Beiträge von DerFrechdax

    Was genau ist dein Problem?

    Dass du die Frau nicht kennst? Dass du ein Stück fahren musst? Oder dass sich eure Wege unwiderruflich trennen?

    Manchmal lohnt es sich, das Chaos im Kopf erstmal zu sortieren. Wenn Vertrauen zur Züchterin da ist und diese die Käuferin vertrauenswürdig findet, steht dem Verkauf doch nichts im Weg, oder?

    Wie man sich emotional fühlt, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

    Ach so, seine gewohnten Sachen mitgeben finde ich sogar sehr gut.

    Mir fällt grad ein Beispiel ein.

    Jack liebt es, wenn ich Spielzeug im Garten verstecke und er es suchen darf. Ich lass ihn also ums Eck warten (manchmal im Sitz, geht aber auch im Steh) und verstecke sein Spieli.

    Komm zurück und schick ihn los suchen.

    Findet er das Spieli, rennt er wie ein Verrückter herum, schüttelt es, vor, hinter, rauf, runter.

    Ich möchte, dass er mir das Spieli herbringt und abgibt, entweder in die Hand oder vor mir auf Aus fallen lässt.

    Jetzt hat er mich immer wieder veräppelt. Kommt her, und als ich das Spieli greifen will, rennt er nochmal ne Runde :ugly: Man sieht dann so richtig das "Nä-nä-nänä-nä" aus seinem Gesicht springen.

    Ich mach das aber ja echt just for fun. Da ist kein Druck dahinter, ich mach da auch kein Dominanzding draus, und ich weiss, dass da auch nix verknüpft wird, weil Socken gibt er weiter ohne Diskussionen her (schleppt sie aber eben auch überhaupt immer noch mal herum, er wird wohl nie erwachsen :see_no_evil_monkey: ) und Unrat nimmt er nicht auf.

    Jedenfalls hab ich begonnen, das Spiel zu beenden, wenn er nicht abgibt. Ich geh dann weg. Und siehe da: Der Terrier kann beim nächsten Mal, grad wo ich mich abwende, um reinzugehen, plötzlich umschwenken und brav und gesittet flottikarotti das Spieli in meine Hand abgeben. War für mich ein echter :flushed_face: -Moment.

    Würde ich es mit Strenge oder Strafe versuchen, würde er nur aufdrehen und gegenhalten, plus ich hätte mir für ne ganze Weile unsere Beziehung versaut.

    (Klar kenn ich auch die Tricks, Dummy sichern mit Seil etc., aber wie gesagt, das machen wir ja nur just for fun)


    Meine Schäferhündin und auch die Leohündin waren total anders gestrickt. Die DSH hat mir den Ball immer und ohne Umwege gebracht.

    Und die Leohündin wiederum hat den Sinn von dem Spiel überhaupt nicht verstanden und weder gesucht noch gebracht. Auch nicht mit Traineranleitung :ugly: xD


    Das ist ja das Schöne, dass jeder Hund für sich, aber auch die verschiedenen Rassen eine so große Bandbreite haben. Ich finde das unheimlich bereichernd. Schade, wenn man dann so ne Schablone drüberlegen will und alles nach Philosophie xy zurechtschneiden will.

    Das Pauschalrezept "Hund darf gar nichts" hört sich für manche Halter vielleicht verlockend an, denn es löst ja auch unliebsame Macken. Ich erlebe durchaus auch den Hype mit im Bekanntenkreis. Und die Bilder, wie ne 3jährige 2 hinter ihr herschleichende Hunde führt, sind ja auch sehr knuffig.

    Letztlich fallen aber die Bedürfnisse der einzelnen Hunde natürlich hinten runter. Da ist die Frage, welchen Preis ich bereit bin zu zahlen. Und, ob ich wirklich einen Hund will, der gelernt hat, aufzuatmen und die wirklich interessanten Dinge zu tun, wenn ich außer Sicht bin und sich ansonsten auf Zehenspitzen und meidig um mich herum zu bewegen.

    Es gibt sie bestimmt, Hunde, die mit Freiheit nicht umgehen können. Mein Hund darf zb selten wirklich frei laufen, weil er dann nach meinem Geschmack zu wenig gedanklich bei mir ist. Er weiss genau, wenn ne Schleppleine dran ist. Kommt ein Reh vorbei, kann ich meine Hand nicht ins Feuer legen, dass er nicht direkt hintergehen würde. Kam noch nie dazu, weil immer ne Leine dran war. Aber von der Erregungslage her bei Rehsichtung würd ich sagen, würde er sicher hinterhersprinten, einfach weil dieser Hund immer erst macht und danach denkt.

    Klar könnte ich ihn 4 Wochen ins Bootcamp schicken zu dem Bekannten. Der würde das vielleicht sogar machen. Aber wenn ich dann so einen geknickten, devoten Hund ohne Feuer wie damals zurückkriege.. Nein danke.

    Ach so, an der Leine. Und wie wird soll da dann gestraft werden, wenn der Hund 10 Meter vor einem steht? Mit Fußlaufen als Strafmassnahme? Ich frag deshalb so dumm, weil ich mir das grad echt nicht richtig vorstellen kann.

    Also, Abbruch und Umorientierung, ja klar, aber konkret Strafe, die verstanden wird, ist mir grad schwer vorstellbar.

    Bsp bei uns jagen… ich krieg immer wieder zu hören dass ich ihr das simpel abgewöhnen kann, wenn ich sie dafür strafe.

    Das stelle ich mir schwierig vor, denn wann straft man dann? Wenn der Hund wieder da ist?

    Ich kenne genug Halter, da schwirrt der Hund ab, kommt irgendwann wieder, und das erste was die Halter machen, ist, den Hund zusammenzufalten.

    Als Hund, denke ich mir dann, wäre man schön blöd, wenn man dann nochmal wiederkäme.


    Oder wann genau soll die Strafe da erfolgen? :thinking_face:

    Unterdrückt man damit ihren eigentlichen Charakter? Ihre natürliche Art?

    Oder ist das bei Schäferhunden, Mali's nicht der Fall?

    Das ist, finde ich, eine ziemlich tiefgehende, philosophische Frage.

    Ich kenne zb einige frühkastrierte Hunde. Die wirken auf mich immer irgendwie unreif, und ihre Konfliktlösungsstrategien sind oft fiddeliges Gehampel. Erwachsene, potente Hunde dagegen strahlen oft für mich sowas würdevoll, souveränes aus. Da könnte man auch fragen, was ist der wirkliche Charakter? Die natürliche Art? Wäre der Hund unkastriert oder später kastriert anders?

    Was ich sagen will, es gibt verschiedene Faktoren, die den Charakter bestimmen. So viele, dass der "eigentliche" Charakter vielleicht gar nicht sicher bestimmbar ist.

    Andererseits:

    Ich hab es schon öfter geschrieben, für mich war ein Schlüsselerlebnis, als ich den Westiemix übernommen hatte vom Vorbesitzer, der der CM Methode anhängt. Ich seh auch regelmäßig Videos von ihm, er praktiziert das weiterhin und lässt die Hunde stets hinter sich herschleichen oder wirft Ball und nur auf Kommando dürfen dann 7 Hunde hinterherhetzen.

    Der Gehorsam ist natürlich beeindruckend, aber ich hab gesehen, was das aus der Terrierseele gemacht hat.

    Es hat 2 Jahre gedauert, bis ich ihn anleinen konnte, ohne dass er sich direkt unterworfen hat. Nochmal lange Zeit, bis ich ihn am Hals und an den Pfoten berühren durfte. Ich hatte nach einer Weile einen völlig anderen Hund hier, einen energiegeladenen Terrier halt.

    Das kommt dann halt auch raus, wenn jemand sagt, der Hund darf beim RR nur mit gesenktem Rute und hängenden Ohren zu dir kommen, alles andere wäre dominant und gehört gestraft.


    Meine Schäferhündin wurde damals sehr streng und klar erzogen, die war gut damit. Die Leohündin war zwar auch Arbeit, aber weil sie sehr auf Mitarbeit aus war, super zu handeln.

    Die Terrier versuch(t)e ich konsequent, aber mit einer gewissen Toleranz zu erziehen. Dass Terrier ständig nur so vor Einfällen bersten, ist ja nun bekannt. Ich bemühe mich, immer mit dem zu arbeiten, was der Hund mir anbietet.

    Man muss auch sagen, meine Schäferhündin war jetzt nicht so ein facettenreicher, ständig zu Unsinn aufgelegter Hund. Das war alles zu anstrengend für sie, sie hatte es gern schlicht und klar. Vielleicht kann man das mit einer Bowlingkugel und einer Flipperkugel vergleichen.

    Einmal angeschoben, lief die DSH eigentlich in ihrer Bahn und alles war super. Beim Terrier jetzt feuern immer noch 10 Synapsen dazwischen und du weisst nie, wo die Flipperkugel gleich hinspringt xD Aber, das ist halt auch ein Rasseding.

    Ausleben des Charakters, ja, bedingt. A-lochhunde leben hier nur sehr limitiert ihren Charakter aus, da hatte ich aber bisher nur einen. Alle anderen dürfen in Maßen, solange es händelbar ist, ihre Farben zeigen :partying_face:

    Das reicht locker, um Menschen von den Füßen zu reißen, wenn die gerade nicht richtig aufpassen.

    Hunde sind viel stärker, als man als Anfänger denkt, alleine schon dadurch, dass sie 4-Fuß-Antrieb haben.

    Ja, das stimmt, deshalb erzieht man die, erarbeitet sich Strategien, um standfest zu sein und konzentriert sich auf den Hund, statt in der Gegend herumzuträumen oder Mails zu checken.

    Hier liegen ein paar Plüschis herum in unterschiedlichen Stadien der Zerlegung, weil Jack ab und an was braucht, um sich in für ihn aufregenden Situationen abzureagieren, zb wenn jemand heimkommt.

    Das ist so gewollt, dass er lieber den Zergel rumschüttelt als seine Energie mit Anspringen oder solchen Scherzen loszuwerden :ugly:

    Und wenn die da so rumliegen, bieten die sich an, die immer mal wieder weiter in die Unerkennbarkeit zu operieren. Ansonsten verstecke ich die auch gern für Jack. Weil die schon 100mal angegafert sind, scheinen sie dank des Eigengeruchs gut auffindbar zu sein für den Hund :igitt: :lol:

    Was habt ihr für Tipps für uns, damit alles reibungslos abläuft?

    Was mir gerade noch einfällt:

    Der Hund braucht einen Ort, wo ihn das Kind später, wenn es mobil ist, nicht stört. 100%.

    Überhaupt galten später für die Kinder mindestens genauso viel Regeln wie für den Hund. Bspw. "Ein ruhender Hund wird nicht gestört. Nie." Oder "Wenn der Hund frisst oder säuft oder einen Knochen kaut, geht da niemand dran." "Der Hundeschlafplatz ist tabu, Hundespielzeug ist tabu."

    Im Grunde geht es dann später darum, Konflikte zb um Ressourcen nicht aufkommen zu lassen.