Hallo!
Also ich bin voll berufstätig und habe einen Hund. Zur Zeit sogar zwei (Pflegestelle). Ich kann sie allerdings auch mitnehmen meistens. Wenn nicht, habe ich drei sehr gute Möglichkeiten, den Hund zu Freunden oder Familie abzugeben (bzw zurzeit auch beide).
Ich denke aber, dass es sehr wohl möglich ist einen Hund zu haben, auch wenn man ihn nicht mit zur Arbeit nehmen kann. Denn auch ich konnte meinen Hund mal ein Jahr lang nicht mit zur Arbeit nehmen.
Ich habe ihn zu einer netten Frau gegeben, die selber 3 Hunde hat. Die hat von mir 10 Euro/Tag bekommen. Genau genommen war es immer so, dass ich morgens lange mit ihm draußen war (1,5 - 2 Stunden - auch kleine Hunde brauchen viiiel Bewegung und Beschäftigung!!) danach gab es Futter - dann hat der Herr gepennt und ich bin zur Arbeit gegangen. Die Dame kam dann so zwischen 11 und 12 Uhr (da war ich dann 2-3 Stunden weg) und hat ihn abgeholt zum Spaziergang mit ihren. Danach hat sie ihn mit zu sich genommen und ich habe ihn wieder abgeholt. Abends. War super so.
Ein Haus bzw eine Wohnung ist KEINEM Hund zu eng, wenn er zufrieden ist. Denn dann schläft er da. Zufrieden ist der Hund, wenn er körperlich, geistig und seelisch ausgelastet ist und keine Trennungsängste oder Unsicherheiten hat.
Ehrlich gesagt fallen mir zu Rassen, die ruhiger sind (kleine) die Möpse ein - wobei auch die auch keine Stofftiere sind. Aber sie sind wohl nicht so laufintensiv bzw "hibbelig" wie zB Jack Russels (die ja aus irgendeinem Grund als tolle Wohnungs- und Singel-mit-Karrierewunsch-Hunde gelten...) Oder evtl - aber die brauchen schon wieder mehr Power - Boston Terrier.
Hm -
bin nicht glücklich damit, jetzt eine Rasse zu empfehlen. Es hängt so unglaublich stark an Charakter, Alter, Erziehung, Gewöhnung und Seelenzustand ab, dass man das eigentlich nicht sagen kann.
Daher jetzt mein anderer Rat:
Ich würde euch auf jeden Fall zu einem Hund raten, der schon etwas älter ist. Einen Welpen könnt ihr mit Sicherheit so zumindest nicht gut großziehen und sozialisieren. Aber oft gibts in Tierheimen arme Trennungsopfer oder Allergieopfer - oder auch Ofer eines Todesfalles, die schon sehr gut erzogen sind und keine Jungspunde in der Pubertät mehr. Die kann man auch vorher kennenlernen - schauen, ob die Basis stimmt, sehen, wie er sich verhält. Erwachsene Hunde haben ihren Charakter schon - junge entwickeln ihn erst. Naja - ich denke ein 4/5 jähriger erzogener netter Mischuling, mit dem ihr euch gut versteht, wäre wohl ideal.
Ich kann euch aber nur allerdringenst davon abraten, gleich zwei Hunde zu holen. Schon gar nicht als Anfänger. Ich verspreche euch: Einer wird euch richtig fordern!!! Und zwei werden euch mit hoher Wahrscheinlichkeit überfordern! Es ist übrigens nicht unwahrscheinlich, dass - wenn ihnen wirklich langweilig wird - sie gemeinsam die Bude auseinander nehmen, sie zusammenbellen (immer schön mitgerissen und wieder bestärkt vom jeweils anderen) oder sonstwas. Wenn man sich einen zweiten Hund holt, dann sollte der erste schon eine ganze Weile (ich meine mindestens ein Jahr) im Haushalt sein und sehr gut gehorchen und vor allem sollte eine ganz feste Vertrauensbasis zwischen Hundehalter und Hund dasein. Sonst geht das Geschoss volle Kanone nach hinten los. Das ist ziemlich sicher.
Und: Ich finde, es sollte mindestens so sein, dass ihr beide euren Jahresurlaub nehmt und zwar hintereinander - so dass der Hund die ersten 6-8 Wochen wenn er ankommt NICHT sofort von euch allein gelassen wird, sondern sich erst an euch gewöhnen kann und dann mit euch gemeinsam 1. ans Alleinbleiben und 2. an den Hundesitter.
8 Stunden jeden Tag würde ich keinen Hund alleine lassen.
max 4 Stunden wäre meine persönliche Schmerzgrenze (von echten Ausnahmen mal abgesehen - das kann ja immer mal passieren. Aber hier gehts ja um täglich).
Ein guter Hundesitter, dem ihr vertraut, der den Hund vorher lange kennenernen kann und zu dem ihr mit dem Hund gemeinsam dann auch einige Male vorher nach Hause geht um dort alles kennenzulernen - damit ist euch sicherlich gut geholfen.
Ich fände das so durchaus möglich und würde auch den Hund meiner Meinung nach nicht ins Unglück stürzen. 