Es geht nicht um Hundehasser, sondern allgemein um den Stellenwert des Hundes und des Hundelebens . Aber Hundehasser würde ich trotzdem ohne Rückflug am liebsten auf den Mond schiessen.
Den Wert den wir dem Menschen beimessen, kommt einer Vergötterung schon ziemlich nahe.
Auch wenn ich es schon gefühlt zum 1000. Mal wiederhole: Ein Mensch und ein Menschenleben wird hundertfach höher gewichtet als ein Hund oder das Leben eines Hundes. Um das geht es im Kern.
Notfall: Der Rettungswagen "Mensch" darf sich den Weg freimachen, der Rettungswagen "Hund" nicht.
Kosten: Ein Menschenleben darf kosten was es wolle, ein Hundeleben offenbar nicht. Überhaupt sollte Geld oder anderes Materielles auch nicht über ein Hundeleben gestellt werden. Ein Hundeleben einem Nutzen-Kosten-Kriterium zu unterziehen macht mich fassungslos. Sowas würde in der Gesellschaft bei Menschen keinem in den Sinn kommen, oder?
Sterbehilfe: Beim Menschen in unserer Gesellschaft tabu, bei Tieren erlaubt. Euthanasie finde ich gut, um Tieren unnötiges Leid zu ersparen. Ich bin aber strikt dagegen, wenn ein Tierarzt (m/w/d) ein Tier einschläfert, nur weil z.B. der Halter (m/w/d) das so will, obwohl dem Tier geholfen werden könnte.
Justiz: Misshandelt oder tötet ein Mensch einen Hund kommt er extrem viel glimpflicher davon als wenn ein Mensch dies einem anderen Menschen antut.
Alles anzeigen
Aus deinem Bild, das du hier zeichnest, spricht nach meinem Empfinden eine... ja, irgendwie Undankbarkeit und mangelnde Wertschätzung für das Privileg, in einem der reichsten Länder der Welt zu leben.
Weil es nämlich so ist:
Auch ein Menschenleben hat nicht viel Wert, wenn es das Pech hat in einem Land geboren zu sein in welchem das Gesundheitssystem instabil ist. Und auch mit Menschen und deren Organen wird auf dem Schwarzmarkt gehandelt. Es ist uns nur nicht so bewusst, aber damit solltest du dich mal auseinandersetzen und dann wirst du hoffentlich merken, dass deine Sicht der Dinge mehr so von einem Menschen stammt, der das Glück hat in einem reichen Land zu wohnen.
Unterhalte dich mal mit Menschen, die aus Ländern kommen, wo viele Menschen, vor allem Frauen, schlimmer behandelt werden als hier jeder Hund. Wo du so schnell mit gewissen lokalen Warlords über Kreuz kommen kannst, so schnell schaust du gar nicht und deine Familie ist tot. Ich habe mich mit einigen Betroffenen persönlich unterhalten, die das Bedürfnis hatten, über ihre traumatischen Ereignisse zu sprechen, in ihrer Muttersprache.
Du bist dir gar nicht im Klaren, was diese Menschen alles aufgegeben haben und erduldet haben, nur um nach Europa oder Deutschland kommen zu können.
Aus Ländern, die den ganzen Luxus wie wir nicht haben.
Keine Rettungswagen, die kommen, wenn man anruft. Keine "kostenlosen" (für den Patienten hier zumindest in weiten Teilen) Behandlungen, die nach dem Solidarprinzip mit der Allgemeinheit abgerechnet werden. Selbstjustiz oder selbsternannte Gerichtsbarkeiten, so weit das Auge reicht, weil die Polizei korrupt ist und nur Vetternwirtschaft zählt und die richtigen Leute zu kennen oder zur richtigen Familie zu gehören. Und so weiter und so fort.
Ich empfinde den Lebensstandard hier bei uns als absoluten Glücksfall und bin sehr froh, dass auch für unsere Tiere hier ein sehr hoher Standard gilt was die Versorgung, Fütterung und Hygiene angeht. Es gibt Krebsbehandlungen, CTs, Röntgen, Laboruntersuchungen, Physiotherapie, Limit ist einzig und allein die Frage, wie groß der Geldbeutel des HH ist.
Nie käme mir in den Sinn, das alles anzuprangern als hätten wir hier Missstände wie im Mittelalter.