Beiträge von wow...

    Apollo galt zum Zeitpunkt des Drehs noch nicht als unvermittelbar, insofern muss man davon ausgehen, dass das gezeigte zum "Training" dazugehört.
    Die Mittel lediglich anzuwenden um vor der Kamera mehr Drastik zu kriegen (und daran glaube ich- sorry- nicht) disqualifizieren den Anwender meiner Meinung nach völlig. Das Vertrauen für solche Zwecke zu beschädigen- das ist es nicht wert.

    Man kann auch anders loben als nur via Kekse. Viele dieser Hunde haben doch eben kein Vertrauen in den Menschen. Da ist es mMn angebrachter anders zu loben. Soziales Lob zum Beispiel. Das löst eine ganz andere Hormonreaktion aus als ein Keks.

    Was der Hund als Belohnung und positive Verstärkung empfindet, entscheidet der Hund. Da kannst du das Lob aus irgendwelchen Gründen noch so viel besser finden, es wird nicht funktionieren, wenn er es nicht als Belohnung sieht. Du kannst ihm das auch nicht "beibringen", indem du die Aversivkomponente im Gegenzug verstärkst und auf die Erleichterung hoffst.
    Ob Keks, Lob, Streicheln, Buddeln gehen, eine Runde mit Artgenossen Zocken usw. besser wirkt, entscheidet ausschließlich der Hund, sonst wirkt die positive Verstärkung nicht.

    Das wurde nun doch direkt eingangs festgestellt dass unter den stressigen Bedingungen noch nicht einmal verwahrung klappt, geschweide denn Resozialisierung. Es gibt hier wirklich nur sehr wenige leute, die den Stress nicht sehen.
    Und den Tipp an die HH des DSH/Podenco-Mixes im anderen Thread ihren Hund dort "therapieren" zu lassen halte ich für wirklich sehr verkehrt.
    So eine Meute und so ein Futterkampf sozialisiert gar nix - der Rüde würde nur in seiner Artgenossenaggression bestärkt.

    Du hast den Relativsatz abgeschnitten... Was ich damit meinte ist z.B. dass dem Hund verboten wurde zu warnen, Beschwichtigungssignale ignoriert und Zwangsmassnahmen verstärkt wurden. Damit kriegst du einen Hund mit normalen Anlagen irgendwann zum Beissvorfall.
    Wie schon gesagt wurde- in eine Meute gefährlicher Hunde schickt man kein Kamerateam.

    Die Aussenwirkung der medialen Verwurstung, die Methoden und die Stressbedingungen finde ich ja am problematischten. Nach Chico sind sie da alle hingerannt, um "gefährliche" Hunde abbilden zu können.Das gezeigte Interview war aus der Zeit davor.,
    Alle anderen Dokus und Reportagen transportieren deutlich DompteurImage und Dominanztheorie.

    Die Hunde da sind zum Grossteil eben ganz normale Hunde ohne besondere Gefährlichkeit , deren Fehlverhalten durch falschen Umgang getriggert wurde , die sich - wie im Fall Dieter gegenkonditionieren lassen. Aber selbst der Umgang mit ihm wird in der Reportage anders demonstriert, obwohl im Interview noch von Keksen die Rede war. :( :
    Das "ganz normale" wird zwar irgendwann gesagt- aber nicht transportiert. Zu sehen sind fast ausschliesslich Aversivmethoden, auf dem "Hölle" wird herumgeritten, man sieht brüllende, zwickende, provozierende usw. Menschen und vermittelt wird einfach: "Hund braucht Härte, sonst wird er gemein".
    Alltagsfiffi vom Frühstücksfernsehgucker kriegt'' s dann evtl. danach ab, wer es aber ganz sicher abkriegt, ist der Hund in der öffentlichen Wahrnehmung von Leuten , die nicht viel über Hunde wissen.
    Und genau "Hund als Bestie, die einen Dompteur braucht"" produziert auf lange Sicht Nachschub an Hunden mit Fehlkonditionierung. :/
    Da sind andere Einrichtungen mit gefährlichen Hunden wesentlich verantwortungsvoller mit der Thematik umgegangen- in Rücksichtnahme auf die Hunde.
    Idealerweise generieren solche Reportagen Spenden. Was sie auf keinen Fall genereieren sollten sind Interessenten für die Hunde. Diese hätten nämlich viel zuwenig Ahnung, würden sich nicht scheuen als Dompteur aufzutreten und ignorieren massive Stresssymptomatiken beim Hund. Was sie eigentlich hauptsächlich in der aktuellen Situation generieren sollten, sind einen Haufen Pflegestellen mit wirklich kompetenten Leuten. Die fühlen sich davon aber denkbar wenig angesprochen. :( :


    Dass sie Hunde, deren größter Fehler der Halter, war vor ihrem Schicksal bewahren will , finde ich gut. In der Form,und mit den Mitteln, mit denen sie das primär betreibt ist eine Resozialisation aber nicht möglich.
    Noch nicht einmal Management funktioniert da- unter der Dauerstresseinwirkung verdichtet sich ein Fehlverhalten nur. Damit wird es auf lange Sicht für noch mehr Hunde nur noch kritischer.

    wie ein Trick ohne das versteht ein Hund kein Wort.

    Hunde verarbeiten Lautsprache und Worte ganz ähnlich wie der Mensch. Sie lernen nur eine Fremdsprache, Wortsinn und Intonation spielen gleichermassen eine Rolle und durchlaufen getrennt voneinander die gleichen Hirnareale wie beim Menschen.

    Der Haken mit der reinen Körpersprachekommunikation ist der, dass man dadurch häufiger in Drohgebärden verfällt um Nachdruck zu verleihen.

    Bei dem Interview stört mich nur richtig die Aussage Hunde würden rein körpersprachlich kommunizieren und die Empfehlung, man solle sich ebenfalls darauf beschränken. Auch innerartlich stimmt das so nicht, aber beim Mensch noch viel weniger.
    Dass Hunde so einige Worte verstehen über Kommandos hinaus ist wohl noch nicht an ihr Gehör gedrungen. Verbalsprachlich lässt sich eine Menge mitteilen, in einfachen Zügen sogar erklären (z.B."Warte- der hat Angst")- vorausgesetzt man hat den Hund entsprechend sensibilisiert-sehr nützlich, falls der Hund erblindet übrigens.
    Körpersprachlich "Erklären" wird schon schwieriger. :???:

    Aber m.E. ist es ein unterschied ob ein Welpe schnappt/beißt oder ein ü 45 cm Hund dir ins Gesicht springt

    Ja- Ersteres tut mehr weh. :winken:
    Welpen beissen nämlich ziemlich ungehemmt, das muss man ihnen erst beibringen, dass menschliche Haut und Schmerzrezeptoren nicht dafür ausgelegt sind. Und das muss man richtig machen, sonst schafft man sich sehr nachhaltige Probleme.
    Einen (positiven!)Trainer würde ich auch, empfehlen, da hilft alles Forum nix, wenn Einschätzungsvermögen und Erfahrung fehlt.

    Also, dass soviel "gelogen" wird... das ist sicher nicht Standard, ein Hund muss sich erst einleben und da ist es wichtig, dass die ersten Tage und Wochen stressfrei bleiben und man nach und nach mehr zumutet.
    Um euch einen Überblick zu verschaffen und ein Gefühl dafür zu kriegen, womit ihr klarkämt sind Th Gassigänge super geeignet. Da müsstet ihr euch Zeit für nehmen und in Ruhe herantasten. Ihr könntet euch ein genaueres Bild machen und er hätte schonmal einen positiven Bezug zu euch , wenn er einzieht- das hat nur Vorteile :smile: .