Beiträge von DerFrechdax

    Der Punkt war glaub ich der fehlende Respekt kleinen Hunden gegenüber.

    Beispiel: Mein Mann hatte zu Anfang die Idee, unsere damals junge Leohündin ab und an in seine Agentur mitzunehmen. Dort verbrachte sie die Zeit damit, durch die Glasscheibe der Eingangstür zu gucken und den Passanten und Autos draußen zuzuschauen. Also wirklich neutral, mit Hängeöhrchen und entspannt.

    Irgendwann fiel meinen Mann auf, dass da keine Laufkundschaft mehr kam. Wer kam, stand vor der Tür und machte mit Rufen oder Anruf auf sich aufmerksam :lol:

    So war das natürlich nicht gedacht, deshalb blieb die Große dann daheim.

    Als der Senior, der Westiemix, mal ab und an dabei war, war das überhaupt kein Thema und jeder stiefelte in den Laden ohne Zögern.


    Darum ging es nach meinem Verständnis. Dass kleine Hunde anders behandelt werden als Große. Und ja, das habe ich auch krass wahrgenommen, im Guten wie im Schlechten. Kleine Hunde können die Nachbarschaft terrorisieren und es wird gelacht darüber, da wäre der große Hund schon lang weggekommen. Ein Lapsus wird aber auch gern vergeben, wo der große Hund wesentlich kritischer gesehen wird, zb im Restaurant usw.


    Hier wurde der Hund nicht ernst genommen und hat gebissen, und es wurden die gleichen Mechanismen wie bei anderen Hunden auch in Gang gesetzt. Ich würde sagen, ungut gelaufen, und da die Verantwortung beim Halter liegt, sein Fehler. Ist es ja eh allermeisten, das ist wie beim Autofahren. Ich hab den Hund, ich hab die Verantwortung.

    Und jeden Tag 7 Stunden am Stück schonmal nicht pinkeln können finde ich nicht fair.

    Das ist aber sowohl beim Hund, als auch beim Menschen total individuell - Ich wohne ja hier zu zweit in einer WG - mein Mitbewohner geht niemals innerhalb von 7 Stunden aufs Klo, der sitzt da einfach und nippt hin und wieder mal ein Schlückchen

    Ich hingegen bin in der selben Zeit drölf mal auf dem Klo, habe 2 Liter getrunken und bin noch 5 Mal aufgestanden um nutzlos aus dem Fenster zu gucken

    Moro besteht darauf, während meiner Pausen nach 2 Stunden Arbeit ein kleines Ründchen draußen mit mir zu drehen, wenn es nicht regnet - er müsste aber nicht Pipi, wenn er durchpennen würde - wahrscheinlich denkt er, ich müsste mal an die Luft

    Das war auch was, was ich erst "lernen" musste, als ich das erste Mal einen wirklich kleinen Hund hatte, davor hatte ich ja immer nur große und Riesen.

    Der 9 Kilo Hund soff viel mehr und musste ungefähr dreimal so oft auf Pipi wie der große :zany_face:

    Ich denke also auch, dass das total individuell ist.


    Wenn der Hund ruht und entspannt ist, würde ich einen Rhythmus reinbringen, zb Montag und Freitag daheim bleiben und Dienstag bis Donnerstag zur Mutter. So hat er beides.

    Anstatt es so zu erarbeiten, kann ich als Trainer die Hündin bereits vor der Treppe beruhigen. Die Motivation der Hündin ist nach wie vor das schnelle "nach draussen kommen". Bevor ich also die Treppen überhaupt betrete, belohne ich das ruhige Warten indem ich erst dann einen Schritt weiter gehe, wenn sie sich beruhigt hat. Nun mache ich Schritt für Schritt immer das gleiche. Ein Schritt nach vorne, warten, beruhigen, mit einem weiteren Schritt belohnen. Wenn die Dobermann-Hündin zu ungeduldig wird korrigiere ich erst dann, wenn sie plötzlich einen Satz nach vorne machen möchte. Die Korrektur ist dann aber kein Leinenruck, da sie damit nur noch mehr Aufregung verknüpft hat, sondern das ruhige zurück ziehen an die ursprüngliche Stelle. Damit bestrafen ich sie damit, dass sie wieder ein Stück weiter Weg von der Haustür ist.

    Und immer so weiter.

    Frage, warum bringt man dem Hund nicht ein Kommando "Hinten" oder "Hinter" bei, wo der Hund lernt, hinter seinem Menschen zu laufen?

    Das als Vorarbeit verinnerlicht, dass es Zeiten gibt, wo Frau Hund hinten laufen soll und dann auch wieder entlassen wird, hilft ungemein, wenn man wo runter muss, wo es steil ist.


    Und zur Aufregung, das ist tricky. Denn es gibt Hunde, da ist das mit dem einen Schritt gehen, warten, belohnen eine Tortur für den Hund und keineswegs angenehm oder belohnend. Wenn denen ihr Geduldsfaden aufgebraucht ist, dann springen die die restlichen Stufen einfach runter und alles ist für die Katz. Und wenn ich dann konsequenterweise nochmal von vorn anfang... also mein Hund würde mir nen Vogel zeigen xD

    Da stell ich lieber die Regel auf, wenn ich hinten sag bleibst du hinter mir, das gilt egal wo, egal wann und löse das über Gehorsam. Das hat den Vorteil, dass ich das hinten laufen ohne den Trigger "wir gehen die Treppe runter, es geht Gassi, juhuuu" üben kann.

    Das Hinten laufen baue ich zu Beginn körpersprachlich auf, indem ich mich drehe und den Hund zurückschicke, wenn er mich überholen will, verbunden mit einem "äh-äh" und sofort "Ja" oder einem anderen Markerwort, wenn er das tut, was ich will, nämlich hinten bleiben. Das geht nach meiner Erfahrung recht fix, dass das verinnerlicht wird.


    Dass man seinen Hund nicht anschreit, wie in deinem ersten Beispiel versteht sich glaub ich von selbst. Es gibt Hunde, die drehen sich irgendwann um, wenn das Fass voll ist, und im Grunde streb ich als Halter ja freudige Mitarbeit an und die erreich ich nicht indem ich cholerisch herumschreie.

    Mir geht's oft so, ich seh was bei anderen HH und denk mir, ich will das nicht so.

    Beispiel, eine Nachbarin spritzt ihren Zaunpöbler immer nass, wenn er loslegt. Da der Zaun lang ist, pöbelt er jetzt im von ihr am weitesten entfernten Eck oder wenn die halt nicht da ist und darf seltener allein raus.

    Weil er draußen beim Gassi auch übel pöbelt, hat sie immer Wurfdiscs dabei, die sie ihm dann auch volle Lotte vor die Füße klatscht. Wahlweise wird der Hund auch mit nem "Sssssssccchhhhh" auf den Boden geworfen und fixiert. Mein Hund hat ganz schön blöd geschaut, als er das gesehen hat.

    Anderes Beispiel, Goldie legt sich hin oder wirft den Anker und Frauchen steht neben dem und zupft zaghaft an der Leine. Erst wenn der Hund sich entscheidet, die Güte zu haben, aufzustehen oder fertiggeglotzt hat, geht es weiter.


    Im ersten Fall tut mir der Hund einfach leid, er kommt aus dem Tierschutz und scheint mir sehr wachsam zu sein. Statt das zu managen, zb durch Begrenzung im Garten oder Sichtschutz, Ausweichen beim Gassi oder auch mal Lob, wird da halt immer nur gestraft.

    Der Goldie dagegen... ja. Der würde von mir als erstes beigebracht bekommen, dass ich bestimme, wo lang und in welchem Tempo und wann wir stehen bleiben und wann nicht.


    Würde ich nur ein einziges Mal meinem Hund Discs vor die Füße hauen, wär ich für immer unten durch. Und das nächste Mal würde er genau das Gleiche wieder machen. Lerneffekt wär null.

    Abgesehen davon, dass ich so ein Mensch nicht sein möchte, der seinen Hund so triezt. Ich red jetzt nicht von Notfällen und Gefahrenabwehr, sondern normalem Umgang und Training.

    Vermutlich hat da jeder sowas wie einen Ehrenkodex im Kopf, nach dem er handelt. Was noch okaye Korrekturen/negatives Feedback ist und wo es ihm/ihr zu grob wird.

    Und es gibt Hunde, die pfeifen auf meinen positiven Verstärker, wenn die ein Reh sehen. Da kann ich nur anleinen, oder darf den Hund dann suchen gehen. Da brauch ich aber nachher auch nicht strafen, weil wenn der Hund wieder da ist, ist das vorher schon wieder Schnee von gestern.

    Generell eigentlich mit der Theorie, das der Hund nicht wissen soll woher der negative Reiz kommt um das Geschehen nicht negativ mit dem Halter zu verknüpfen.

    Hä? Meinen Leute, die das sagen, wirklich, der Hund wäre dumm?

    Das erinnert mich an die eingerollte Zeitung von anno dazumal, die man bitteschön verwenden sollte statt der offenen Hand, wenn man dem nicht stubenreinen Welpen einen "Klaps" gab. Damit der nicht die strafende Hand negativ verknüpft angeblich.

    Was denkt der Besitzer denn, was der Hund denkt, wo die Zeitung herkommt? Aus dem luftleeren Raum? (Davon ab natürlich dass es Käse ist, einen Hund mit "Klapsen" zur Sauberkeit zu erziehen)


    Ich kenne auch ne Trainerin, die hat nen großen Rappelkanister, mit dem sie nen Schreckreiz setzt, wenn sich anbahnte, dass sich zwei Rüden bspw in die Wolle bekommen. Nutze ich nicht, ich red mit meinem Hund, will ich auch nicht schönreden, aber war im "Gefecht" sehr effektiv, weil alle Beteiligten sofort auseinander gespreißelt sind und sie sich nicht der Gefahr ausgesetzt hat, gebissen zu werden, wenn sie dazwischen gefasst hätte.

    Trotzdem denke ich, dass die Hunde schon wussten, dass da ein Mensch dranhängt, der den Reiz setzt.

    Ich finde den Gedanken Neufundländer oder Leonberger nicht schlecht. Unsere Leohündin war der gechillteste Hund, den ich je hatte.

    Vielleicht einfach mal auf Rasse in Not Seiten gucken oder Züchter kontaktieren?

    Manchmal wissen die auch von erwachsenen Hunden in ihrem Umkreis, die umständebedingt ein neues Zuhause suchen und können deinen Hund und evtl Kandidaten mit euch zusammen einschätzen.