Ist es vertretbar mit einem Barhufpferd ausreiten zu gehen(nur Schritt)? Hier liegen 40 cm Schnee, es ist nicht übermäßig glatt, kaum geräumt. Für mich eigentlich gute Bedingungen.. bin jetzt allerdings verunsichert, da sonst bei uns keiner im Schnee reitet (alles voll beschlagene Pferde im Offenstall, meiner läuft barhuf (wenn auch nicht immer besonders trittsicher)) 
Mein RB- Pferd läuft immer mit Hufschuhen im Gelände... Gestern sind die so eingefroren gewesen, dass sie nicht über den Huf gingen
also sind wir barfuß raus in den schön pappigen Schnee... es war perfekt, der Grip war sehr gut, kein Aufstollen (hatte aber zur Sicherheit einen Hufkratzer dabei) und wir konnten bergauf auf Schotter (mit Schneedecke drauf) sogar toll galoppieren. Es kommt immer auf das Gelände an, wir kennen unsere Gegend sehr gut und wissen, wo sich Wasser zb sammelt und es glatt sein könnte oder wo Gräben laufen oder viele Wurzeln liegen.
Nun ist mir von weitem eine junge Frau aufgefallen, die ein sehr nervöses Pferd an der zusammen gerollten Longe führte.
Das Pferd stieg regelmäßig, wehrte sich gegen die sehr straff geführte Longe , schien mir extrem nervös.
Nun sah ich von Weitem, wie die Frau das Pferd immer wieder mit der zusammengerollten Longe schlug.
Pferd stieg, schlagen,....
Genau einmal habe ich eine Longe zum Spazierengehen verwendet, als damals mein eigenes Pferd sich gern mal mit dem Strick losgerissen hat. Da hab ich die Longe noch mit dran gemacht und bin mit einer Trainerin raus. Pferd riss sich los, lief dann in die Longe, hatte also kein Erfolgserlebnis mit heim rennen und sich neben den Kumpels auf der Koppel eine gute Zeit machen, bis ich auch mal den Weg zum Stall gefunden hatte. Ansonsten finde ich Longe zum Gassi schwierig, dann lieber einen griffigen Strick und eine Gerte zum Abstand halten und ein gescheites Strickhalfter oder Kappzaum oder eben Trense.
Vielleicht hat die Frau versucht, das Pferd mit der Longe auf Distanz zu halten, weil so Pferdehufe im Gesichtsnähe echt nicht lustig sind und sie war total überfordert. Vielleicht war es gar nicht ihr Pferd, sondern sie wollte jemandem einen Gefallen tun und sein Pferd bewegen und es lief aus dem Ruder, vielleicht wurde das Pferd sonst immer geritten und wegen der Witterung nun nur geführt und das Pferd fand das gruselig... wenn ich nichts weiß über die Situation, kann ich das nicht richtig beurteilen.
ich kanns extrem minimieren wenn ich mir mehr Zeit für die Basisarbeit nehm
Das ist etwas, was ich bei manchen Pferd- Mensch- Gespannen vermisse- die Arbeit vom Boden, die Basics wie Respekt vor dem Menschen, kein Schubbern, kein Bedrängen, kein Schubsen oder Vorlaufen. Auch wenn ein Pferd super unter dem Sattel läuft, der Umgang am Boden und damit die leichte Händelbarkeit finde ich sogar noch wichtiger, und ich bin froh, dass in mein Quarterstütchen vom Besitzer massiv Arbeit in diese Basics investiert wurde, das merke ich jeden Tag, wenn wir Zeit bei was auch immer verbringen.
Das Mädel ist zwar manchmal zickig drauf, aber nie würde ihr einfallen, sich solche Dinge rauszunehmen, wie manche ihrer Kollegen im Stall, die nie gelernt haben, wie man sich gut benimmt. Das fängt an beim Stehen bleiben am Putzplatz und geht weiter über ordentliches Sich- führen- lassen bis hin zu im Kopf bei mir bleiben, wenn sie Angst vor was hat.
Der Abschuss war ein Friesenwallach, zu dem konnte man nur noch mit Gerte ins Paddock, wenn man sein Pferd aus der Herde holen wollte. Der wurde "gewaltlos" erzogen bzw. eben gar nicht, der kannte keine Grenzen und war eine echte Gefahr. Der hat dann zum Glück den Stall gewechselt, und niemand hat ihm nachgeweint.