Beiträge von wow...

    3. Ich habe letztes Jahr eine mega-schlechte Erfahrung gemacht mit einem Tierschutzhund gemacht. Dieser sollte Kinder-Katzen-Anfängerfreundlich sein. War es aber überhaupt nicht (wir sind aber natürlich die bösen). Er war bei uns zu Hause zu Besuch, da war alles in Ordnung. Es hießt, er knabbert manchmal, dann solle man ihm ein Kauspiele als Alternative geben. Als wir den Hund dann hatten, jagte er (spielerisch?) unsere Katzen und als Lilly hinter ihm vorbei lief, während er fraß, ging er auf sie los und ich konnte noch dazwischen. Lilly war aber definitiv am Fell nass, sodass ich mir fast sicher bin, dass wäre ich nicht dazwischen, der Hund mehr als nur Fell erwischt hätte. Zudem schnappte der Hund nach mir, wenn ich ihn von der Couch schicken wollte (auch ins Gesicht) und nach meinem Sohn (der dann nicht mehr aus seinem Zimmer wollte). Der angeblich stubenreine Hund wollte draußen nicht Pipi machen (sind bis zu zwei Stunden draußen geblieben) und wartete, bis er drinne ist. Zudem hatte er auch Angst vor den Autos, soweit ich das einschätzen kann - wobei er laut Pflegestelle absolut fürs Stadtleben geeignet sei.Ich vermute, dass er deswegen auch nicht draußen sein Geschäft erledigen wollte :<
    Das waren dann -zu- viele Baustellen für uns und wir gaben ihn zurück, was dann wiederum zur Folge hatten, dass wir als böse/unfähige Menschen hingestellt wurden und dem Hund ja keine Chance geben würden. Das wäre alles(!) normal für einen Junghund und mit einer Stunde bei (ihrem teuren) Hundetrainer machbar. (Man hat bei der Abgabe weder Hallo/Tschüss gesagt... und uns nichtmal angeschaut. Man wollte auch nichts davon wissen, was passiert ist).
    Naja... In meinem Bekanntenkreis gibt es auch ähnliche Erfahrungen, da sind es jetzt schon über 1.000€ Hundetrainer und die Katze musste weg. Nach dieser Sache glaube ich nicht, dass ich mich nochmal auf einen älteren Hund einlassen kann, auch wenn dazu oft geraten wird.
    Oder sind wir einfach nicht hundetauglich?

    Ich würde nach der Schilderung ganz klar vom Welpen absehen.

    Da ist für mich etwas zuviel Anspruchshaltung und zuwenig Management herauszulesen. Von Erziehung gar nicht zu reden, das geht ja auch binnen einer Woche noch gar nicht richtig.
    Da wäre ein "fertiger" Hund deutlich besser. :smile: Einer der mit Katzen und eurem Kind klarkommt , einer der Streicheln mag, einer der schon alleine bleiben kann.
    Ich glaube, ihr müßtet erstmal so einen Gefühl für den Hund kriegen, denn die Beschreibung hört sich wirklich danach an, als hättet ihr den Hund anfangs massiv überfordert. Dass man anfangs getrennt Füttern muss ohne Konkurrenz ist z.B. essentiell. Da kann der Hund Katzen noch so mögen, wenn es um lebenswichtiges Futter geht, sieht er sie als Konkurrenz. Die Sorge kann man ihm ersparen, indem man separiert füttert.

    Und wenn dann der Reporter-Kollege vielleicht noch jemand ist, der nicht wirklich Schimmer von Hunden hat - "Hey, kannst du nicht mal 3 Hunde an die Leine nehmen? Dann ist das Bild voller!" und so Sachen.

    Ernsthaft, wer auf so einen Deko-Mist eingeht in dieser verantwortungsvollen Position - hat seinen Job verfehlt. Da kann und muss man sich ganz klar weigern.

    Die Fütterung wäre mit mehr Personal machbar.
    Die Einstellung, dass die Hunde nicht dafür büssen müssen, was HH versäumt oder versaut haben finde ich ja durchaus richtig- das verzerrte Hundebild, die Methoden, die Stresskulisse und das Dompteurgehabe sind halt übel. Die paar Hunde, die wirklich einen Defaultknacks mitbringen sind ja auch dort in der absoluten Minderzahl- die sind überhaupt selten.

    Ob der Rottweiler therapieresistent gegen andere Methoden ist, weiss man doch gar nicht. Dass es mit dem gezeigten Methoden nur schlechter werden kann -ganz abgesehen von der ständigen Stresskulisse- ist jedenfalls sonnenklar. Deshalb aus der Ferne gleich nach Euthanisierung zu schreien? Nein.

    Die Frage wohin mit den ganzen Hunden ist auch berechtigt.
    Meine Anwort wäre mehr kleinere Einrichtungen und mehr Prävention durch Aufklärung.
    Und bei der Aufklärung hapert es ja schon wieder mit diesen Videos.
    Wenn HH jetzt bei ihrem ressourcenaggressiven Hund anfangen mit Provozieren, Dominanzgehabe, Druck verstärken, gar noch Nachbarshunde einladen und im Schrebergarten die Fütterungssituation nachzustellen. Oder wenn sie meinen so in CM- Manier ihren Hund dort in der Meute ´"therapieren" lassen zu müssen :flucht:
    Das ist einfach Mist, dass scheinbar nur sowas medienwirksam verbraten wird.

    Ich finde übrigens auch freundlich Anquatschen, wenn man irgendwo sieht, wie's schiefläuft gewissermassen Aufklärung und Prävention. Also guter Trainertipp, in der Situation helfen (z.B. mit freundlicher Bemerkung einen Bogen Laufen , um zu deeskalieren), einfach Zeigen, dass es auch irgendwie stressfreier geht- nicht sich Aufspielen und so etwas.

    Warum muss er riskieren müssen, von nem großen Molosser-Mix gebissen zu werden?

    Die Frau hielt den anderen Hund fest. Wenn der Hund in Richtung Mensch schnappt löst er wenigstens seinen Griff und man kriegt den Hund heraus, so weit kommt er nicht mit seinem Fang, wenn er festgehalten wird. Aber auch wenn das nicht alles so gewesen wäre.
    Überlegst du ernsthaft, ob du dich dabei verletzen könntest und entscheidest dich zu Ungunsten deines Hundes, der gerade um sein Leben schreit?
    Diese Option gibt es doch gar nicht, und wenn fände ich das richtig gruselig.

    Kann gut sein dass da das Akita -Hundekampferbe durchguckt. Das hat weniger mit "Ernst" als mit fehlendem Interesse zu tun. Ist dann eben so, solange sie es bei knurren usw. bleibt- alles super.
    Was aber auch sein kann, wenn sie selbst als Welpe kein Interesse hatte... hast du sie schon röntgen lassen?
    Viele junge Hunde mit z.B. Hüftschmerzen spielen nicht, weil sie das mit Schmerzen assoziieren.
    Falls du das noch nicht hast ausschliessen lassen, würde ich das abklären lassen.

    aber Stress gehört dazu und diesen aushalten zu lernen

    So lernen sie aber nicht, den auszuhalten. Im Gegenteil- sie sammeln Auslöser.
    Artgenossen- und Ressourcenaggression und der ein oder andere auch Frustaggression gegenüber Menschen, weil die eine gerechte Zuteilung verhindern. Sie lernen, dass Mobben am weitesten bringt und dass der Mensch keine Hilfe ist.

    Wieviele Hunde durch das hastige Schlingen Verdauungsprobleme kriegen will man gar nicht wissen.
    Auch nicht, wie sehr der Stress sich chronifiziert mit entsprechenden Schmerzen. Es gibt ja kaum Gelegenheit mal abschalten zu können. :muede:
    Beim Gassi landet dann nochmal dann und wann ein Knie in der Magengegend. :/


    Die Aussage, dass da die Hunde "endlich Hund sein dürfen" ist wirklich grotesk... naja -passt zum Dominanzquatsch, da verwechselt jemand Hunde mit Gehegewölfen. Einander fremde Hunde würden nie auf so engem Raum untereinander konkurrieren.


    Wenn auf Hundewiesen schon sozialer Umngang schwer möglich ist wegen Zusammenwürfelung und zuwenig Raum, dann geht das da wohl noch viel weniger.

    Für eine gute Sache- ja, da ist nichts gegen einzuwenden.
    Auch fände ich es super, wenn jemand medienwirksam zeigt, wie gut sich positiv ein Verhalten gegenkonditionieren lässt.
    Aber hier :muede: sehe ich das "Hunden Helfen" nicht wirklich. Momentan sammelt sie Kohle für ein Trainingszentrum für Hunde und deren Halter. Damit wird diesen Hunden auf dem Gelände sicher nicht geholfen.
    Vielleicht steigt die Vermittlungsrate dadurch. Aber wenn diese Stressbündel dann vermittelt werden, heisst das ja nicht, dass sie da auch bleiben, wenn Leute wirklich blauäugig davon ausgehen, dass sie mit diesen Lagererfahrungen einen "resozialisierten" Hund bekommen.

    Ich finde schon, dass das derselbe Hund sein kann, mit Wachstum, anderer Perspektive und Matschpfoten.
    Ob es nun ein Wurfgeschwister (ebenfalls mit Stummelrute!) ist, ist glaube ich nicht so relevant. Mehr von Bedeutung wäre evtl., ob da ein CDB mitgemischt hat.

    Das passiert immer mal, dass sich der Labbi-Mix Welpe aus Spanien als CdB Mix herausstellt und sich die Leute wundern, warum sie auf einmal einen Wachhund haben.
    Aber wie schon gesagt- bei einem Mix kann man ohnehin schwer Prognosen abgeben, insofern würde ich das einfach auf mich zukommen lassen und währenddessen soviel wie möglich richtig machen.

    Ergänzend: Der Rottweiler liess sich nicht deckeln, seine Symptomatik dürfte sich durch die Aversivmassnahmen so verschlimmert haben, dass er nun als unvermittelbar gilt.
    Von dieser Frau habe ich bisher kein einziges Mal gesehen, dass sie positive Methoden anwendet und ich finde schon, dass das etwas heisst. Eine Reportage über die eigene Einrichtung ist ja dazu da, einen repräsentativen Eindruck zu vermitteln. Da hilft es auch nicht, wenn sie nett Pferde füttert.
    Gerade fehlkonditionierte Hunde brauchen Positivreize zwecks Umkonditionierung.
    Gewissermassen "ehrlich" was die Methoden angeht ist die Reportage also, nur kritisiert es leider keiner oder erwähnt, wie es auch anders geht. :( : Aber ich hoffe wirklich, dass die Sache mit dem "Trainingszentrum" nicht zustande kommt und stattdessen mehr Platz für die Hunde geschaffen wird.