WTP im klassischen Sinne ist für mich eine Extremform der extrinsischen Motivation.
Der Hund arbeitet. Nicht nur, dass er mit dem Menschen kooperiert, sondern im Idealfall lässt ein solcher Hund alles stehen und liegen, und orientiert sich auf eine vom Menschen gestellte Aufgabe. Auf den Menschen also, nicht so sehr die Aufgabe.
WTW hingegen ist eine Form der intrinsischen Motivation - der Hund arbeitet, weil ihm die Arbeit Freude bereitet.
Die Unterscheidung ist meist sehr sehr subtil: Womit wird der Hund belohnt, woraus zieht er seine Befriedigung für die Tätigkeit?
Mein Trainer behauptet immer, dass Hunde wie auch Kinder extreme Opportunisten sind, beide tun nur etwas, wenn es sich für Sie lohnt.
Aber was lohnt sich denn genau?
Erfüllt der Hund eine Aufgabe für den Adrenalinkick, der dahinter steht (zB Bällchen jagen) und zieht seine Befriedigung aus der erledigten Aufgabe (=Ball schnappen)? Dann ist das eher WTW in meinen Augen.
Läuft der Hund eine saubere UO zB, weil es dafür eine materielle Belohnung gibt (=Leckerli, Ball), ist das kein WTP, da hier die Befriedigung aus einer materiellen Komponente besteht, der Mensch hinter dem ganzen im Extremfall austauschbar ist.
Es gibt aber Fälle, da läuft der Hund diese UO zB sauber, hat aber kein Interesse am Futter oder Ball, sondern zieht seine Belohnung aus dem Verhalten des Hundeführers. Klassisch ist für mich hier die Sauberkeitserziehung. Der Welpe löst sich draußen, der Mensch freut sich wie Bolle und lobt. Der Welpe lernt den Zusammenhang Lösestelle - Menschenreaktion und wird im Regelfall sehr schnell verstehen, sich draußen lösen.
Alle Hunde, die die Reaktionen ihrer Menschen lesen, interpretieren und für sich nutzen, brauchen dafür einen WTP.
Bei Mailo mache ich das an seinem „Therapieverhalten“ fest. Niemand hat ihm gesagt, was er tun soll. Wann er es tun soll. Aber er liest meine Körpersprache, interpretiert diese als Aufgabe für sich und handelt entsprechend, um als Belohnung dann soziale Nähe zu bekommen, Streicheleinheiten, Lob.