Ich glaube, das ist der Punkt.
Wir werten natürlich total gerne. Denn, wenn Hund xy beisst, weil Halter abc ihn soundso handelt, dann gibt mir das Sicherheit, weil ich ja selbstverständlich meinen Hund soundso nicht behandle, also wird er mich auch nie beißen.
Ist auch ein bisschen die Suche nach dem Schuldigen, und weil der Hund nie Schuld an was hat, ist es natürlich immer der Halter, der es gründlich versaut hat.
Ist vermutlich menschlich, und da brauch ich dir gar nix erzählen, du hast das studiert
Und wir alle neigen dazu, ich ja auch, ich schreib selbst im nervige Hundehalter Faden fleißig mit 
Ich glaube, manche machen sich gar keine Vorstellung, wie tief das Loch sein kann, in das man fällt, wenn das geliebte Tier sich trotz durchdachter Erziehung und Training nach bestem Wissen und Gewissen in eine Richtung entwickelt, die man niemals nicht auf dem Schirm gehabt hat. Natürlich ist das dann ein Vertrauensbruch, da liegt erstmal die Welt in Scherben.
Aber nachher muss man unbedingt analysieren, was war der Auslöser, wo kam das her, was liegt dem zugrunde, wie vermeide ich eine Wiederholung. Hunde, die rassebedingt gern in Tunnel verfallen, bringen durch ihren Trieb vermutlich einfach grundsätzlich andere Eigenschaften mit sich als Begleithunde, die Konflikte wegfiddeln und ansonsten tut sich nichts. Entsprechend geht man jeweils anders mit dem Hund um.
Ist ja in der Pferdewelt auch so, es gibt nervige Pferde, die möchten dich direkt buchstäblich in den Boden stampfen, weil du sie beim Putzen versehentlich gekitzelt hast (ist mir tatsächlich passiert, war Zufall, dass ich aus der Box schnell und unversehrt raus kam), andere sind so gechillt, denen würde es nie einfallen, gegen einen Menschen zu gehen.
Nicht immer liegt da die Schuld, wenn es überhaupt eine gibt, beim Halter oder in schlimmen Erfahrungen.