Was ist das eigentlich, dass ich auf alle Pferde so eine, äh, aufweckende Wirkung habe?
Vor vielen Jahren, als ich noch ein eigenes Pferd hatte, hat mir schon eine Trainerin prophezeit, dass ich "aus jedem Kaltblut ein Rennpferd machen könnte".
Jetzt reite ich ja den Paintbuben, der wird normalerweise nur jeden Sonntag von der Besitzerin eineinhalb Stunde piano im Gelände bewegt und steht sonst nur rum.
Jetzt mach ich mit dem was, bring dem lauter neue Sachen bei, weil der Gute nämlich blitzgescheit ist ... und stelle fest, dass der schon ordentlich Power hat und gern dann, wenn wir unterwegs sind, erstmal Druck ablassen muss, indem wir ne längere Strecke traben oder ein paar Höhen hochgaloppieren.
Der ist ja noch jung, kein Ding, aber anfangs war der so eine Schlaftablette, und gestern in der Halle hatte ich so ein Pulverfass unter mir (der Sonntagsausritt war ausgefallen), dass ich den abgesattelt hab und erstmal sich ausbockeln und ausrennen hab lassen (quasi frei im Zirkel um mich rum, kennt er vom Freilongieren an das JoinUp angelehnt). Danach nochmal neu gesattelt und noch paar Übungen gemacht in Ruhe, bevor wir Feierabend gemacht haben.
Und jetzt sitz ich hier und grübel, ob das davon kommt, dass er einfach mal aufwacht und er selbst ist statt nur dumm am Paddock im Fressständer zu stehen, oder ob das ich bin. Ich versuch echt immer, ruhig und leise mit ihm umzugehen, weil er Sicherheit braucht und so sensibel ist. Aber, ich will kein Rennpferd aus ihm machen
Jemand ne Meinung dazu?