwecke gezüchtet wurde. Wenn man die Beschreibungen auf den Vermittlungsseiten durchliest, stößt man immer wieder auf dieselben Abgabegründe - natürlich unterschiedlich je nach Rasse.
Überraschung! - Der Hütehund hütet! - mangels Schafherde kontrolliert und zwickt er die Kinder. Überraschung! - Der Wachhund stellt nicht nur Einbrecher, sondern auch Postboten, Handwerker, Freunde und Besuchskinder an die Wand. Überraschung! - der Akita Inu möchte mit dem Erwachsenwerden sein Revier ganz für sich alleine haben und andere Hunde, die ihm zu nahe kommen, am liebsten final entsorgen. Die Halterin dagegen wünscht sich nichts mehr, als weiterhin auf die Hundewiese zu gehen und all ihre Gassifreundschaften zu pflegen.
Schaue ich nach Pudeln im Tierschutz, finden sich da - wenn überhaupt - Hunde, deren Halter verstorben sind oder sich krankheitshalber nicht mehr kümmern können. Dazu leider auch einige ausgediente Vermehrer-Zuchthunde. Was sich aber nicht findet, sind Pudel, die spätestens mit dem Erwachsenwerden ihren Haltern über den Kopf wachsen, weil sie dann ihre Rasseeigenschaften auspacken wie Jagen, territoriale Agressivität, Hüteverhalten, Unverträglichkeit mit Hunden und/oder Menschen. Bei vielen Rassen ist das nämlich der Fall, wenn sie angeschafft wurden, weil sie so intelligent/cool/ beeindruckend/schön sind und man meinte, mit gutem Willen kriegt man das schon hin.
Ich persönlich möchte mit meinem Hund Spaß und ein schönes Leben ohne viel Stress haben. Und ich möchte, daß mein Hund in meinem Lebensumfeld glücklich sein kann. Deshalb habe ich eine Rasse ausgewählt, die gut dazu passt. In meinen Augen sind Begleithunde auch Gebrauchshunde für einen bestimmten Zweck. Sie sollen anpassungsfähig sein, ein gutes Nervenkostüm haben, dabei aufmerksam und gut gelaunt, gerne mit dem Menschen kooperieren, veträglich mit Menschen und Hunden. Das ist schon eine ganze Menge.
Super auf den Punkt gebracht! ![]()
Das sollte sich jeder, der einen Hund sucht, einrahmen und an die Wand hängen!