Hi, mir sind 3 Sachen aufgefallen bzw Ideen gekommen.
Erstens, würde ich mir überlegen, was ist die Intension dahinter, dass mein Hund immer zu anderen Hunden hinwill? Dein Rüde ist intakt, oder? Vielleicht steht da das Bedürfnis nach Abchecken und Hündinnen auschecken dahinter. Vielleicht "entdeckt" er gerade seine Sexualität und müsste da ein bisschen von dir eingenordet werden.
Dann, vielleicht wäre es sinnvoll, sich mit ein paar Leuten zum Social Walk zu treffen. Dabei können die Hunde alles machen, während man zusammen Gassi geht, schnüffeln, markieren, etc, nur nicht Kontakt zueinander aufnehmen. Macht man das immer mal ne ganze Weile, lernt der Hund, andere Hunde zu ignorieren.
Dann ist das, was unsere Trainerin allen jungen Hunden als erstes beibringt, ein "Pause".
Man stellt sich auf die Leine und ignoriert den Hund. Der darf stehen, liegen, sitzen, rumschauen, nur er muss halt warten. Zuerst übt man das daheim, dann im Garten und dann irgendwann unter Ablenkung. Dann setzt man sich an einer Straße auf eine Bank und der Hund hat "Pause" und darf sich alles anschauen, darf nur nicht rumnerven. So lernt auch ein nervöser Hund, Ruhe und warten auszuhalten.
Dass ein Hund, der unter Coronabedingungen aufgewachsen ist, nicht wie alle anderen Hunde ist, finde ich ein Stück weit normal. Unser Jungspund ist insgesamt mein 8. Hund und mein 4. Welpe. Trotzdem hat er durch Lockdowns, keine Besucher, wenig Kontakt zu anderen Hunden und anderen Menschen Defizite aufgebaut, die wir nun sehr langwierig am Abarbeiten sind.
Da braucht man halt einen langen Atem und bleibt dran.
Gerade dieses Nervöse kann eben auch sein, weil der Hund mit den vielen Reizen überfordert ist. Da hilft Abstand und sich langsam vortasten.
Und, manche Hunde sind halt nervöser als andere. Meine Leonbergerhündin war bis sie 3 oder 4 war, total aus der Art geschlagen, Social Walks waren anfangs die Hölle, Schleppleine war unmöglich, weil sie so in die Leine gerannt ist. Da hat nur große Flexi und Halsband geholfen. Geschirr hab ich bei 50 Kilo gar nicht erst angefangen 
Es hat lang gedauert (länger als jetzt beim Coronajungspund), aber irgendwann ist sie ein ruhiger, ausgeglichener Hund gewesen. Und wir hatten bei ihr kein Corona oder Lockdowns. Ist manchmal auch ein Stück weit Charaktersache.
Bleibt konsequent, lasst nur zu anderen Hunden, wenn der Hund ruhig ist, lieber nicht zu lang spielen lassen, und immer wieder dosiert Aufreger üben und dann Ruhe halten bzw runterfahren belohnen und fördern. Das wird schon!