Als er heute das erstmal anfing habe ich ihn versucht mit Sitz und Platz abzulenken. Das ging auch sehr gut und wir konnten wieder ca. 30-40 Schritte problemlos laufen. Dann fing es auf einmal wieder an. Er fängt dann an zu bellen, guckt mich an und es scheint mir so als würde er auf etwas warten. Mal sitzt er dabei, mal steht er bzw. "Yoga-Position". Meistens läuft er um mich rum, wodruch die Leine sich um meine Beine wickelt. Dann wird er auch wieder ruhiger. Dann gibts wieder eine Belohnung fürs "Ruhig sein". Er war heute auch in der Runde durchgehend angeleint.
Wenn ich ihn ignoriere gucke ich einfach gerade aus und drehe mich auch mal. Er dreht sich dann aber natürlich auch..
Das mit den Kommandos habe ich jetzt 2 mal probiert und gehofft, dass das was bringt. Fehlanzeige
Also er bekommt auch nicht nur eine Belohnung, wenn er Sitz und Platz macht. Im laufe des Spaziergangs gibt es öfters Situationen wo er natürlich belohnt wird, es wird nicht nur auf "Tricks" beschränkt.
Da er ja an der Leine ist kann der Frust ja nicht daher kommen. Wie gesagt, dass passiert einfach aus dem nichts
Wir können noch so eine tolle Runde gehabt haben (wie heute) und auf einmal dreht er auf.
Für mich liest sich das wie Hund in Erregung, ob sie jetzt freudig ist und der Hund spielen wollen würde, ein Leckerli einfordert oder einfach drüber ist, weil der Input beim Gassigang zu viel war, entzieht sich natürlich ohne ihn zu sehen meiner Kenntnis.
Vielleicht sind auch die Leckerli schon des Guten zu viel. Bei meinem Jungspund im Junghundekurs wurde auch immer gesagt, ich solle alles mit Leckerli bestätigen, auch in kurzen Abständen, ich bin da auch nicht dagegen, aber es hat bei meinem Hund dazu geführt, dass er nur noch auf die Leckerlis gegeiert hat und er total unkonzentriert und fahrig wurde, übereifrig und hibbelig. Da musste ich also ins Training erstmal wieder Ruhe reinbringen, hab also mit tiefer, langgezogener Stimme bestätigt und die äh, Leckerlifrequenz runtergefahren.
Jetzt gibt's nur noch Leckerli, wenn ich was will, und nicht, wenn Herr Jungspund meint, etwas dolles geleistet zu haben, und ich lobe auch sehr viel mehr verbal oder mit einem Ball oder einem Zergelspiel.
Ja wir haben uns sehr gut informiert. Mich stört das "laut" sein auch nicht. Nur finde ich das Verhalten welches er in dieser Situation hat sehr fragwürdig. Man denkt halt direkt, ob man was falsch gemacht hat oder ihn irgendwie unbewusst dazu animiert hat.
Vielleicht hast du ihn indirekt animiert, vielleicht hat er aber auch nur seine "5 Minuten".
Je nach Situation kann man konsequent ignorieren, verbieten oder Alternativerhalten verlangen. Bist du in einer Hundeschule? Vielleicht kannst du dort fragen, wie vor Ort ein Trainer das einschätzen würde.
Gerade wenn wir einen Gassigang besonders schön empfunden haben, kann es sein, dass es für den Hund zu viel war. Geht recht schnell, wenn der Hund im Rahmen seiner Entwicklung wieder eine bestimmte Phase durchläuft, seine Hormone verrücktspielen oder er sich ein bisschen ausprobieren möchte. Ich sehe das schon so, dass auch Hunde ab und an ausloten, was geht und was geht nicht, besonders in der Pubertät.
Wenn man klar sagt, was man nicht möchte und was man stattdessen sehen will (da reicht schon ein wegschauen und aufhören zu bellen, sowas lobe ich dann sofort), ist das normalerweise schnell Schnee von gestern.